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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schmierereien auf Johannisfriedhof
Zwischenüberschrift:
Auch Gräber von Kindern betroffen / Staatsschutz ermittelt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Unbekannte haben in den vergangenen Tagen eine Gräberstätte für Todesopfer des Zweiten Weltkriegs mit roter Farbe beschmiert unter anderem sind dort Frauen und Kinder begraben. Ob die aus Sandstein gefertigten Grabsteine gereinigt werden können, ist aktuell noch unklar. Derweil hat der Staatsschutz der Polizei Ermittlungen aufgenommen.

Osnabrück Am vergangenen Wochenende gedachten Osnabrücker Bürger anlässlich des Volkstrauertages noch der Toten aus den Weltkriegen auch am denkmalgeschützten Johannisfriedhof entlang des Hauswörmannswegs im Osnabrücker Stadtteil Schölerberg. Doch am Montagmorgen stießen Mitarbeiter des Osnabrücker Servicebetriebs (OSB) auf zahlreiche mit roter Farbe beschmierte Grabsteine unweit der Friedhofskapelle. 22 von ihnen wurden von Unbekannten angemalt oder angesprüht. Keine Opfer, sondern Täter″, schrieben die Verursacher auf die Grabsteine aus hellem Sandstein. Zu sehen sind in diesen Tagen noch die Lichter, die am Wochenende vor die Grabsteine gestellt wurden. Auf dem Gräberfeld wurde außerdem noch ein weiterer Gedenkstein für während des Zweiten Weltkriegs gestorbene Menschen in Mitleidenschaft gezogen.

Kollegen haben die Sachbeschädigung am Montagmorgen entdeckt und direkt die Polizei informiert″, sagt Katrin Hofmann, Pressesprecherin des OSB. Jetzt werde geprüft, ob der Sandstein von der roten Farbe gereinigt werden kann. Das muss schnell geschehen, denn nur dann besteht die Möglichkeit, dass man die Farbe aus dem Material wieder herausbekommt″, so Hofmann weiter. Die Reparatur der denkmalgeschützten Grabsteine werde in jedem Fall nicht günstig, wenn sie denn überhaupt möglich ist.

Der Johannisfriedhof ist im eigentlichen Sinne kein Friedhof mehr, sondern ein denkmalgeschützter Park mit Friedhofscharakter. Schon lange werden hier keine neuen Gräber mehr ausgehoben. In der sogenannten 1. Abteilung an der Ecke Hauswörmannsweg/ Magdalenenstraße ist ein Gräberfeld angelegt, in dem Menschen ruhen, die bei den Bombenangriffen auf Osnabrück in den Jahren 1943 bis 1945 ums Leben kamen. Dazu gehören neben Soldaten und Reichsbahnpersonal auch Zivilpersonen Frauen, Männer und Kinder. Genau in diesem Bereich haben die Täter ihre Schmierereien aufgebracht.

Weil die Grabsteine offenbar nicht wahllos bemalt wurden und eine politische Botschaft zu erkennen ist, hat mittlerweile der Staatsschutz bei der Osnabrücker Polizeiinspektion die Ermittlungen aufgenommen, wie Sprecher Frank Oevermann auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt. Hinweise zu der Tat liegen dort bis jetzt jedoch nicht vor.

Ähnliche Tat in Hellern

Dass wie auch immer motivierte Täter auch vor Friedhöfen nicht zurückschrecken, musste zuletzt auch der Bürgerverein Schinkel-Ost schmerzlich erleben: Unbekannte hatten vom Eisenbahnerdenkmal auf dem Schinkeler Friedhof zwei Metallplatten mit den Namen von gefallenen Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg entwendet. Offenbar handelte es sich hierbei jedoch nicht um eine politisch motivierte Straftat, sondern eher um Beschaffungskriminalität.

Anders sah es Ende Juli dieses Jahres bei einer Tat auf dem Friedhof in Hellern aus. Dort hatten Unbekannte Symbole aus der linken Szene auf ein Kriegerdenkmal gesprüht. Wie beim aktuellen Fall fand sich auch hier die Parole Keine Opfer, sondern Täter″.

Bildtext:
Unbekannte haben auf dem Osnabrücker Johannisfriedhof ein Gräberfeld mit roter Farbe beschmiert. Betroffen sind auch Gräber von Frauen und Kindern, die bei Bombenangriffen in den Jahren 1943 bis 1945 ums Leben kamen.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Sebastian Philipp


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