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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Abbruch der Limberg-Kaserne wird erheblich teurer
Zwischenüberschrift:
Osnabrück erhöht Förderantrag von 7 auf mehr als 18 Millionen Euro
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Stadt steht ein weiterer Kraftakt bevor: Der Abriss des alten Gebäudebestandes in der Kaserne am Limberg wird erheblich teurer als geplant. Die Stadt braucht von Land und Bund nicht sieben, sondern mehr als 18 Millionen Euro.

Das frühere Militärgelände am nordöstlichen Stadtrand ist das letzte Konversionsgebiet aus der Erbschaft der britischen Streitkräfte und mit gut 70 Hektar auch mit Abstand das größte. Die britische Garnison nutzte die frühere Doppelkaserne (Merceer und Imphal Barracks) vor allem als Logistikstandort, noch zu erkennen an den zahlreichen Fahrzeughallen und betonierten Stellflächen.

Nach dem Abzug der Briten siedelten sich mehrere Unternehmen in den Hallen an, Flüchtlinge wurden in einzelnen Baracken untergebracht, und die private Musikszene begann, die robusten Immobilien als Proberäume zu nutzen. Im Spätsommer 2018 übernahm die Stadt die gesamte Fläche von der Bundesanstalt für Immobilien (Bima). Im kommenden Jahr will die Stadt ernst machen mit der zivilen Umwandlung des einstigen Sperrgebietes.

Im Norden und Süden sollen auf insgesamt 25 Hektar Gewerbegebiete entstehen. Im mittleren Bereich der ehemaligen Kaserne sollen die vorhandenen Sportanlagen und Gebäude weiter genutzt und ergänzt werden. Daneben ist die Erhaltung und die Aufwertung der vorhandenen vielfältigen Freiräume ein zentrales Planungsziel″, heißt es im Bebauungsplan.

Das setzt voraus, dass die zum Teil massive Bebauung abgeräumt wird. Die Stadt hat aus dem Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West″ von Bund und Land dafür bisher sieben Million Euro beantragt. Es geht jetzt langsam los: Im Dezember 2018 erreichte die Stadt der Bewilligungsbescheid über 400 000 Euro je 200 000 Euro von Bund und Land.

In den vergangenen Jahren sind einzelne Teile schon zurückgebaut und Grünanlagen geschaffen worden. In diesem Jahr sollen weitere vorbereitende Maßnahmen folgen, ehe 2020 der große Schnitt angesetzt werden soll: der Abbruch der Hallen und die Entsiegelung der Flächen. Nach der Schätzung, die die Verwaltung dem Rat im Januar vorlegte, liegen die förderfähigen Kosten dieser Baufreimachung″ bei 25, 29 Millionen Euro.

Die Planer gehen davon aus, dass die Stadt später von den neuen Grundbesitzern Erschließungsbeiträge von 6, 83 Millionen Euro wird einnehmen können. Es bleibt eine Lücke von 18, 45 Millionen Euro. Nach dem Prinzip der Drittelfinanzierung zwischen Bund, Land und Kommune hat die Stadt einen Eigenanteil von 6, 15 Millionen Euro beizusteuern.

Unterm Strich bedeutet das: Osnabrück muss beim Land eine Erhöhung der Städtebauförderung von sieben auf 18, 45 Millionen beantragen also um satte 11, 45 Millionen Euro. Der Rat stimmte diesem Vorschlag der Verwaltung zu. Ob es 2020 am Limberg wie geplant weitergeht, liegt in der Hand von Bund und Land.

Bildtexte:
2014 wurden die ersten Baracken in der Limberg-Kaserne abgerissen.
Kaserne am Limberg - bliebt bei Musikern, die dort proben kostengünstig können, ohne jemanden zu stören.
Sporthalle auf dem Limberg.
Fotos:
Archiv/ Michael Gründel, David Ebener, André Havergo

Kommentar
Großes Potenzial

Die Umwandlung der ehemaligen Kasernenflächen ist eine Erfolgsgeschichte. Viele Städte in Deutschland, die vor ähnlichen Herausforderungen standen, blickten auf Osnabrück, um zu lernen. In einem vorbildlichen Beteiligungsprozess nutzte die Stadt die Schwarmintelligenz der Bürger, um für jeden Standort die optimale Nutzungsidee zu entwickeln. In einem atemberaubenden Tempo wurden die Filetstücke an den Markt gebracht, ohne Flächen zu verramschen oder den Immobilienmarkt zu belasten.

Nun bewegt die Stadt mit den 70 Hektar am Limberg den letzten und größten Baustein. Die Summe, die für das Abräumen der alten Gebäude, Bunker, Betonpisten und die Entsorgung der Altlasten aufgerufen wird, ist hoch. Aber angesichts des Entwicklungspotenzials des früheren Sperrgebietes darf es kein Zögern geben. Zwei Gewerbegebiete im Norden und Süden, dazwischen Sport, Freizeit und eine grüne Lunge: Osnabrück schickt sich an, die bislang so erfolgreiche Konversionsgeschichte um ein weiteres Kapitel zu erweitern.
Autor:
hin


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