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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Osnabrück? Enttäuschend schön!″
Zwischenüberschrift:
Wie die „Fernreisegruppe Unterbayern″ den Besuch in der Friedensstadt erlebte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Statt nach Heidelberg, Rüdesheim oder Rothenburg ob der Tauber fährt die Fernreisegruppe Unterbayern″ ganz bewusst in nicht ganz so beliebte Orte. Nun waren die fünf Männer in Osnabrück und begeistert von der Stadt.

Osnabrück Kommen fünf Bayern nach Osnabrück. Was klingt wie der Anfang eines Witzes, hat sich in der vergangenen Woche abgespielt. Pünktlich zum Westfalentag traf die Fernreisegruppe Unterbayern″ per Bahn in Osnabrück ein, um die nächsten vier Tage in der Hasestadt zu verbringen.

Die fünfköpfige Truppe hat mediale Bekanntheit erlangt, da sie sich für ihre Trips extra Städte aussucht, die nicht unbedingt als touristische Hochburgen gelten. Diese müssen zudem gut per Zug erreichbar sein, mehr als 100 000 Einwohner haben und dürfen auch gerne einen schlechten Leumund haben. Statt nach Hamburg oder Berlin geht es also dahin, wo nicht jeder unbedingt hinwill.

Das hat nichts mit bayerischer Überheblichkeit zu tun: Wir wollen Unbekanntes entdecken und vor allem rausfinden, wie ein Ort und seine Bewohner ticken″, betont Gruppenmitglied Alfred Stuiber, auf dessen Idee die Reisegruppe im Jahr 2011 entstand. Damals landeten die fünf Männer aus der bayerischen Oberpfalz, die sich einst beim Zivildienst kennenlernten, in Wuppertal. Dort wurden wir immer wieder und fast schon schockiert von den Einwohnern gefragt, warum wir denn ausgerechnet Wuppertal als Urlaubsziel auserkoren haben. Diese Frage wollten wir daraufhin in jedem Urlaub gestellt bekommen″, sagt Max Irl und lacht.

Mittlerweile sind die Männer Mitte 30 und haben neben Wuppertal mehr oder minder schöne Orte wie Duisburg, Paderborn, Saarbrücken und Herne besucht und jetzt eben Osnabrück. Eine wirklich gute Wahl, finden sie. Osnabrück ist enttäuschend schön″, konstatiert Stuiber. Mit sehr beeindruckenden Staus im Stadtverkehr, wie wir schon bei unserer Ankunft feststellen konnten″, findet Peter Heuberger und lacht. Doch Scherz beiseite: Die Gruppe war von Tag zu Tag mehr angetan von Osnabrück und den Osnabrückern.

Wir sind eine größere Gruppe, laut und sehr kontaktfreudig, daher sind wir hier überall mit den Leuten ins Gespräch gekommen. Passend zu uns sind die Osnabrücker ebenfalls sehr offen und dabei sympathisch bodenständig″, sagt Alex Wenta. Es gab immer sofort Tipps, was sich hier lohnt. Das war richtig super″, findet Irl.

Selbst in der Fußgängerzone wurde die Truppe mehrmals angesprochen, wohl auch wegen ihrer auffälligen Jeans-Westen mit Aufnähern der besuchten Städte und des Gruppennamens, der übrigens ein Scherz ist: Unterbayern gibt es als regionale Bezeichnung überhaupt nicht. Natürlich werden die Westen demnächst auch Osnabrück-Aufnäher zieren, die sich die Männer in der Tourist-Info besorgten.

Nach einem Besuch im Made in Osnabrück″-Atelier der Designerin Katrin Lazaruk, die für ihre Tapeart (Kassetten-Kunst) bekannt ist, sahen sich die Männer natürlich auch das an, was sich viele Besucher ansehen: Dom, Friedenssaal, Nussbaum-Haus. Vier der Unterbayern″ wagten sich im L& T-Sporthaus auf die Hasewelle.

Die Abende und Nächte wurden in diversen Restaurants verbracht, danach wurde bis in die Morgenstunden das Osnabrücker Kneipenleben inspiziert und für sehr gut befunden. Wir haben auf unseren Fahrten selten so gut gegessen wie in Osnabrück″, schwärmt Stuiber. Seine Freunde und er achten übrigens stets darauf, vom Hotel bis zur Kneipe möglichst nur Orte aufzusuchen, die zu keiner Kette gehören. Wir wollen das Individuelle der Stadt sehen und nicht das, was es überall gibt″, sagt Alex Wenta.

Und die entsetzte Frage, warum man denn ausgerechnet in Osnabrück Urlaub macht, kam die auch? Ja klar, gleich am ersten Abend von einer Bedienung im Restaurant″, freut sich Irl. Dieses Ziel wurde also schnell erreicht. Und sollte man ihn daheim fragen, was man denn in Osnabrück machen kann, weiß Stuiber auch schon, was er antworten wird: Surfen natürlich.″

Bildtexte:
Bayern, die auf Bilder starren: Die Fernreisegruppe Unterbayern″ schaut sich die Gesandten-Porträts im Friedenssaal des Rathauses an.
Für einen Eintrag ins Goldene Buch ist die Fernreisegruppe″ (noch?) nicht berühmt genug. Aber im für jedermann zugänglichen Gästebuch verewigten sich die Männer natürlich.
Als laut und sehr kontaktfreudig″ beschreiben sich Alex Wenta, Peter Heuberger, Max Irl, Alfred Stuiber und Martin Dörfler (von links) selbst.
Was man in Osnabrück eben so macht als Tourist aus Bayern: Surfen. Foto: Peter Heuberger
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Corinna Berghahn


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