User Online: 4 | Timeout: 16:40Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wird Problemquartier zum Modellviertel?
Zwischenüberschrift:
Stärkung von Nachbarschaften / Stadt will Förderantrag für Schinkel stellen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nachbarschaftsinitiativen sind rar in Osnabrück. Die Stadtverwaltung überlegt derzeit, am Beispiel des Stadtteils Schinkel ein Konzept zu entwickeln, um Quartiere zu stärken. Dort sind im bulgarischen Viertel die Probleme derzeit am größten und es winken Fördermittel.

Osnabrück Im Problemquartier an der Ecke Buersche Straße/ Venloer Straße/ Schinkelstraße leben überwiegend bulgarische Zuwanderer und zwar weitgehend isoliert unter sich. Prekäre Wohnverhältnisse, Arbeitslosigkeit und Verwahrlosung des Viertels sind nur einige Probleme, die dort sichtbar werden.

Als die Grünen vor einigen Monaten ihren Ratsantrag für ein Konzept gegen Vereinzelung stellten, stand das Viertel noch nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit nun könnte es zum Modellquartier werden.

Es geht bei dem Antrag mit dem kryptischen Namen Quartier für alle″ vor allem um Vernetzung im Viertel. Musterbeispiel für die Grünen ist die Wüsteninitiative im Stadtteil Wüste. Entstanden aus dem Zusammenschluss einiger Nachbarn, hat die Initiative mittlerweile ein eigenes Stadtteilmagazin, bietet einen Bürgertreffpunkt an, will Nachbarschaftshilfe vermitteln und hat sogar zur Gründung eines Pflegedienstes im Stadtteil beigetragen.

Die Verwaltung möchte anhand eines konkreten Viertels ein Konzept zur Unterstützung oder zum Aufbau solcher Initiativen entwickeln und einen Förderantrag beim Wettbewerb Gemeinwesen und Quartiersmanagement″ stellen, und zwar für das Problemviertel im Schinkel. Hierbei geht es zwar um alle Bewohnerinnen und Bewohner, wobei ein gewisser Handlungsdruck für die Gruppe der prekär Beschäftigten aus Südosteuropa festzuhalten ist″, heißt es in einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung. Da der Schinkel ins Förderprogramm Soziale Stadt″ aufgenommen wurde, soll ohnehin ein Quartiersbüro eingerichtet werden. 15 Millionen Euro werden in den kommenden zehn Jahren in den Stadtteil fließen für optische Verbesserungen, aber auch für soziale Projekte.

Ein Problem des Stadtteils ist, dass er zwar sehr bunt ist, aber die verschiedenen Bevölkerungsgruppen nebeneinander leben statt miteinander. Eine Nachbarschaftsinitiative wie etwa in der Wüste gibt es dort nicht nicht mehr, wie Ulrich Freisel, Leiter des Fachbereichs Bürgerengagement und Seniorenbüro, berichtet.

In den 1990er-Jahren hat er etliche Nachbarschaftsinitiativen bei ihrer Gründung begleitet und teilweise ihre Auflösung beobachtet. Die Initiative im Schinkel war eine der ersten, die sich mit seiner Unterstützung 1996 gegründet haben. Doch als das Ehepaar, das dahinterstand, wegzog, löste sie sich wieder auf. Das Geld, das die Initiative mal bei einem Bundeswettbewerb gewonnen hatte, ging an den Drogenhilfeverein Elrond, ebenfalls im Schinkel ansässig.

Ob solche Initiativen funktionieren oder nicht, hängt also oft von den Personen ab, die dahinterstehen bei Helfen in Hellern″ mit derzeit 86 Mitgliedern etwa ist das so –, aber auch von den Strukturen, die sie nutzen können. Da wäre etwa die Nachbarschaftshilfe Dodesheide/ Haste/ Sonnenhügel, die ein Büro im Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße hat und unter anderem Klöncafés, aber auch Hausaufgaben- und Einkaufshilfen anbietet. Ohne Nachwuchs bringt aber auch so ein Treffpunkt nicht viel. Brücken bauen in Eversburg″ etwa, die im Jugendzentrum Westwerk untergebracht war, habe sich aufgelöst, weil niemand nachgerückt sei, so Freisel.

Der neue Ansatz ist nun, dass die Stadt Initiativen stärker unterstützt, auch finanziell, so forderten die Grünen es in ihrem Antrag. Sie wollten ursprünglich, dass die Stadt im kommenden Jahr 25 000 Euro dafür locker macht. Da zogen die anderen Fraktionen allerdings nicht ganz mit. In den Haushalt eingestellt wurde als Kompromiss nun ein Fördertopf in Höhe von 10 000 Euro.

Bildtext:
Die Stadt überlegt, am Beispiel Schinkel ein Konzept zur Stärkung der Nachbarschaft zu entwickeln.
Foto:
Archiv/ Jörn Martens

Nachbarschaft
Der beste Nachbar bleibt der, den man von Weitem grüßt″, so lautet ein englisches Sprichwort. Aber der Stadt Osnabrück ist die Förderung von Nachbarschaftsinitiativen jetzt 10 000 Euro wert. Anlass für unsere Redaktion, das Thema Nachbarschaft in einer losen Serie einmal näher zu beleuchten: vom Gemeinschaftsgefühl in einzelnen Straßenzügen bis hin zu Streitigkeiten am Gartenzaun.
Autor:
Sandra Dorn


Anfang der Liste Ende der Liste