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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warum manche Uhren nicht richtig ticken
Zwischenüberschrift:
In Osnabrück wundern sich Passanten immer wieder über defekte Zeitmesser / Die Gründe sind sehr unterschiedlich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bei einem Rundgang durch die Stadt fällt aufmerksamen Beobachtern auf: In Osnabrück ticken die Uhren etwas anders. An manchen Stellen scheint die Zeit sogar stehen geblieben zu sein. Was sind die Gründe dafür, dass die Zeitmesser teilweise nicht richtig funktionieren?

Osnabrück Wer hat an der Uhr gedreht?″, lautet der Titel eines Kinderliedes, das durch die Zeichentrickserie Der rosarote Panther″ bekannt wurde. Genau diese Frage dürfte auch aufmerksamen Passanten in den Sinn kommen, wenn sie zurzeit in Osnabrück unterwegs sind. Einige Zeitmesser gehen nach, andere stehen still, bei manchmal fehlen sogar die Zeiger. Kirchen, der Hauptbahnhof und öffentliche Plätze sind betroffen.

Die am Turm der Bergkirche angezeigte Zeit etwa irritiert bereits seit mehreren Wochen Anwohner und Gäste. Denn eine der vier Uhren ist defekt. Mal geht sie nach, mal bewegen sich die Zeiger gar nicht. In der Mechanik scheint etwas kaputt zu sein, sodass das Ziffernblatt nicht richtig funktioniert″, sagt Pastorin Ilse Landwehr-Wegner auf Nachfrage unserer Redaktion.

Liebend gerne hätten Landwehr-Wegner und ihre Mitstreiter der evangelisch-reformierten Kirche die Uhr schon längst reparieren lassen. Dass der defekte Zeitmesser noch nicht wieder instand gesetzt wurde, hänge laut der Pastorin mit dem enormen Aufwand″ zusammen, den die Gemeinde dafür betreiben müsse. Der Zugang zur Uhr ist nicht gesichert. Das Treppenhaus muss umgebaut werden. Erst dann kann der Schaden behoben werden″, erklärt Landwehr-Wegner. Deshalb stelle die Wiederinstandsetzung der Uhr eine große finanzielle Belastung dar: einerseits für die Bauarbeiten am Treppenaufgang, andererseits für die Reparaturarbeiten an der Uhr. Die Uhr ist 125 Jahre alt. Defekte lassen sich nicht eben auf die Schnelle beheben″, bittet die Pastorin um Verständnis.

Wegen des hohen Alters und der oft komplizierten Erreichbarkeit kommt es in der Stadt immer wieder dazu, dass die Uhren historischer Gebäude nicht korrekt funktionieren und Fehler nicht auf Anhieb ausgemerzt werden können.

So ist kürzlich auch eine der Pendeluhren an der Katharinenkirche stehen geblieben. Grund dafür sei die winterliche Kälte, sagt Pastor Otto Weymann. Als Antriebskraft werden bei Pendeluhren Gewichte verwendet. Bei extremen Temperaturen kann es dann vorkommen, dass die Gewichte nicht richtig hochgezogen werden.″ An heißen Tagen im Sommer und kühlen Tagen im Winter müssen die Uhren deshalb ab und an nachgestellt werden. Die Instandsetzung sei dieses Mal aber relativ unkompliziert gewesen, sagt Weymann. Gemeinsam mit unserem Küster bin ich hoch zur Uhr gegangen, um den Defekt zu beheben.″

Völlig zeitlos präsentiert sich momentan der Hauptbahnhof zumindest von außen. An der Uhr an der Außenfassade über dem Haupteingang zur Wandelhalle fehlen seit einigen Wochen die Zeiger. Das Uhrwerk ist kaputt und wird gerade ausgetauscht. Die Zeiger wurden deshalb abgebaut″, sagt Bahnsprecherin Angelika Theidig. Ähnlich wie bei den Kirchturmuhren gestalte sich die Wiederherstellung schwierig, ergänzt sie. Zum einen sei das Gebäude denkmalgeschützt, was Reparaturarbeiten grundsätzlich erschwere. Zum anderen werden die Einzelteile der Bahnhofsuhr zurzeit allesamt in Sonderanfertigungen von einem lokalen Unternehmen hergestellt. Die Uhr wird wohl erst in einigen Wochen wieder komplett vorhanden sein″, kündigt Theidig an.

Auch an einigen öffentlichen Plätzen in der Stadt stehen Uhren, die häufig falsch gehen. Optisch ähneln sie den Zeitmessern, die in größeren Städten vor allem an S- und U-Bahn-Haltestellen platziert werden. In Osnabrück befinden sie sich in der Nähe von größeren Bushaltestellen, zum Beispiel am Berliner Platz oder am Arndtplatz.

Eine dieser Uhren ist derzeit defekt. Sie steht vor der Postfiliale an der Wittekindstraße und hat es etwas eilig: Sie geht mehr als eine Stunde vor. Verantwortlich für diese Uhren sind weder Stadt noch Stadtwerke, wie die jeweiligen Sprecher unserer Redaktion sagten. Stattdessen kümmert sich das Kölner Medienhaus Ströer, das sich auf Werbung und Vermarktung spezialisiert hat, um die Uhren. Insgesamt betreibt Ströer im Stadtgebiet an sieben Standorten Uhren. Die Wartung der Zeitmesser übernimmt das Unternehmen selbst. Die Uhren werden regelmäßig überprüft, um mögliche Defekte zu erkennen und dann schnellstmöglich zu beheben″, teilt ein Sprecher mit. Es ist vermutlich also nur eine Frage der Zeit, bis die Uhr wieder repariert wird.

Gar nicht mehr vorhanden ist hingegen der Zeitmesser, der jahrzehntelang auf dem Neumarkt stand und den so mancher Osnabrücker wahrscheinlich noch immer dort vermutet. Die auf einer Betonsäule stehende Uhr ist aber abgerissen worden und zwar schon am 21. Juli 2014 im Zuge des Tunnel-Rückbaus, wie Klaus Meiners von den Stadtwerken unserer Redaktion berichtet.

Bildtext:
Da stimmt doch was nicht… Wegen eines Defekts geht eine der Uhren am Turm der evangelisch-reformierten Bergkirche zurzeit falsch. Und so schnell wird sich daran auch nichts ändern.
Da fehlt doch was… Die Uhr des Bahnhofgebäudes ist zurzeit nicht in Betrieb.
Ihrer Zeit deutlich voraus ist diese Uhr vor der Post am Wittekindplatz.
Geschichte ist die Uhr am Neumarkt. Der Abriss erfolgte am 21. Juli 2014.
Fotos:
Michael Gründel, Y. Richter, Archiv Meiners
Autor:
Yannick Richter


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