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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Touristen bringen jährlich 470 Millionen Euro in die Stadt
Zwischenüberschrift:
Studie: Reisemarkt wird zur wichtigen Säule der Osnabrücker Wirtschaft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Der Tourismus wird immer mehr zu einer tragenden Säule der Osnabrücker Wirtschaft. 470 Millionen Euro haben Tagesreisende und Übernachtungsgäste im vergangenen Jahr in Osnabrück ausgegeben. Das sind 80 Millionen Euro mehr als vor fünf Jahren. Rein statistisch können 9160 Osnabrücker durch den Stadttourismus ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Das geht aus einer Studie hervor, die die dwif-Consulting GmbH (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr an der Universität München) im Auftrag des Osnabrücker Stadtmarketings (OMT) erstellt hat. Vergleichbare Untersuchungen liegen für 21 Städte in Niedersachsen vor. Das ist das Besondere daran″, sagte gestern Oberbürgermeister Boris Pistorius, zum ersten Mal haben wir vergleichbare Zahlen.″
Und dieser Vergleich fällt für Osnabrück gut aus. Mit einem Gesamtumsatz durch den Tourismus von 470 Millionen Euro liegt die Friedensstadt zum Beispiel deutlich vor Oldenburg mit rund 400 Millionen Euro. Vor fünf Jahren konnten, rein statistisch betrachtet, 7500 Menschen durch den Stadttourismus ein durchschnittliches Einkommen erzielen. Heute sind es 9160.

120 Euro am Tag

Zwar ist die Zahl der Übernachtungen durch Wirtschaftskrise, Karmann-Pleite und Briten-Abzug im vergangenen Jahr um 5, 3 Prozent gesunken. Langfristig betrachtet, nimmt der Städtetourismus aber stark zu. Und davon profitiert auch Osnabrück. Hans Klute, Hotelier und Vorsitzender des Hotelund Gaststättenverbandes Dehoga, zieht zum Vergleich lieber die Zahlen aus den Neunzigerjahren heran. Damals habe die Stadt angestoßen durch das große Friedensjubiläum sein touristisches Potenzial entdeckt und ausgebaut. Seither stieg die Zahl der Übernachtungen von 180 000 auf 300 000.
Die Studie unterscheidet zwischen Übernachtungsreisenden und Tagesreisen. Ein Übernachtungsgast gibt im Schnitt 120 Euro am Tag aus, ein Tagesreisender 28, 70 Euro. Insgesamt ließen die Übernachtungsgäste im Vorjahr 36, 6 Millionen Euro in Osnabrück, die Tagesgäste 433, 4 Millionen Euro. Als Tagesgast gilt jeder, der von außerhalb in die Stadt kommt, um einzukaufen oder ins Kino zu gehen. Berufspendler zählen nicht dazu. Fährt jedoch ein Berufspendler aus Wallenhorst am Samstag zum Shopping in die Stadt, zählt er als Tagesgast.
Der größte Profiteur ist der Einzelhandel. Knapp 62 Prozent (290 Millionen) des Umsatzes flossen 2009 in die Kassen des Handels, 30 Prozent (142 Millionen) blieben im Gastgewerbe, und 37 Millionen nahmen Dienstleister ein. Darin zeige sich, dass der Einzelhandel seine Schulaufgaben gemacht″ habe, sagte Dieter Rauschen, Vorsitzender des Osnabrücker City-Marketings (OCM). Neue Parkhäuser, das Märkte-Konzept und ein kluges Marketing hätten die Innenstadt gestärkt.
Unter Abzug der Mehrwertsteuer blieben 194 Milliionen Euro als Einkommenseffekt in der Stadt. Der Beitrag zum Gesamteinkommen der Osnabrücker liegt damit bei 5, 6 Prozent ein relativ hoher Wert. Den Spitzenwert vergleichbarer Städte meldet Lübeck vor Lüneburg mit jeweils knapp acht Prozent. Es folgen Münster, Dortmund und Osnabrück. Die Friedensstadt lässt TourismusMagnete wie Heidelberg und Freiburg hinter sich.

Noch Luft nach oben″

Nicht berücksichtigt in der Studie sind die Sofa-Touristen Gäste, die bei Freunden oder Verwandten übernachten. Pro Haushalt ermittelten die Experten in Osnabrück 15 Übernachtungen von SofaTouristen im Jahr, die einen zusätzlichen Umsatz von 32 Millionen Euro erzeugen.
Oliver Mix, Geschäftsführer der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH, will in den kommenden Jahren neue Märkte in Süddeutschland, in den Speckgürteln von Bremen und Hamburg, in den Beneluxstaaten und Großbritannien erschließen. Wir haben noch Luft nach oben″, sagte Mix. Marco Graf, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), wies auf die praktische Bedeutung der Studie hin: Die Emotionalität der bunten Bilder″ werde um die betriebswirtschaftliche Wirklichkeit ergänzt.

KOMMENTAR
163 000 Werbeträger

Das Friedensjubiläum von 1998 gilt heute als eine Initialzündung für den Tourismus in Osnabrück. Seither bewirbt die Friedensstadt selbstbewusster ihre Stärken und macht sich bei Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften und Verkehrsunternehmen wie der Bahn interessant. Der Erfolg ist in Euro und Cent messbar, wie die Studie der Tourismus-Experten jetzt zeigt. Dabei berücksichtigt diese Studie noch nicht einmal die wirtschaftlichen Effekte, die das touristisch hochattraktive Umland erzielt. Die Komination von Heilbädern, Naturerlebnis und einer spannenden Großstadt macht den Reiz aus, der gewiss auch Gäste aus fernen Regionen nach Osnabrück locken kann.
Sie zu locken ist nicht nur Aufgabe des Stadtmarketings. Jeder Osnabrücker ist ein potenzieller Werbeträger in eigener Sache. Jeder ist aufgerufen, Freunde und Verwandte neugierig zu machen auf diese Stadt. Das sind 163 000 Werbeträger für Osnabrück höchst wirkungsvoll und völlig kostenlos.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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