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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Dann dürfte gar nicht mehr gebaut werden …″
Zwischenüberschrift:
Naturschutz kontra Wohnungen: Bürgerforum Voxtrup diskutiert über Einwohnerzahlen und Baugebiete
Artikel:
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Originaltext:
Voxtrup in Zeiten der Wohnungsnot: Das Bürgerforum diskutierte nun über Bauvorhaben im Grünen Garten und in der Steiniger Heide. Die Bevölkerung des Stadtteils ist im vergangenen Jahr leicht geschrumpft. Ohne Wachstum könnte das Folgen für Kita und Schule haben.

Osnabrück Wohnen im Grünen Garten? Die Evangelischen Stiftungen haben das Gelände an der Ecke Meller Landstraße/ Am Gut Sandfort gekauft und wollen dort bauen 79 Wohneinheiten in unterschiedlichen Haustypen und eine Altenhilfeeinrichtung mit etwa 100 Plätzen. Die Stadt arbeitet an einem Bebauungsplan. Das gefällt nicht allen.

Der Voxtruper Wolfgang Düsing stellte im Bürgerforum fest, dass der Grüne Garten in einem Wasserschutzgebiet liegt: In der Vergangenheit wurde eine Bebauung in dem Bereich und in der Umgebung wiederholt aus ökologischen Gründen und aus Gründen des Trinkwasserschutzes abgelehnt.″ Bevor Stadtplaner Franz Schürings antwortete, spitzte Düsing die Frage zu: Warum an dieser Stelle?

Tatsächlich sei in den 1990er-Jahren ein Baugebiet im Grünen Garten nicht positiv gesehen″ worden, bestätigte Schürings. Aber: Die Zeiten ändern sich.″ Schürings nannte zur Begründung die gegenwärtigen Engpässe auf dem Wohnungsmarkt. Es gehe der Stadt darum, bis 2020 Planungsrecht für 3000 zusätzliche Wohneinheiten zu schaffen. Dafür habe die Verwaltung im Stadtgebiet 460 Flächen untersucht darunter auch den Grünen Garten. Das Gelände liege – „ wie fast ganz Voxtrup″ in der Wasserschutzzone III, für die relativ geringe Einschränkungen″ vorgesehen seien, wie Schürings weiter berichtete.

Aber was ist mit dem Klimagutachten? Eine Anwohnerin erinnerte daran, dass der Grüne Garten demnach zur Frischluftzufuhr beiträgt. Der Stadtplaner antwortete, dies gelte grundsätzlich für jede Fläche, die nicht versiegelt ist″. Es müsse aber stets abgewogen werden, denn sonst würde das ja bedeuten, dass gar nicht mehr gebaut werden darf″. Im Fall des Grünen Gartens würden den bisherigen Planungen nach etwa 1, 4 Hektar versiegelt werden.

Nach der ersten frühzeitigen Bürgerbeteiligung bis Mitte vergangenen Monats würden die Planungen nun weiterentwickelt und verfeinert″. Unter anderem müsse ein Umweltbericht erstellt werden. Da steckt noch viel Arbeit drin″, kündigte Schürings an. Bis zur nächsten Öffentlichkeitsbeteiligung werde es daher noch dauern.

Die Stadt arbeitet außerdem an einem weiteren Baugebiet für Voxtrup. Investoren wollen auf dem Gelände zwischen der Straße In der Steiniger Heide, der Heinrich-Riepe-Straße, dem Friedhof und der Autobahn Wohnhäuser bauen. Die Voxtruperin Cornelia Strothmann fragte nach dem Stand der Dinge. Stadtplaner Schürings berichtete, dass für April eine frühzeitige Bürgerbeteiligung vorgesehen ist. Die Verwaltung werde außerdem zu einer Versammlung einladen, um das Vorhaben zu erläutern. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert schätzte, dass das Gelände nicht vor 2020 erschlossen wird.

Bereits bei der Diskussion um den Grünen Garten hatte Griesert betont, dass es der Stadt um bezahlbaren Wohnraum gehe: Mir brennt das auf den Nägeln.″ Der OB blickte auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: Die Stadt Osnabrück ist seit 2014 um 6000 Einwohner gewachsen. Aber Voxtrup stagniert eher.″ Diesen Faden griff er im Zusammenhang mit dem Plan für das Gebiet In der Steiniger Heide wieder auf. Es gehe auch um die Zukunft von Einrichtungen im Stadtteil Voxtrup, unterstrich Griesert: Wenn wir hier nichts tun, stehen wir irgendwann vor der Frage, ob wir zum Beispiel Gruppenstärken in der Kita erhalten können.″ Das gelte in der Folge auch für die Schule.

Die Zukunft des Stadtteils liegt auch dem Voxtruper Horst Klecker am Herzen. Seit einigen Jahren stellt er regelmäßig die Frage nach der demografischen Entwicklung in Voxtrup. Das städtische Referat Strategische Steuerung und Rat″ lieferte dem Bürgerforum die Antwort in Form von Tabellen und Grafiken. Daraus lässt sich ablesen: 2018 hatte Voxtrup 7152 Einwohner und damit 31 weniger als 2017. Oberbürgermeister Griesert hob aus dem Zahlenwerk die Tendenz heraus, dass mehr junge Voxtruper zwischen 19 und 25 Jahren ihren Stadtteil verlassen als Gleichaltrige in anderen Stadtteilen: Das hat ein bisschen auch mit Baugebieten zu tun.″

Angesichts des Wohnraummangels hatte der Rat vor knapp drei Jahren ein Zehn-Punkte-Handlungsprogramm beschlossen. In einem der Punkte heißt es: Ein Team mit zwei neuen Planstellen soll als Anlauf- und Koordinationsstelle für alle Interessierten im Hinblick auf Wohnraum eingerichtet werden.″

Dieses Team gibt es jetzt seit etwa einem halben Jahr: Sabine Steinkamp und Marvin Schäfer vom Fachbereich Städtebau sind die Ansprechpartner der Kontaktstelle Wohnraum″ und stellten ihre Arbeit im Bürgerforum vor. Unter anderem nehmen sie Anregungen für besondere Wohnformen entgegen, sie unterstützen Eigentümer, die Wohnraum anbieten wollen, und knüpfen Kontakte zu den jeweils passenden Ansprechpartnern. Sie informieren auf der Internetseite osnabrueck.de/ kontaktstelle-wohnraum.

Bildtext:
STARK UMSTRITTEN: In Voxtrup soll im zuvor von einem Gartenbaubetrieb genutzten Bereich Grüner Garten″ ein Neubaugebiet entstehen. Während die einen bezahlbare Wohnungen herbeisehnen, sind die anderen traurig über den Verlust einer weiteren Freifläche und fürchten Umweltschäden.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jann Weber


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