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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
AfD mobilisiert vor allem ihre Gegner
Zwischenüberschrift:
Parteitag im Heinz-Fitschen-Haus hinter verschlossenen Türen / Florian Meyer ist neuer Kreisparteichef
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
20 bis 30 AfD-Parteigänger im Heinz-Fitschen-Haus, mehrere Hundert Demonstranten davor: Die AfD mobilisierte gestern beim Kreisparteitag vor allem ihre Gegner.

Osnabrück Dass politische Parteien die Medien von ihren Parteitagen berichten lassen, ist in Deutschland eine Regel, von der es nur ganz selten Ausnahmen gibt. Die Osnabrücker AfD gehört zu den wenigen, die ihr Recht in Anspruch nehmen, eine solche Ausnahme zu machen. So auch am Sonntag.

Zum Parteitag, auf dem ein neuer Vorstand für den gemeinsamen Stadt- und Kreisverband gewählt werden sollte, wurden die Presse-Vertreter von NOZ Medien und dem NDR nicht zugelassen. Das teilte das AfD-Mitglied Rolf-Rüdiger Wandtke aus Bad Iburg den wartenden Journalisten mit.

Nachdem im September der komplette Vorstand der Osnabrücker AfD vom Landesverband zum Rücktritt gedrängt worden war, weil zwei Mitglieder des Vorstandes und ein Fraktionsmitarbeiter ein Neonazi-Musikfestival besucht haben sollen, war seither der Hannoveraner Bundestagsabgeordnete Jörn König der Sprecher der Osnabrücker AfD. Erst am späten Sonntagabend teilte König per Pressemitteilung mit, dass das Bramscher AfD-Mitglied Florian Meyer zum neuen Kreisparteichef gewählt wurde. Mark Mecklenburg ist neuer stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Osnabrück.

Der einzige AfD-Vertreter, der sich der Kommunikation im Rahmen des Kreisparteitags am Sonntag nicht verweigerte, war der eingangs erwähnte Rolf-Rüdiger Wandtke. Der verließ die polizeilich gesicherte Bannmeile rund um das Heinz-Fitschen-Haus und ging zu den Vertretern der Satire-Partei Die Partei″, die der AfD hatten ausrichten lassen, ein Geschenk übergeben zu wollen. Das Geschenk war eine Duschgel-Flasche mit der Aufschrift Erste Wahl bei AfDerjucken″. Rolf-Rüdiger Wandtkes Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen: Vor Weihnachten nehme ich keine Geschenke an.″

Nach Angaben der Polizei, die das Gebiet um das Heinz-Fitschen-Haus weiträumig abgesperrt hatte, waren zwischen 20 und 30 AfD-Mitglieder zum Parteitag erschienen. Ihnen gegenüber standen laut Gewerkschaftsbund, der zur Kundgebung aufgerufen hatte, mehrere Hundert Demonstranten. Adressat des Protests war allerdings nicht nur die AfD, sondern auch die Osnabrücker Stadtverwaltung, die der migrationskritischen Partei für ihre Veranstaltung das Heinz-Fitschen-Haus zugewiesen hatte. Normalerweise ist das Gebäude der Stadtteiltreff des Schinkels, die Integration von Zuwanderern gehört hier zu den wichtigsten Zielen. Unser Protest richtet sich auch gegen den Oberbürgermeister, der zugelassen hat, dass die AfD ausgerechnet hier ihren Parteitag abhält″, sagte DGB-Sprecher Olaf Cramm.

Auch Anne Fitschen, Witwe des früheren Sozialdezernenten Heinz Fitschen, gehörte zu den Kritikern. Auf der Demonstration bedankte sie sich bei den Helfern, die für die Kundgebung mobilisiert hatten, und bei den Mitarbeitern des Heinz-Fitschen-Hauses, die in den letzten Tagen einiges aushalten mussten.″ Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählte Anne Fitschen, dass sie noch versucht hatte, die Räume des Hauses, das den Namen ihres Mannes trägt, für den Sonntag zu mieten. Mitarbeiter der Stadt hätten ihr dann aber freundlich erklärt, dass sie die Raumvergabe an die AfD damit nicht verhindern könne.

Die Demonstration, die um 12 Uhr begonnen hatte, löste sich knapp zwei Stunden später langsam auf. Laut DGB-Sprecher Olaf Cramm gab es noch eine kurze Auseinandersetzung mit AfD-Mitgliedern, die den Parteitag durch die ausgedünnte Kundgebung verließen und sich dabei deutliche Worte hätten anhören müssen. Davon abgesehen sei alles zur absoluten Zufriedenheit der Organisatoren verlaufen: Zum Schluss sind sogar noch einige Anwohner gekommen und haben beim Aufräumen geholfen.″

Bildtexte:
500 Demonstranten zählte der Veranstalter, 360 die Polizei. Die Demo vor dem Heinz-Fitschen-Haus im Schinkel blieb friedlich.
Vergeblich: Michael Wille (links) von der Satire-Partei Die Partei″ versuchte, dem Bad Iburger AfD-Politiker Rolf-Rüdiger Wandtke ein Geschenk zu überreichen. Rechts NDR-Mitarbeiterin Kerstin Staben.
Foto:
Michael Gründel, Hendrik Steinkuhl
Autor:
Hendrik Steinkuhl


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