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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Spatenstich auf dem Neumarkt
 
Spektakuläre Baustelle vor großem Publikum
Zwischenüberschrift:
Erster Spatenstich für den Zauberwürfel auf dem Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Jetzt geht′s los: Am Osnabrücker Neumarkt hat am Montag der Bau des Zauberwürfels begonnen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Vertreter des Bauherren und der Baufirmen gaben mit dem ersten Spatenstich den Startschuss zum Bau des Eckhauses, das dem Neumarkt seine historische Form zurückgeben wird. Das siebengeschossige Gebäude mit einer Fläche von 6600 Quadratmetern wird in den drei unteren Etagen Einzelhandel Platz bieten. Oben zieht die Hamburger Hotelkette Centro ein. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 geplant. Der Bau des Zauberwürfels auf dem engen Baufeld mitten auf dem am meisten belebten Platz der Stadt und parallel zu drei weiteren Großbaustellen ist eine technische Herausforderung. Auch Taucher werden dort im Sommer zum Einsatz kommen.

Der erste Spatenstich für den Zauberwürfel ist auch ein politisches Signal: Nach Jahren des Stillstands geht es am Neumarkt endlich voran.

Osnabrück Ich freue mich, dass ich nach langer Zeit am Neumarkt wieder den Spaten benutzen darf, und hoffe, dass das im Monatstakt so weitergeht″, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, bevor er am Montag an der Seite von Architekten, Bauherren und Ingenieuren das Arbeitsgerät in den Sand rammte.

Im Herbst 2013 war der Grundstein des Hasehauses gelegt worden. Eigentlich sollte es danach rasch weitergehen mit den Neubauten rund um den belebtesten Platz der Stadt mit dem Abriss des alten Wöhrl-Komplexes, der Neugestaltung des Platzes und dem Bau des Zauberwürfels auf dem sogenannten Baulos 2 vor dem Neumarkt-Carrée (mit H& M).

Immerhin: Am Zauberwürfel wird nun gearbeitet. Und das vor aller Augen, denn keine Baustelle in der Stadt steht derart unter Beobachtung. Täglich passieren Zigtausende Menschen den Platz zu Fuß, mit dem Rad, im Bus oder Auto. Sie werden in den kommenden Wochen Zeugen einer besonderen bautechnischen Herausforderung. Auf engstem Raum graben die Bauarbeiter der Firma Wittfeld elf Meter in die Tiefe, um einen zweigeschossigen Keller zu bauen. Der Keller wird gebraucht, um die gesamte Technik unterzubringen″, sagt Lars Westerheider, der in Vertretung von Bauherr Theodor Bergmann den ersten Spatenstich vollführte.

Wasser in der Baugrube

Im ersten Schritt werden sogenannte Bohrpfahlwände 22 Meter in den Boden getrieben, die die Baugrube abstützen sollen. Anschließend müssen Reste des früheren Neumarkt-Tunnels abgebrochen und gut 10 000 Kubikmeter Erdreich, das entspricht etwa 800 Lkw-Ladungen, ausgehoben und abtransportiert werden.

Im nächsten Schritt wird die Baugrube mit Wasser geflutet. So wird ein Freibad solider Größe entstehen: 35 mal 25 Meter groß und acht Meter tief. Das Fluten sei nötig, um ein Aufschwimmen der Betonsohle zu verhindern, erklärte Projektleiterin Hildegard Sauer von der Firma Wittfeld. Und weil der Bauplatz mit gut 600 Quadratmetern höllisch eng ist, wird ein Ponton zu Wasser gelassen als Standfläche für den großen Bagger. Durch diese Bauweise bleibt das Grundwasser nach Angaben von Projektleiterin Sauer unberührt. Wir müssen uns um die Bäume keine Sorgen machen.″

Mitten im Sommer, etwa im Juli/ August, werden Taucher eine Unterwasserbetonsohle gießen und etwa zehn Meter lange Anker in den Untergrund treiben. Schließlich wird das Wasser abgepumpt, und der Hochbau kann beginnen. Das soll bis Ende des Jahres passiert sein, Ende 2020 ist die Fertigstellung des Zauberwürfels geplant.

Die unteren drei der sieben Geschosse sollen an Einzelhändler vermietet werden. Oben wird die Hamburger Hotelgruppe Centro ein Boutique-Hotel mit 80 Zimmern eröffnen.

Widerspruch eingelegt

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert setzte beim Zeitplan noch ein kleines Fragezeichen. Kurz vor Fristende habe ein Nachbar Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt, sagte Griesert am Montag. Es gehe um die Höhe des Bauwerks. Damit befasse sich jetzt die Bauverwaltung. Aufschiebende Wirkung habe der Widerspruch nicht. Die müsste das Verwaltungsgericht feststellen, das aber bislang nicht eingeschaltet sei.

Der Zauberwürfel mit der Adresse Neumarkt 7a bildet künftig die westliche Kante des Platzes und stellt damit die historische Dimension des Neumarktes wieder her. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges war der Platz autogerecht vergrößert worden. Die Fassade des Zauberwürfels lehnt sich an das wabenartige Konzept des Einkaufszentrums an, das auf der anderen Straßenseite entstehen soll.

Der Bauantrag für das Shoppingcenter liegt der Stadt seit Mitte 2018 vor. Die Baugenehmigung werde wohl in Kürze dem Investor Unibail Rodamco Westfield zugestellt werden können, hatte Griesert zuletzt in seiner Handgiftenrede angekündigt. Wann der Investor mit dem Abriss des Wöhrl-Komplexes beginnen wird, ist noch unklar.

In diesem Monat noch will die Stadt die Ausschreibungen für die Umgestaltung des Neumarktes fertig haben. Geplant ist eine gestreifte Betonfläche, die sich von der Hase bis zum Neuen Graben und in die Johannisstraße hinein erstreckt, um dem gesamten Bereich einen einheitlichen Charakter zu geben.

Mit Fertigstellung der Ausschreibung dürfte auch Klarheit herrschen, ob der Neumarkt ab Sommer baustellenbedingt für den Verkehr gesperrt werden wird. Die Bauverwaltung prüft zurzeit verschiedene Varianten mit und ohne Durchgangsverkehr. Eine Variante sieht eine Komplettsperrung auch für den öffentlichen Nahverkehr vor. Der Vorteil: Die Arbeiten könnten großflächig angepackt und binnen weniger Monate abgeschlossen werden.

Bildtexte:
Erster Spatenstich für den Zauberwürfel (von links): Projektleiterin Hildegard Sauer, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Lars Westerheider (in Vertretung von Bauherr Theodor Bergmann), Ingenieur Kai Buhl, Architekt Alfons Flatau und Frank Sauer von der Baufirma Wittfeld.
So soll er Ende 2020 aussehen, der Zauberwürfel am Neumarkt 7a.
Die Baufläche vor dem Neumarkt-Carrée. Das Eckhaus gibt dem Platz seine ursprüngliche Form zurück.
Foto:
Jörn Martens
Grafik:
B& B Projekt GmbH
Autor:
Wilfried Hinrichs


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