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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Von feixenden Kosmonauten
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf den amerikanisch-sowjetischen Wettlauf zum Mond ins Bild setzte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
West gegen Ost diese Rivalität wurde in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts an verschiedenen Schauplätzen ausgetragen. Unter anderem lieferten sich USA und UdSSR einen Wettlauf ins Weltall. Der inspirierte auch den Osnabrücker Karikaturisten Fritz Wolf.

Osnabrück Nachschauen, ob die Amis 1969 wirklich auf dem Mond waren: Mit dieser nicht ganz ernst gemeinten Begründung hat die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos unlängst ein neues Programm angekündigt, das ihre Kosmonauten in den 2030er-Jahren für 14 Tage auf den Erdtrabanten befördern soll. Damit ließ sie die alte Konkurrenz beider Weltraumnationen aufleben, die Fritz Wolf vor Jahrzehnten ins Bild gesetzt hat.

Die beiden mit Orden dekorierten sowjetischen Kosmonauten haben bei Wolf gut lachen: Während ihre Apollo-13-Konkurrenz gerade der Landefähre entstiegen ist und mit Spaten und Eimer ausgerüstet einen ersten Streifzug durch die Kraterlandschaft des Mondes unternimmt, haben sie es sich in ihrer Luna 15 längst richtig gemütlich gemacht. „… auf die Gesichter bin ich gespannt …″, feixen die Sowjets, derweil der Blaue Planet Mutter Erde den Wettlauf zum und auf dem Mond interessiert betrachtet.

Fritz Wolf spielte hier auf das damals vermeintlich kurz vor dem Durchbruch stehende Mondlandeprogramm der UdSSR an, das die NASA mit Sorgen erfüllte. Tatsächlich landeten weder Sowjets noch die Besatzung der Apollo 13 auf dem Erdtrabanten, denn Letztere musste 1970 nach der Explosion eines Sauerstofftanks unter großen technischen Schwierigkeiten nur kurze Zeit nach dem Start die Rückkehr zur Erde einleiten („ Houston, wir haben ein Problem″).

Als Neil A. Armstrong am 21. Juli des Vorjahres als erster Mensch den Mond betrat, präsentierte Wolf schon einmal eine ähnliche Bildidee: Gemeinsam mit seinem Kompagnon Buzz Aldrin stößt der Astronaut auf einen sowjetischen Raumroboter, der Mondstaub in sein Inneres schaufelt. Kommentar: „… das ist unmenschlich! Der Karikaturist betrachtete den Wettlauf in den Orbit offenbar ausgesprochen skeptisch und mochte in die damalige westliche Raumfahrteuphorie nicht einstimmen.

Einige Jahre zuvor hatte er bereits weltallerobernde Schimpansen aufs Korn genommen. Die Reisetasche mit der Atlas″-Raketen-Werbung lässig geschultert, besteigt einer von ihnen in Luftwaffenuniform die Gangway, während ihn seine Familie am Fuß der Treppe stolz und zuversichtlich verabschiedet. Trotz startbereiter Mercury-Rakete im Hintergrund erinnert die Szenerie an die Abreise amerikanischer GIs nach Europa Elvis Presley lässt grüßen! Fritz Wolf erhob den raumerprobten Menschenaffen nach gesunder Rückkehr auf einem weiteren Blatt gar zum ersten Vertreter der neuen Schimpansen-Spezies Pan Troglodytes Astronatutisens″, der selbstverständlich vor anderen zum Militär eingezogenen Artgenossen über seine Abenteuer doziert.

Mit einer neunteiligen Bildergeschichte zum Thema bewies der Karikaturist indes prophetische Qualitäten: Zunächst holt ein Offizier den leicht verärgerten Affen von seinem geliebten Dreirad, schult ihn auf die Bedienung der Mercury-Rakete und lässt ihn die Erde umkreisen, um ihn schließlich nunmehr in schmucker Uniform auf sein Dreirad zurückzubefördern. Tatsächlich erfreuten raumerprobte US-Affen in den USA dank ihrer hohen Lebenserwartung über viele Jahre so manchen Zoobesucher.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Bildtext:
„… auf die Gesichter bin ich gespannt…″ (1970)
„… und vergiß nicht, daß wir sehr stolz auf dich sind, Bimbo! (1960er-Jahre)
Autor:
Hermann Queckenstedt


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