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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gewerkschaft Verdi der Totengräber des Handels
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel „, Wir wünschen uns mehr Freiheit′ Einzelhändler verzichten nur ungern auf verkaufsoffene Sonntage″ (Ausgabe vom 11. Januar).

Zum Thema , Verkaufsoffener Sonntag′ kann man als Berufstätiger, der seit 30 Jahren im Handel und in ganz Deutschland unterwegs ist, eine so wirtschaftlich katastrophale Entscheidung nicht einfach im Raum stehen lassen.

Alle betroffenen Einzelhändler inklusive ihrer Beschäftigten sollten auf die Straße gehen, am besten gleich nach Berlin, da hätte man die Gewerkschaft, die Arbeitsplätze im stationären Handel vernichtet, wie auch die untätigen Politiker gleich beisammen.

Der stationäre Handel in den Innenstädten und nicht nur dort hat es eh schon schwer genug, letztlich durch sehr große Kundenabwanderung an die Online-Anbieter, hohe Parkgebühren, Fahrverbote, sehr uniformes Konsumangebot und so weiter. Einkaufserlebnis und Events sind aus Kostengründen eher selten und nur noch bei den ganz Großen der Branche möglich.

Nur leider werden die Großen ohne die vermeintlich Kleinen ebenso ins Strudeln geraten, geschweige denn, dass auch nur annähernd die Attraktivität einer Stadt wie Osnabrück erhalten werden kann. Nur ein interessantes Gesamtpaket hat auf Dauer eine wirtschaftliche Chance zum Überleben.

Da wird ein völlig überflüssiges Einkaufscenter in Osnabrück auch nicht helfen. Was soll der Kunde denn dort kaufen, was er auf der anderen Straßenseite heute nicht schon bekommt? Und wenn dann auch noch durch Verdi die Öffnungszeiten eingeklagt werden, bleibt heute schon, allen Beteiligten nur , alles Gute′ zu wünschen.

Die verkaufsoffenen Sonntage sind schon seit Jahrzehnten fester Umsatzbestandteil des Handels, aus welcher Not heraus wird dieses notwendige Einkaufserlebnis abgeschafft? , Osnabrück isst gut′, die Maiwoche, das Weinfest oder den Weihnachtsmarkt schafft man ja ( bis jetzt) auch nicht ab. Die tollen Mitarbeiter in Gastronomie und Unterhaltungsgewerbe legen doch auch gerne Sonderschichten ein, wo ist das Problem in diesem Jahrhundert?

Die zukünftigen Center- Mieter, wenn sie bis zur Eröffnung am hart umkämpften Markt überhaupt noch vorhanden sind, wird es bestimmt freuen, dass es keine offenen Sonntage mehr gibt, da geht gleich zum Start ein nicht unbedeutender Umsatz verloren. In der Wirtschaftlichkeitsberechnung kann das nur Arbeitsplätze kosten, denn der Vermieter wird deswegen die Miete und/ oder Nebenkosten bestimmt nicht senken. Also wo bitte sparen, als beim Personal?

Urteil aus Oldenburg hin oder her, worin liegt der wahre Sinn einer Verdi-Verhinderung? Arbeitnehmer schützen, obwohl die Mehrzahl gerne am Sonntag arbeitet und damit Arbeitsplätze sichert? Die wenigen Kunden des stationären Handels auch noch in die Fänge des Onlinehandels treiben? Stadtfeste ohne Einkaufssonntage nur noch halb so interessant zu machen oder gar zu verhindern? Das trifft ja auch alle Klein- und Großgastronomen, wenn deutlich weniger Kundenfrequenz zu erwarten ist!

Die Politik scheint hier kein übergeordnetes Interesse zu haben, nein lieber die großen Online-Anbieter entweder mit Zuschüssen in neue Logistikcenter oder durch direkte Steuergeschenke stützen und gleichzeitig über Diesel-Fahrverbote und weitere Umweltplaketten nachdenken, damit der stationäre Handel noch weiter eingeschränkt wird, weil Kunden auch noch Mobilität genommen wird.

Kümmern Verdi oder die Politik sich darum, dass gleiche Chancen zwischen Online- und stationärem Handel angestrebt werden? Zum Beispiel nach Geschäftsschluss des stationären Handels auch alle Onlineseiten geschlossen sind [...]? Nein, eine Gewerkschaft, die sich mit zum Teil völlig absurden Tarifforderungen brüstet und nach wie vor über Streiks und Klagen alles durchzusetzen versucht, ist der Totengräber des Handels. [...]″

Frank Sollmann

Osnabrück
Autor:
Frank Sollmann


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