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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Unternehmer kritisieren Stadtpolitik
 
Osnabrück ist gut, kann aber noch mehr
Zwischenüberschrift:
IHK-Umfrage: Unternehmer kritisieren Verkehr und fordern mehr Wirtschaftsfreundlichkeit
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Der Ruf der Stadt Osnabrück, sehr wirtschaftsfreundlich zu sein, hat gelitten. In der Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim äußert sich die Mehrheit der befragten Unternehmer unzufrieden mit der Politik in der Stadt. Auf Missfallen stoßen die Verkehrslenkung, die Höhe von Gewerbe- und Grundsteuer, die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte und der Zustand der Verkehrswege. Das Zusammenspiel dieser Faktoren zeige, dass sich die Wirtschaftsfreundlichkeit von Rat und Verwaltung verschlechtert habe, teilte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf mit. Dennoch ist Osnabrück im Urteil der Unternehmer ein attraktiver Standort. 79 Prozent sind grundsätzlich zufrieden oder sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen.

Osnabrück ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort, kann aber mehr: 79 Prozent der Osnabrücker Unternehmen zeigen sich in der Standortumfrage der IHK zufrieden oder sehr zufrieden mit den Bedingungen in der Friedensstadt. Die Unternehmer äußern aber auch Kritik: an der Verkehrsführung und Wirtschaftspolitik.

Osnabrück An der Umfrage beteiligten sich 318 Unternehmen aus der Stadt schriftlich und in persönlichen Gesprächen. 75, 5 Prozent äußerten sich zufrieden mit den Standortbedingungen, 3, 2 sind sogar sehr zufrieden. Damit schneidet die Stadt Osnabrück in der Bewertung schlechter ab als der IHK-Bezirk insgesamt, der das Osnabrücker Land, die Grafschaft Bentheim und das Emsland umfasst. Im Kammerbezirk liegt die Zufriedenheitsrate bei 82 Prozent.

23 Standortfaktoren legte die IHK ihrer Umfrage zugrunde. Dazu gehörten zum Beispiel die Breitbandversorgung, überregionale Verkehrsanbindung, Verkehrsführung, Parkplatzangebot, Höhe der Gewerbe- und Grundsteuern, Grundstückspreise, Verfügbarkeit von Fachkräften, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, Wirtschaftsfreundlichkeit von Politik und Verwaltung oder das Image der Kommune.

Die Osnabrücker Unternehmer sehen besondere Stärken Osnabrücks bei den weichen Standortfaktoren wie den Freizeit- und Kulturangeboten, den Einkaufsmöglichkeiten oder den Hotel- und gastronomischen Angeboten. Stark schneidet die Friedensstadt auch bei Kooperationen mit Hochschulen ab.

Verkehrsprobleme

Politischen Handlungsbedarf sieht die IHK bei jenen Indikatoren, deren Bewertung sich seit der letzten Umfrage im Jahr 2013 verschlechtert hat. Deutlich weniger zufrieden als vor fünf Jahren zeigen sich die Unternehmen etwa mit der Verkehrsführung in der Stadt sowie mit dem Themenkomplex Wohnimmobilien und Grundstücke″.

Eine gute Verkehrslenkung und Parkplatzsituation ist 72 Prozent der Unternehmen wichtig. Die Unternehmen sind mit der aktuellen Lage aber unzufrieden: Auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 erreicht Osnabrück einen Wert von minus 13.

Im Minus liegen auch die Zufriedenheitswerte in den Themen Steuern (minus 18), Wirtschaftsfreundlichkeit der Politik (minus 17), Fachkräfteangebot (minus 13) und Zustand der Verkehrswege (minus 4). Gut zufrieden sind die Unternehmer mit der Breitbandversorgung (plus 30) und dem Image Osnabrücks (plus 17).

Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, zieht aus diesen Ergebnissen den Schluss: Das Zusammenspiel dieser Faktoren führt letztlich wohl dazu, dass sich die Wahrnehmung der Wirtschaftsfreundlichkeit von Politik und Verwaltung verschlechtert hat. Insofern verdient das Thema Wirtschaftsfreundlichkeit auch wieder mehr Aufmerksamkeit.″

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sagte in einem Gespräch mit Graf zu, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes im Blick zu behalten. Der OB verwies dabei auf das im Dezember vom Rat beschlossene Wirtschaftsförderungskonzept Osnabrück.2030″. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFO) soll im kommenden Jahr personell von derzeit 6, 5 auf zwölf Stellen ausgebaut werden. Die WFO will die Betreuung und Beratung der Unternehmen deutlich verstärken, das Immobilienmanagement ausweiten und sich in die Entwicklung von zusätzlichen Gewerbeflächen einbringen.

Insgesamt 9000 Unternehmen hat die IHK im vergangenen Sommer im IHK-Bezirk zu ihrer Standortzufriedenheit befragt. Gut jedes fünfte Unternehmen nahm teil. Für die Befragung bewerteten die Befragten 30 Standortfaktoren im Hinblick auf Wichtigkeit und Zufriedenheit: darunter die Infrastruktur, die Standortkosten, das Arbeitskräfteangebot, das Wirtschaftsklima oder die Standortattraktivität. Darüber hinaus wurden Interviews mit rund 90 Unternehmern und Führungskräften geführt.

318 Unternehmen aus Osnabrück beteiligten sich an der Umfrage. Zwei Drittel davon sind Kleinunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Etwa die Hälfte gehört der Dienstleistungsbranche an, ein Viertel dem Handel.

Wesentliche Ergebnisse des IHK-Bezirkes sowie einzelner Kommunen sind unter www.osnabrueck.ihk24. de abrufbar.

Bildtext:
Das war 2010: Damals belegte Osnabrück in einer bundesweiten Studie der " Wirtschaftswoche" des Instituts für Soziale Marktwirtschaft Platz 1 beim Faktor Wirtschaftsfreundlichkeit. Und die Stadt warb damit auf Plakaten. Aktuell sieht es andersaus: In einer IHK-Umfrage äußerten sich die befragten Osnabrücker Unternehmen eher kritisch über die Wirtschaftspolitik.
Foto:
Archiv/ Gert Westdörp
Autor:
Wilfried Hinrichs


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