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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ledenhof-Altenheim wird abgerissen
 
Altenheim am Ledenhof wird abgerissen
Zwischenüberschrift:
Betreutes Wohnen mit rund 40 Einheiten / Investition von 12 bis 15 Millionen Euro
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Die Evangelischen Stiftungen Osnabrück wollen das Diakonie-Altenheim am Ledenhof abreißen. An seiner Stelle soll betreutes barrierefreies Wohnen entstehen. Das angedachte Finanzierungsmodell ist ungewöhnlich.

Der Ledenhof wird in den kommenden Jahren sein Gesicht verändern. Die Evangelischen Stiftungen haben Pläne für den größten Gebäudekomplex am Platz.

Osnabrück Ihnen gehört das von der Diakonie betriebene Alten- und Pflegeheim Haus Ledenhof″.

Das Altenheim mit seinen 94 Plätzen ist in die Jahre gekommen und soll abgerissen werden. In Voxtrup wollen die Evangelischen Stiftungen als Ersatz dafür eine neue stationäre Pflegeeinrichtung bauen. Am Ledenhof soll stattdessen betreutes Wohnen entstehen. Partner bei den dazugehörigen Pflegeleistungen wird die Diakonie Osnabrück.

Geplant ist ein dreistöckiger Komplex mit rund 40 Wohnungen, die zwischen 30 und 80 Quadratmeter groß sein sollen, erläutert Johannes Andrews, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftungen Osnabrück. Das Gebäude soll sich bis in die neue Münze hinein erstrecken und die bestehende Lücke zwischen Haus Ledenhof und den historischen Handwerkerhäuschen am Kogge-Spielplatz schließen, in denen sich unter anderem die Eisdiele Schlecks″ befindet.

Mehr als 5000 Quadratmeter Nutzfläche stünden zur Verfügung, erläutert Andrews. Wir werden die Alte Münze nicht mit einem riesigen Baukörper erdrücken″, so Andrews. Ob auf die drei geplanten Geschosse noch ein viertes Staffelgeschoss gesetzt werde, stehe noch nicht fest. Das Investitionsvolumen beziffert er mit 12 bis 15 Millionen Euro. Das Grundstück gehört den Evangelischen Stiftungen.

Überlegungen, im Erdgeschoss eine Kindertagesstätte unterzubringen, haben sie wieder verworfen, weil dort zu gewissen Jahreszeiten kein Sonnenlicht hinkommt″, so Andrews. Stattdessen soll ein gastronomisches Angebot ins Erdgeschoss einziehen. Und auch die Kirchenkreisjugend soll einen Raum nutzen können. Für die Bewohner des Hauses soll ebenfalls im Erdgeschoss ein Gemeinschaftsraum entstehen, damit sie eine Gemeinschaft bilden können. Auch ein zentraler Empfangsbereich mit Concierge ist geplant.

Auf Lebenszeit

Die Nachfrage nach betreutem Wohnen in zentraler Lage sei hoch, berichtet Sabine Weber, Geschäftsführerin Altenhilfe der Osnabrücker Diakonie, insbesondere bei Menschen über 80 Jahren. Das Finanzierungsmodell, das die Evangelischen Stiftungen anbieten wollen, ist ungewöhnlich: Die künftigen Bewohner sollen die Möglichkeit bekommen, mit einem Schlag ein Wohnrecht auf Lebenszeit zu erwerben, ohne monatliche Miete zahlen zu müssen. Der Grundgedanke dabei: Sie verkaufen ihr Einfamilienhaus und ersetzen es durch die barrierefreie Mietwohnung, die sie bis zu ihrem Tod nutzen können. Wie teuer das wird, ist noch offen. Die Kosten sind noch nicht absehbar″, sagt Andrews mit Blick auf die derzeit überall hohen Baukosten. Es gehört aber zum Selbstverständnis der Evangelischen Stiftungen, ihr Geld gut einzusetzen.″

Bis es soweit ist, dass am Ledenhof die Bagger anrollen, wird noch viel Zeit vergehen. In Voxtrup, wo die Evangelischen Stiftungen auf dem 4, 8 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Gartenbaubetriebs nicht nur die neue stationäre Einrichtung, sondern auch 79 Wohnungen errichten wollen, ist noch nicht einmal das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen.

Derzeit gehen die Stiftungen davon aus, Ende 2019, Anfang 2020 in Voxtrup zu bauen. Erst wenn die neue Alten- und Pflegeeinrichtung dort fertig ist, kann der Abriss des Hauses Ledenhof beginnen, erläutert Andrews. Der Neubau könnte 2021 oder 2022 starten.

94 Plätze bietet das Haus Ledenhof, 100 soll das neue Haus am Grünen Garten″ bekommen. Ein Aufnahmestopp für den Ledenhof sei nicht geplant, sagt Sabine Weber, Geschäftsführerin Altenhilfe der Osnabrücker Diakonie. Stattdessen wolle man neue Bewohner auf den anstehenden Umzug hinweisen: Für jeden Bewohner steht dann ein Zimmer im neuen Haus bereit.″

Bildtext:
In die Jahre gekommen: Das Altenheim am Ledenhof wird voraussichtlich 2021 oder 2022 abgerissen.
Der V-förmige Neubau wird weiter in die Alte Münze hineinragen als das bisherige Altenheim.
Foto:
Gert Westdörp
Grafik:
assmann Münster

Kommentar
Zentral

Für die Stadt Osnabrück bietet sich mit den Abrissplänen für das Altenheim die Chance, dass der Ledenhof noch stärker aufgewertet wird als ohnehin schon vorgesehen: Im kommenden Jahr sollen Ideen für dessen Umgestaltung des reichlich abgenutzten Platzes reifen die Fördermittel dafür stehen bereits zur Verfügung.

Gleichzeitig wird der demografische Wandel dann auch im Zentrum sichtbar: Wer einen Platz in der betreuten Wohnanlage ergattert, wird sich glücklich schätzen können. Bei Bedarf kommt ein Pflegedienst, und die Lage mitten in der Stadt ist das, was sich die meisten Senioren für ihren Lebensabend erträumen.

Der Bedarf nach solchen Wohnformen wird weiter wachsen. Ob sich dieses Privileg jeder leisten kann, das wird die entscheidende Frage sein. Die Evangelischen Stiftungen werden sich gut überlegen müssen, welchen Einkommensgruppen sie diese Wohnlage ermöglichen wollen und können.
Autor:
Sandra Dorn


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