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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hochhäuser am Wallring in Osnabrück?
 
Wo sich die Osnabrücker City verändern soll
Zwischenüberschrift:
Fast 200 Osnabrücker arbeiteten am Masterplan Innenstadt mit
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der westliche Wallring in Osnabrück bietet gute Voraussetzungen für den Bau einer Kette von markanten Gebäuden, die über die bisherige Bebauung hinausragen und Hochpunkte″ in der Stadtarchitektur bilden. Das ist ein Ergebnis des fast zweijährigen Planungsprozesses für einen Masterplan Innenstadt, an dem knapp 200 Bürger freiwillig mitgewirkt haben. Die Bürger setzten sich in zwei Werkstattrunden besonders intensiv mit den öffentlichen Räumen in der Innenstadt auseinander, die in der Mehrzahl stark versiegelt und vom Verkehr dominiert sind. Das gilt auch für den Raum vor dem Altstadt-Bahnhof am Hasetor. Der Masterplan sieht vor, Bahnhalt, Herrenteichswall und Bischofsgarten zu einem begrünten Innenstadt-Eingang zu verbinden. Die Frage ist: Wohin dann mit dem Verkehr?

Noch mehr Baustellen in Osnabrück? Wenn es nach dem Willen der etwa 200 Bürger geht, die an dem Masterplan Innenstadt mitgearbeitet haben, wird in den nächsten 20 Jahren an vielen Ecken der City gebaut.

Osnabrück Vor knapp zwei Jahren haben sich Stadtplaner, Politiker und fast 200 Osnabrücker Bürger gemeinsam auf den Weg gemacht, einen großen Plan für die Entwicklung der Innenstadt zu entwerfen. Die Arbeit ist getan, der Plan ist so gut wie fertig und soll am Mittwoch, 13. Februar, ab 19 Uhr im Ratssitzungssaal der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 90 Prozent der Ideen sind konkret umsetzbar″, sagte Stadtbaurat Frank Otte am Mittwoch in einem Pressegespräch. Der Masterplan sei ein pragmatischer Handlungsrahmen″, der nun der Politik vorgelegt werde, um dann die konkrete Umsetzung in Angriff zu nehmen.

Der Blick richtet sich auf den Stadtkern innerhalb des Wallrings. Den Bürgern seien die öffentlichen Räume und Plätze besonders wichtig gewesen, sagte Stadtplanerin Helma Pötter. Die meisten Plätze seien heute vom Verkehr dominiert, stark versiegelt und mit geringer Aufenthaltsqualität. So widmeten sich die Bürger-Planer dem Ledenhof, der in der Prioritätenlisten der Stadt weit oben steht und in den kommenden Jahren umgebaut werden soll. Der Raiffeisenplatz unweit des Bahnhofs ist im laufenden Planungsprozess schon neu gestaltet worden.

Bischofsgarten

Große Pläne entwickelten die Bürger für das Viertel am Hasetor/ Altstadtbahnhof/ Herrenteich. Die Idee ist, die Hase, den Herrenteichswall, den bischöflichen Garten, Teile der Altstadt und den Bahnhof als Tor zur Altstadt zu einem attraktiven Quartier zusammenzuführen. Mit dem vierspurigen Wall und der großen Hasetor-Kreuzung ist das nicht vereinbar.

Also legen die Planer den Verkehr in einen Tunnel, der am Nonnenpfad beginnen und am Hasetor enden soll. Oben könnte ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen, Fußgänger und Radfahrer könnten direkt den Bahnhof erreichen. Der Busverkehr würde nicht durch die Röhre, sondern oberirdisch über eine eigene Spur geführt.

Hochpunkte″ am Wall

Insbesondere der westliche Wallring bietet nach Meinung der Workshop-Teilnehmer erhebliches Potenzial. Stadtbaurat Otte sprach von Hochpunkten″, die entlang des Walls platziert werden könnten. Hochpunkte das sind im Planerdeutsch markante Gebäude oder Hochhäuser, die über die Bebauung der Umgebung herausragen.

Platz für solche Hochpunkte wäre am Haarmannsbrunnen, am Berliner Platz, für den es bereits konkrete Entwürfe gibt, auf dem Stresemann-Platz und auf der dreieckigen Fläche vor dem Gewerkschaftshaus (in der Nähe des Bahnhofs). Die Flächen sind in städtischem Besitz und werden heute als Parkplätze genutzt. Investoren können sich schon mal warmlaufen vorausgesetzt, die Politik stimmt zu, diese Flächen an den Markt zu bringen.

Die Nachverdichtung sei ein großes Thema in den Workshops gewesen, sagte Otte, obwohl Osnabrück so gut wie keine Baulücken″ habe. Es gebe aber Innenhöfe, die für Wohnungsbau genutzt werden könnten. In den Workshops sei intensiv darüber diskutiert worden, wie eine Nachverdichtung gestaltet sein müsste, um eine zu große Versiegelung zu vermeiden und das Stadtklima zu schützen.

Der Planungsprozess kostete 75 000 Euro. Den Anstoß hatte der Stadtrat 2014 gegeben. Zugleich mit dem Beschluss über den Bau des Einkaufszentrums am Neumarkt erteilte der Rat der Verwaltung den Auftrag, auch die anderen Quartiere in der Innenstadt unter die Lupe zu nehmen. In Kooperation mit dem Büro für Stadtplanung Machleidt in Berlin und dem Landschaftsarchitekturbüro Sinai fanden zwei Werkstattrunden statt, an denen jeweils etwa 100 Bürger teilnahmen.

Verborgener Schatz

Als weitere Grundlage der Masterplanung diente eine Ist-Analyse, die Stadtplaner Benjamin Wille vom Büro Machleidt 2017 erstellt hatte. Wille identifizierte innerhalb des Wallrings zehn Quartiere mit unterschiedlichen Charakteren. Besonders großes Entwicklungspotenzial erkannte er im Dom-Viertel und im Dreieck zwischen Hase und Remarque-Ring (mit Domschule und Iduna-Hochhaus). Den Bischofsgarten an der Hase stufte er als verborgenen Schatz″ ein. Er schlug auch vor, mit dem Bistum über eine Öffnung zu bestimmten Tageszeiten zu sprechen.

Der Hafen, das Justizviertel, der Hauptbahnhof, das KME-Werk oder das Quartier am Marienhospital führen nach dieser Bestandsanalyse jeweils ein Eigenleben ohne Bindung an die Innenstadt. Es lohne sich, darüber nachzudenken, wie diese Bereiche etwa durch attraktive Rad- und Fußwege oder begrünte Plätze erlebbar gemacht″ werden könnten, sagte Wille zum Start des Beteiligungsprozesses.

Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sind im Internet auf der Homepage der Stadt dokumentiert: www.osnabrueck.de

Bildtexte:
Wo bittegeht´s in die City? Altstadtbahnhof (Hasetor) Herrenteichswall und Bischofsgarten sollen zu einem grünen City-Eingang verbunden werden.
Am Haarmannsbrunnen wäre Platz für einen sogenannten " Hochpunkt", ein markantes Hochhaus mit Wohnungwn und Außengastronomie.
Für den Berliner Platz liegen bereits konkrete Pläne vor mit Wohn- und Geschäftshäusern und einem Parkhaus an der Bahnlinie.
Der Stresemann-Platz - eine städtebauliche Lücke, die zurzeit von geparkten Autos gefüllt wird. Auch hier könnten sich die Bürger-Planer eine Verdichtung vorstellen.
Mit dem Masterplan Innenstadt: (von links) Steffen Wörsdörfer Büro (Machleidt), Stadtplanerin Helma Pötter und Stadtbaurat Frank Otte.
Fotos:
Jörg Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


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