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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
1,8 Millionen Euro für Jugendherberge
 
Klassenfahrt 2.0 einzigartig in Deutschland
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Jugendherberge wird zum digitalen Urlaubshighlight
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) lässt sich nicht lumpen: In seine Dependance auf dem Schölerberg steckt es bis April 1, 8 Millionen Euro für Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten.

Speisesaal und Rezeption werden neu gestaltet, vor allem aber erfahren auch die Zimmer eine grundlegende Erneuerung. Nach Abschluss der Arbeiten werden 45 Zimmer, 30 davon mit eigenem Bad, mit insgesamt 175 Betten zur Verfügung stehen. Zudem wird es neue Tagungsräume mit modernster Technik geben.

Vor allem aber wird sich das Osnabrücker DJH-Haus gemeinsam mit dem Verein Helden Verein für Nachhaltige Bildung und Persönlichkeitsentwicklung″ programmatisch auf einen neuen und in der Bundesrepublik einzigartigen Weg machen.

Großraumdusche, Zwölf-Bett-Zimmer und Muckefuck war einmal. Die Jugendherberge von heute hat schon fast Hotelcharakter. Die Osnabrücker Dependance des Deutschen Jugendherbergswerks geht sogar noch einen Schritt weiter in die digitale Vollversorgung.

Osnabrück Wer nicht jugendherbergsaffin ist, hat Vorstellungen von dieser Art der Unterbringung jugendlicher Reisender, die mit dem Hier und Jetzt nichts mehr zu tun haben. Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) muss mit der Zeit gehen, um seine bundesweit 480 Häuser auszulasten, und ist dabei in Osnabrück besonders kreativ geworden. In der Hasestadt residieren die Gäste ab April in einem Haus, dass nicht nur einfach den Zugang ins weltweite Netz bietet, sondern sich auch thematisch mit dem Internet und der digitalisierten Lebenswelt vor allem seiner jungen Gäste auseinandersetzt.

Als Programmpartner konnten wir das Team von Helden Verein für Nachhaltige Bildung und Persönlichkeitsentwicklung gewinnen″, erläutert Hausleiterin Jutta Wagner. Das ist ein großer Gewinn für unsere Programmvielfalt.″ Im Klartext heißt das laut Thorsten Kröber vom Heldenverein: In Osnabrück werden in fünf verschiedenen Klassenfahrts-Programmen jugendgerecht die Chancen und Risiken der Digitalisierung thematisiert. Dabei geht es um Themen wie Medienkritik, Cybermobbing und andere Gefahren, die im Netz und in Apps lauern. Gleichzeitig sollen aber auch die kreativen Möglichkeiten und Zukunftschancen der digitalen Welt erlebbar gemacht werden, etwa das Programmieren oder die Produktion von eigenen Videos und Filmen. Das neue programmatische Profil schlägt sich auch baulich nieder: Herzstück der ersten Jugendherberge Deutschlands mit digitaler Ausrichtung wird der Makerspace sozusagen der Hobbykeller des digitalen Zeitalters sein. Dabei handelt es sich um offene Räume, in denen sich Ideen und Projekte der Klassenfahrtsprogramme umsetzen lassen. Es entsteht ein digitales Experimentierfeld mit zunächst drei größeren Arbeitsbereichen mit der entsprechenden Infrastruktur: eine Kreativwerkstatt zum Beispiel mit 3-D-Druckern und Lötkolben, ein Social Media Lab oder auch eine Games-Werkstatt und damit ein einmaliges digitales Experimentierfeld.

Faktisch können sich schon jetzt Lehrer mit ihren Klassen für Fahrten mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten einbuchen. Sei es zum Thema Keine Chance dem Cybermobbing″, Webvideo: Youtube & Co″ oder auch Action Bound Eine digitale Schnitzeljagd selbst erstellen″, das Osnabrücker Attraktionen einbezieht.

Die Jugendherberge in Osnabrück befindet sich seit 1986 an ihrem jetzigen Standort am Schölerberg und zählte dort zuletzt etwa 20 000 Übernachtungen. Mit 7332 Übernachtungen (37 Prozent) machen Schulklassen die größte Gästegruppe aus. Auch bei Seminar- und Musikgruppen (30 Prozent), Familien und erwachsenen Einzelreisenden (25 Prozent) ist der Standort nach den Worten von DJH-Sprecherin Gesa Hauschild beliebt.

Jetzt wird im großen Stil umgebaut, renoviert und mit neuen Möbeln ausgestattet. Der Landesverband Unterweser-Ems des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) investiert rund 1, 8 Millionen Euro in die Modernisierung und Neuausrichtung des Hauses. Insgesamt verfügt die Jugendherberge Osnabrück nach dem Umbau über 45 Zimmer, davon erhalten 30 ein eigenes Bad. Die Gesamtbettenzahl erhöht sich von 152 auf 175. Die Rezeption wird verlegt und komplett neu designt. Auch der Speisesaal wird umgestaltet und neu möbliert. Neun Tagungsräume mit moderner Tagungstechnik stehen zur Verfügung davon sind zwei als ein Raum zusammenlegbar mit 109 Quadratmeter nutzbar.

Bildtexte:
In der Jugendherberge haben derzeit die Handwerker das Sagen.
Die Rezeption wird verlegt und bekommt ein komplett neues Design.
45 Zimmer mit 175 Betten stehen nach dem Umbau zur Verfügung.
Foto:
David Ebener
Grafik:
DJH

Kommentar
Fünf Sterne für das DJH

Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) investiert die stattliche Summe von 1, 8 Millionen Euro in sein Osnabrücker Haus. Das ist ausgesprochen erfreulich.

Dass das DJH seinen Invest dabei auf grundsolide Füße stellt, ist noch schöner. Denn die programmatische Hinwendung zum Thema Digitalisierung macht das Haus zukunftssicher. Die modernisierten Zimmer werden ihren Teil zu einer sehr guten Auslastung beitragen, und all das bei familienfreundlichen Preisen. Sollte das DJH bei dem einen oder anderen noch ein verstaubtes Image gehabt haben, so dürften diese Zweifler mit der Neuausrichtung in Osnabrück bekehrt sein.

Die Stadt und der Landkreis mit ihren kulturellen Einrichtungen werden sich nach abgeschlossener Renovierung sicherlich über mehr als 20 000 Übernachtungen freuen können. Und das alles, ohne einen Cent dazuzuzahlen. Denn die Kosten teilt sich das DJH (900 000 Euro) mit Land und Bund, die den Rest der Kosten je zur Hälfte übernehmen.
Autor:
Dietmar Kröger


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