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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Herausragende Bildungsinitiative″
Zwischenüberschrift:
Kultusminister Tonne übergibt Auszeichnung für CSA-Hof
Artikel:
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Originaltext:
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat dem CSA-Hof in Pente eine Unesco-Auszeichnung als herausragende Bildungsinitiative für nachhaltige Entwicklung″ überreicht. Hier werde ein wichtiger Beitrag für eine neue Lernkultur geleistet, meinte Tonne.

Bramsche Der Hof mit der von einer Solidargemeinschaft getragenen Landwirtschaft, mit einem Kindergarten und seit Kurzem auch mit einer eigenen Hofschule sei ein spannender Ort″, stellte Tonne fest. Hier zeige sich, wie lebendig eine an nachhaltiger Entwicklung orientierte Bildung sein könne.

Bildung kann jeder″, wies der Minister auf den Umstand hin, dass bei diesem Thema eigentlich alle mitreden, weil sie über eigene Erfahrungen verfügen. Doch diese Erfahrungen lägen bei den meisten schon unterschiedlich viele Monde″ zurück, und es sei die Frage, ob sie die Antwort auf die Anforderungen der Zukunft sein können.

Der CSA-Hof Pente mit seinen Möglichkeiten, den Bauernhof als Lernort zu nutzen, gebe da deutlich mehr Impulse. Nicht nur weil Kinder hier lernen könnten, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen, sondern auf dem Feld. Das gemeinsame Arbeiten ermögliche Teilhabe für jedes Kind und jeden Schüler″. Hier werde selbstbestimmtes Handeln gefördert, ein wichtiger Beitrag für eine neue Lernkultur, meinte der Minister.

Neue Lernkultur

Die Herausforderung für Schüler und Lehrer sei es heute nicht mehr, Informationen zu bekommen. Es gehe vielmehr darum, die Flut an Informationen einzuordnen und zu bewerten. Auch vor diesem Hintergrund könnten die von Pente ausgehenden Impulse dazu beitragen, eine neue Lernkultur vom Projekt in die Struktur″ zu bringen und als Inhalte auch an Regelschulen zu etablieren.

In seinem Grußwort für den Landkreis hob Kreisrat Mathias Selle ein Bramscher Alleinstellungsmerkmal″ hervor: Es sei die Stadt der pluralen Schullandschaft″ mit Gymnasium, IGS, Realschule, Hauptschule, Waldorfschule und den Grundschulen, zu denen nun auch die Hofschule Pente mit ihren 16 Kindern gehört. Das ist toll für Bramsche″, fand Selle, der den praktischen Ansatz über die Landwirtschaft begrüßte. Das helfe, Ressourcen besser zu würdigen und mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen,

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das brauchen, sagte Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann mit Blick auf alle Initiativen, die von der Hofgemeinschaft ausgehen. Die Gesellschaft brauche Menschen, die quer denken und etwas ausprobieren″, meinte der Bürgermeister, der selbst Mitglied der Hofgemeinschaft ist. Es sei gut, dass ein Minister aus Hannover kommt und das lobt″, freute er sich über die attraktive Auszeichnung″.

600 Mitglieder

Als Hausherr gab Tobias Hartkemeyer einen Überblick über die Aktivitäten des Hofes, der auf 54 Hektar für rund 600 Mitglieder produziert. Die Forderung der Unesco, Schulen sollten sich stärker für ihr Umfeld öffnen, wurde hier früh erfüllt. Seit acht Jahren ist der Bauernhof auch Lernort für Kinder, zunächst in Form von Projekten für andere Schulen, dann als Kindergarten und seit Sommer auch als Schule. Insgesamt besuchten 40 Kinder täglich den CSA-Hof.

Bildtexte:
Kultusminister Grant Hendrik Tonne (rechts) übergab die Auszeichnung an Tobias Hartkemeyer.
Learning by doing ist das Moto auf dem CSA-Hof Pente.
Im letzten Jahr hat die Hofschule Pente ihren Betrieb aufgenommen.
Archiv/ Fotos:
Heiner Beinke

Kommentar
Gute Idee

Die Bedeutung der jungen Hofschule Pente ergibt sich nicht aus der Zahl ihrer Schüler, sondern aus der Qualität der pädagogischen Grundüberlegungen. Den Ansatz, einen Bauernhof als Lernort zu wählen, um Sachverhalte im wörtlichen Sinne begreifbar zu machen, hat die Unesco mit ihrer Auszeichnung für nachhaltiges Lernen gewürdigt.

Die Idee, die für einige wenige in der Hofschule konsequent verfolgt wird, taugt in Grundzügen auch für gesetzliche Schulen. Praktisches, selbstbestimmtes Lernen wird jeden Schüler motivieren, nicht nur Menschen, die von der Idee einer solidarisch getragenen, ökologischen Landwirtschaft überzeugt sind. Diese Bausteine sollen vom Projekt in die Struktur aller Schulen gehen, wie Tonne es formuliert hat.
Autor:
Heiner Beinke


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