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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zusätzliche Stromautobahnen nötig
Zwischenüberschrift:
Neuer Entwurf des Netzentwicklungsplans: Weiterer Ausbau kostet 52 Milliarden Euro
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der beschleunigte Ausbau der Ökoenergien macht nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber den Bau von zwei weiteren Nord-Süd-Stromautobahnen erforderlich. Der Korridor verläuft auch durch Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Osnabrück/ Berlin

Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind bundesweit die Windländer Nummer eins. Und der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung soll nach einem Rekord im vergangenen Jahr auch weiter steigen, auf 65 Prozent im Jahr 2030. Um den im Norden überschüssig erzeugten Strom in den Süden zu verteilen, sind laut den Übertragungsnetzbetreibern zusätzliche Gleichstrom-Erdkabel notwendig, teilten sie gestern bei der Veröffentlichung des Entwurfs für die neue Fassung des Netzentwicklungsplans mit.

Insgesamt zwei zusätzliche Stromtrassen sind laut dem neuen Entwurf vorgesehen, um aufgrund des absehbaren Zubaus an regenerativen Erzeugungsanlagen an Land in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie an Offshore-Windenergie in der Nordsee den Überschuss über Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg zu transportieren. Eine konkrete Empfehlung für Trassenverläufe gibt es nicht. Allerdings wird die Verbindung Heide/ West über Wilhelmshaven 2 nach Uentrop als eine Art breite Wolke dargestellt. Sie geht von Heide über das Meer nach Wilhelmshaven und von dort gen Süden bis Uentrop. In der Breite geht sie auch durch das Emsland fast bis zur niederländischen Grenze links und etwa bis Bremen rechts. Somit liegt auch Osnabrück in dem möglichen Trassengebiet.

Vor dem Hintergrund des notwendigen Ausbaus der Erneuerbaren kommt der Bedarf für eine weitere Erdkabel-Trasse nicht überraschend. Jetzt muss die Bundesregierung für die Umsetzung der klimapolitisch notwendigen Stromleitungen sorgen″, sagte Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der Grünen-Bundestagsfraktion. Dafür müsse sie in puncto Transparenz und klarer Ausrichtung auf die Energiewende deutlich besser werden. Nur wenn Bürger Klarheit und echte Einflussmöglichkeiten auf die Ausgestaltung der Trassen vor ihrer Haustür haben, können wir beim Netzausbau Tempo machen″, so Nestle weiter. Die Kosten für den zusätzlichen Netzausbau werden mit rund 52 Milliarden Euro angegeben. Das sind etwa 20 Milliarden Euro mehr als bisher, wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Tennet sagte. Für die Anbindung der Windparks auf Nord- und Ostsee kommen bis 2030 bis zu 24 Milliarden Euro hinzu. In diesem Zusammenhang forderte Nestle von der Bundesregierung eine ehrliche Debatte hinsichtlich der Kosten für die Stromnetze″. Den jährlichen 60 bis 80 Milliarden Euro für den Import fossiler Energieträger stehen einmalig 52 Milliarden für den Transport von Ökostrom gegenüber. Am Ende wird sich der Umstieg auf erneuerbare Energien auch finanziell lohnen″, ist sie überzeugt.

Die Empfehlungen der Kohlekommission sind laut Übertragungsnetzbetreibern in dem Entwurf noch nicht eingearbeitet, heißt es in der Mitteilung. Der Vorschlag der Kommission, die Kapazität von Kohlekraftwerken bis 2030 auf 17 Gigawatt zu senken, entspreche aber fast exakt einem der von den Netzbetreibern entwickelten Szenarien für den Netzausbau. Der Netzausbau könne aber geringer ausfallen als in einer früheren Version des Entwicklungsplans angenommen, sagte die Tennnet-Sprecherin. In die Kosten seien erstmals auch Ausgaben für Grundstücke sowie für Planungs- und Genehmigungsverfahren einberechnet worden.

Bildtext:
Mögliches Trassengebiet: EIne konkrete Empfehlung gibt es bisher nicht.
Grafik:
Can Yalim
Autor:
dpa, Nina Kallmeier


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