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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Fotograf vor der eigenen Kamera
Zwischenüberschrift:
Wilhelm Piepmeyer und die Johannisstraße 1897 in Szene gesetzt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Mit Weste, Uhrenkette, Gehrock und gepflegtem Vollbart setzt sich der Amateurfotograf Wilhelm Piepmeyer 1897 selbst in Szene. Er steht vor der Tabakfabrik in der Johannisstraße 130, die er mit seinem Bruder Bernhard betrieb. Sie war 1835 gegründet worden.

Wilhelm Piepmeyer (1853–1918) war einer der frühen Fotoamateure Osnabrücks. Seine ersten Bilder hat er zu Beginn der 1890er-Jahre aufgenommen.
Zu seinen Motiven zählten seine Familie, aber auch Freunde beim Skatspielen und Feste in der Stadt. Zudem hielt Piepmeyer Straßenzüge, Plätze und Häuser Osnabrücks und der näheren Umgebung fest wie eben hier die Johannisstraße, in der er sein Geschäft betrieb. Sie war Ende des 19. Jahrhunderts bereits eine lebhafte Geschäftsstraße, wie die zahlreichen Pferdefuhrwerke am Straßenrand beweisen. Große Schaufensterfronten gab es damals indes noch nicht und die Straße war stadtauswärts noch nicht komplett bebaut.
Die Bilder wurden stadteinwärts aufgenommen. Im Hintergrund sind die Türme von St. Johann zu sehen. Die Fotografen standen zwischen dem Wall und dem Rosenplatz. Auf der historischen Fotografie ist rechts in der Bildmitte die Einmündung des Petersburger Walls zu erkennen. Damals war der Wall wie auch die Johannisstraße noch nicht so stark ausgebaut. Dies geschah erst nach dem Zweiten Weltkrieg: Am Palmsonntag 1945 wurde die Neustadt weitgehend zerstört. Kaum ein Gebäude an
der Johannisstraße blieb stehen.
Auch das Haus, in dem die Brüder Piepmeyer ihre Tabakfabrik betrieben, steht heute nicht mehr. Es ist das helle Haus, von dem nur ein Streifen am linken Rand der historischen Aufnahme zu erkennen ist. Es stand an der Einmündung der Spindelstraße. In seiner Freizeit engagierte sich Wilhelm Piepmeyer nicht nur für die damals moderne Fotografie. Er war Führer der Osnabrücker Welfenpartei. So wurde die Deutsch-Hannoversche Partei (DHP) genannt. Es war eine konservativ-föderalistische Partei in Preußen und im Deutschen Reich, die die Restauration der welfischen Dynastie anstrebte.
Die Nummerierung der Häuser an der Johannisstraße ist untypisch für das heutige Osnabrück. Sie beginnt mit der Nummer 1 am Petersburger Wall. Dann folgen in Richtung Neumarkt die höheren Hausnummern bis zur Nummer 59 vor dem Landgericht. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es mit der Nummer 63 weiter. Die Hausnummern steigen an, während die Nummer 144 neben der Nummer 1 in der Nähe des Rosenplatzes zu finden ist. Versuche der Stadt, dies an die heute übliche Nummerierung anzupassen, scheiterten bislang.

Bildtext:
Der Amateurfotograf Wilhelm Piepmeyer zeigt sich 1897 vor der Tabakfabrik B. A. Piepmeyer, die er damals gemeinsam mit seinem Bruder Bernhardt in der Johannisstraße 130 betrieb. Offenbar wurde es mit Selbstauslöser aufgenommen.
Verbreitert wurde die Johannisstraße wie viele Straßen Osnabrücks nach dem Zweiten Weltkrieg.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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