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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Lauter Speicher″ öffnet seine Türen
Zwischenüberschrift:
Bereits 48 Mietverträge mit Bands / Schlagzeugschule startet im Februar / 70 Räume geplant
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Noch ist der Laute Speicher″ im Hafen eine Großbaustelle, aber die meisten Proberäume, die hier entstehen, sind bereits vermietet. Im Januar wird der erste Bauabschnitt offiziell eröffnet.

Osnabrück Im zweiten Obergeschoss schwingt eine Heavy-Metal-Band zur brachialen Musik die Mähnen, unter dem Dach lässt ein Künstler seinen Pinsel über die Leinwand streichen, Tänzer proben ein paar Türen weiter den Pas de deux, derweil ein Tontechniker im Kiosk, der im Parterre eingerichtet wurde, Softdrinks und Snacks für die Band einkauft, die gerade in seinem Tonstudio ein Demo aufnimmt. Eine Vision? Richtig, denn zurzeit ist der Laute Speicher″ im Hafen noch eine Großbaustelle. In Anbetracht der Tatsache jedoch, dass erst im Juli dieses Jahres damit begonnen wurde, den ehemaligen Bodenspeicher des Heeresverpflegungsamtes″ in einen Lauten Speicher″ umzubauen, ist man der Vision von einem belebten Kreativzentrum schon ein ganzes Stück näher gekommen.

Ich werde hier am 1. Februar meine Schlagzeugschule eröffnen″, sagt Joachim Brüntjen. Bisher betrieb er mit seinem Kompagnon Sven Schipp in der Neulandstraße die Ecole de Batterie″. Als Schipp sich mehr und mehr von der Trommellehrtätigkeit verabschiedete, er sich auf seine benachbarte Möbeltischlerei konzentrierte und schließlich auf die Idee kam, im Kesselhaus″ ein Restaurant zu eröffnen, dachte Brüntjen über Alternativen nach. In der Zeitung las ich von den Investoren, die den Speicher im Hafen in ein Proberaumzentrum verwandeln wollten″, erinnert sich der Musiklehrer. Sofort nahm er Kontakt zu Matthias Folkers von der Osnabrücker Speicher GbR auf. Ein Mietvertrag über zwei Räume, die fortan die Schlagzeugschule beherbergen sollen, wurde abgeschlossen. Den Namen Ecole de Batterie″ nimmt Brüntjen mit in den Hafen, und auch ein Großteil seiner Schüler geht mit ihm in die neuen Unterrichtsräume.

Ansonsten betrachtet Brüntjen dem Umzug als einen Neubeginn: Die Firma, die ich mit Sven Schipp gegründet hatte, haben wir zum Ende des Jahres aufgekündigt. In Zukunft bin ich mein eigener Herr″, betont Brüntjen. Er ist von den Vorteilen überzeugt, die das neue Domizil bieten wird: Schüler proben potenziell in direkter Nachbarschaft mit ihren Bands, und es werden genügend Räume zur Verfügung stehen, um Workshops oder Schülerkonzerte zu veranstalten. Tatsächlich soll mit dem Abschluss der zweiten Bauphase im April nächsten Jahres auch das Parterre-Geschoss mit Kiosk, Gastronomie und größerem Veranstaltungsraum fertiggestellt sein.

Die Eröffnung des ersten Bauabschnitts steht im Januar bevor. Nachdem der ganze Speicher neue Fenster bekommen hatte und die Fassade gedämmt worden war, wurden in vier Geschossen Trockenbauwände eingezogen, flächendeckend Fußbodenheizung installiert und die Elektrik verlegt. So entstanden zunächst 55 Räume, zusätzlich zwei Großräume unter dem Dach, in denen ein Großraumatelier für Künstler und Tanzschulen untergebracht werden sollen.

Wir haben bereits 48 Mietverträge mit Bands abgeschlossen″, erklärt Carsten Gronwald. Im Auftrag der Investorengruppe kümmert er sich um die Akquise von Mietern und um die Betreuung der Bands. Da er zuvor die Proberäume am ehemaligen Güterbahnhof managte, hat er beste Kontakte zur Szene. Am Güterbahnhof ist für mich der letzte Zug abgefahren″, sagt Gronwald mit einem Stoßseufzer, weil er dort ständig Ärger mit der Eigentümerin des Areals hatte. Jetzt freut er sich, im Speicher einen neuen Hafen″ gefunden zu haben. Die Bands, die zuvor am Bahnhof geprobt haben, hat er größtenteils im neuen Kreativzentrum untergebracht. Die andere Hälfte der Mietverträge im Speicher konnte er mit Musikern abschließen, die vorher in den Britenbaracken am Limberg geprobt haben.

Trotz des höheren Mietzinses (11, 60 Euro inklusive Nebenkosten pro Quadratmeter), der im Speicher verlangt wird, ist die Nachfrage nach Räumen groß: Allein während des Pressetermins am Hafen melden sich per SMS wieder drei Interessenten bei Gronwald. Wenn wir am 15. Januar eröffnen, werden 55 Räume vermietet sein, hauptsächlich an Bands. Aber wir werden beispielsweise auch ein Tonstudio beherbergen″, erklärt Folkers von der Speicher GbR.

Im April werden es schließlich insgesamt 70 Räume sein. Wenn dann immer noch Nachfrage besteht, können wir zusätzlich den Keller ausbauen″, betont der Investor, der die beiden Speicher zusammen mit Martina Bensmann-Krebs sowie den Brüdern Max und Benedictus Lingens gekauft hatte. Wenn der Laute Speicher″ komplett fertiggestellt ist, wird das Investoren-Quartett mit der Sanierung des benachbarten Leisen Speichers″ weitermachen, in dem Büroräume für Start-ups, Verbände, Kreativunternehmen und Kulturvereine sowie Ateliers entstehen sollen.

Bildtexte:
Machen es sich schon mal gemütlich: Investor Matthias Folkers, Joachim Brüntjen von der Ecole de Batterie″ und Bandkoordinator Carsten Gronwald (von links).
Renovierung: Viele Fenster wurden bereits ausgetauscht.
Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
Tom Bullmann


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