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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Luftverschmutzung eine ernste Beobachtung
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Diskussion um Grenzwerte bei der Luftverschmutzung:

Ein von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Dezember 2018 veröffentlichtes Positionspapier belegt: Deutliche und in vielen Studien sorgfältig belegte Assoziationen zwischen dem Ausmaß der Luftbelastung und Gesundheitsschädigungen betreffen die Atemwege (Asthma, Lungenkrebs unter anderem), Herz und Kreislauf (Infarkte, Schlaganfälle), Diabeteshäufigkeit, Hirnfunktionen und in der Kinder- und Jugendmedizin vermehrte Häufigkeit von Früh- und Mangelgeburten, Lungenfunktionsstörungen und Asthma.

Professor M. Köhler und etwas mehr als 100 Lungenfachärzte (darunter 25 Prozent auf diesem Gebiet möglicherweise forschende Ärzte, 75 Prozent niedergelassene oder in Kliniken angestellte Pneumologen,) kritisieren: Lungenärzte sähen , Tote durch Feinstaub und NOx auch bei sorgfältiger Anamnese nie′. Dabei wird eingeräumt: , Man findet mehr oder weniger regelhaft eine sehr geringe Risikoerhöhung in staubbelasteten Gebieten, meistens nur um einige Prozent.′ Gefordert wird , eine Neubewertung der wissenschaftlichen Studien durch unabhängige Forscher′.

Professor Köhlers Aussage, dass Tote durch Feinstaub′ in Lungenpraxen nie gesehen würden, ist irritierend, besonders, da gleichzeitig eingeräumt wird, dass es in staubbelasteten Gebieten eine Risikoerhöhung um einige Prozent gibt. Weil große Teile der Bevölkerung betroffen sind, ist eine Erhöhung um einige Prozent eine sehr ernst zu nehmende Beobachtung.

Die Forderung nach , unabhängigen′ Forschern für eine Neubewertung enthält eine nicht begründete Unterstellung von Interessenkonflikten der Wissenschaftler. Die ganz überwiegende Mehrheit der Kinder- und Jugendärzte hält die Beibehaltung und Durchsetzung der derzeitigen Grenzwerte für erforderlich und vertretbar, um wenigstens im bisherigen nicht immer zureichenden Maße die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen.′′

Prof. Dr. Karl Ernst von Mühlendahl
Osnabrück
Autor:
Prof. Dr. Karl Ernst von Mühlendahl


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