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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt entwickelt neues Baugebiet
 
Das nächste große Baugebiet in Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Wie viele Häuser passen in den „Grünen Garten″?
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Auf der Fläche eines früheren Gartenbaubetriebes in Voxtrup entwickelt die Stadt ein neues Baugebiet. Die 1, 7 Hektar gehören den Evangelischen Stiftungen, deren Pläne in der Politik allerdings auf Skepsis stoßen.

Mit jedem neuen Baugebiet muss sich die Stadt jetzt daran messen lassen, ob sie ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird, mehr Wohnraum und außerdem bezahlbar zu schaffen. Beim geplanten Gebiet Grüner Garten″ in Voxtrup kommen jetzt Zweifel auf.

Osnabrück Die Evangelischen Stiftungen Osnabrück haben im Frühjahr dieses Jahres eine Fläche an der Ecke Meller Landstraße/ Am Gut Sandfort erworben, die zuletzt von einem Gartenbaubetrieb genutzt worden war. Etwa 1, 7 Hektar davon sollen bebaut werden mit 21 Einfamilien-, Stadt- und Reihenhäusern, 36 Mietwohnungen in acht Mehrfamilienhäusern und 22 Wohnungen für betreutes Wohnen. Darüber hinaus wollen die Stiftungen ein neues Altenpflegeheim mit 100 Plätzen bauen. Es soll als Ersatz für das Altenheim am Ledenhof dienen, das im Anschluss abgerissen wird.

Geht nicht mehr?

Rund 80 neue Wohneinheiten in Voxtrup: Reicht das? Da äußerten im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss einige Ratsmitglieder Skepsis. Vor allem die hohe Zahl an Einfamilienhäusern stieß auf Unbehagen. Warum nicht mehr Mietwohnungen? Wenn wir schon kostbare Grünflächen bebauen, dann müssen wir sie so effektiv wie möglich bebauen″, sagte Michael Kopatz von den Grünen. Hintergrund: Vor viereinhalb Jahren hatte die damalige Grundstückseignerin umfassende Rodungen durchführen lassen, was im Stadtteil für Aufregung sorgte. Und auch an dieser Stelle entsteht kein bezahlbarer Wohnraum″, kritisierte Kopatz weiter.

Zumindest eine gewisse Anzahl von Sozialwohnungen müssen die Evangelischen Stiftungen dort errichten. Wie jeder Investor müssen sie sich an die Rahmenvorgaben halten, die der Rat vor einem Jahr verabschiedet und in diesem Sommer noch einmal konkretisiert hat. Je nach Quartier hat die Stadt verschiedene Sozialwohnungsquoten festgelegt, die Investoren beim Bau von Mehrfamilienhäusern erfüllen müssen. Für den Bereich Grüner Garten″ liegt die Pflichtquote bei zehn Prozent, das wären also etwa sechs Sozialwohnungen. Nur wer mit geringem Einkommen beim Amt einen Berechtigungsschein erhält, darf in solchen Sozialwohnungen mit maximalen Nettokaltmieten von sieben Euro pro Quadratmeter leben.

Über die Mindestanzahl hinaus möchten wir möglichst mehr machen″, sagte Johannes Andrews, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftungen, unserer Redaktion auf Anfrage. Wie hoch die übrigen Mieten sein werden, darüber könne er noch keine Aussage treffen. Für Preise ist es noch viel zu früh″, so Andrews.

Und weiter: Die Stadt möchte den Grünen Garten als sogenanntes Leuchtturmprojekt″ listen, in dem auch generationenübergreifende oder inklusive Wohnformen entstehen. Die Stiftungen sind laut Andrews im Gespräch mit der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO), außerdem hätten zwei private Wohngruppen bereits Interesse angemeldet, ein Haus gemeinsam zu beziehen. Zurzeit sammeln die Stiftungen die verschiedenen Anfragen.

Und das Klima?

Was die Ausnutzung der verschwindenden Grünfläche umgeht, betont Andrews, dass Richtung Süden (Meller Straße) eine hohe Wohnungsdichte geplant sei, und weiter nördlich eine lockerere Bauweise. Ich meine, wir haben eine gute Mischung für ein stabiles, gutes Wohngebiet für alle Generationen mit Platz für Kinder zum Spielen″, so Andrews. Es geht darum, den uns verfügbaren Platz optimal auszunutzen, aber auch ein lebenswertes Wohngebiet zu schaffen.″

Welche Auswirkungen die geplante Bebauung auf das Stadtklima habe, solle noch untersucht werden, erläuterte Fachbereichsleiter Franz Schürings, denn in diesem Punkt äußerten auch die Vertreter von FDP und UWG Bedenken. Die SPD glaubt nach Aussage von Ratsfrau Susanne Hambürger dos Reis ebenfalls nicht, dass dort günstiger Wohnraum entsteht, stimmte aber trotzdem zu, dass das entsprechende Bebauungsplanverfahren jetzt in die nächste Runde geht und die Öffentlichkeit beteiligt wird. UWG, Grüne und FDP enthielten sich allerdings bei der Abstimmung.

Bildtext:
Rund 1, 7 Hektar an der Meller Landstraße in Voxtrup wollen die Evangelischen Stiftungen Osnabrück bebauen.
Enge Bauweise an der Straße, nach hinten hin lockerer: der Bauplan für den Grünen Garten.
Foto:
Michael Gründel
Grafik:
Stadt OS
Autor:
Sandra Dorn


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