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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Voll auf Plastik
Zwischenüberschrift:
Klimabotschafter der Ursulaschüler inszenieren Theaterstück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Um ein Thema, das gerade weltweit für Aufsehen sorgt, geht es in Plasticbusters″, einem Theaterstück, das nun in der Aula der Ursulaschule uraufgeführt wurde: Umweltverschmutzung, speziell durch Plastikmüll.

Osnabrück 14 Klimabotschafter aus den Jahrgangsstufen sieben und acht haben das Stück selbst geschrieben und beeindruckten damit jetzt mehr als 280 Zuschauer nachhaltig.

Gesa Lilith Feldmann (12) spielt die selbstverliebte, Plastik liebende Bürgermeisterin Violet Purpleplum, die um ihre Wiederwahl kämpft. Um das leidige Problem mit dem Plastikmüll zu lösen, will sie aus dem Material Statuen bauen lassen natürlich Statuen ihrer selbst. Dabei hofft sie auf die Unterstützung der Plasticbusters (englisch für Plastikbekämpfer). Problem aufgegriffen

Die Rechnung wäre auch fast aufgegangen, hätte es nicht Jean gegeben: Jakob Haferkamp (12) brilliert in seiner Rolle als Idealist, als Kämpfer, der sich gegen die Obrigkeit stellt. Er weist die Plasticbusters auf den Widerspruch zwischen ihrem Namen und Tun hin und überzeugt die Gruppe, sich für eine Welt ohne Plastik einzusetzen. Gemeinsam statt einsam, so das Leitmotiv, weist man die Bürgermeisterin in ihre Schranken und gelangt zusammen zu der Erkenntnis, dass es nie zu spät ist, die Welt zu verändern.

Mit Foto-Einspielern von vermüllten Stränden und Meeren, Vögeln mit Plastikteilen im Schnabel, überquellenden Abfalltonnen und Fragen wie Möchtest du, dass in Zukunft mehr Müll als Fische im Meer ist? Muss erst das Mikroplastik bei uns im Körper wieder ankommen? regen die 14 Schauspieler das Publikum immer wieder zum Nachdenken an. Uns geht es nicht darum zu sagen: Du bist schlecht, nur weil du Plastik verwendest. Vielmehr möchten wir animieren, Plastik zu reduzieren und den Konsum gering zu halten″, erklärt Haferkamp, und Emily Sophie Glomb ergänzt, die Botschaft des Stückes sei das Wir″-Konzept.

Tobias Romberg, seit 2011 Initiator und Leiter der AG, in der über 40 Schüler aktiv sind, hatte im März die Idee zu dem Klimastück.

Wolfgang Gerdes, Theaterpädagoge und Geschäftsführer des Fachverbandes Schultheater Darstellendes Spiel in Niedersachsen und Lehrer an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer, sicherte ihm Unterstützung zu. Ich kenne Gerdes noch aus gemeinsamer Studienzeit, er bot sofort an, die Themen Plastik und Theater zusammenzubringen″, erzählt Romberg.

Über mehrere Monate wurden die Grundlagen des Theaterspiels geprobt, ästhetische Mittel besprochen, Ideen entwickelt, Texte zusammengeschrieben und Performances überlegt. Es war eine spannende Aufgabe, und die Gruppenprozesse ließen eine Persönlichkeitsentwicklung erkennen″, betont Gerdes und kündigt an, dass er die Gruppe auch in Zukunft gerne in beratender Funktion unterstützen würde.

Tobias Romberg als wirklicher , Plasticbuster′ der Ursulaschule und der Stadt Osnabrück, die Schauspieler, Wolfgang Gerdes und Christian Koltermann haben uns mit viel Herzblut und Engagement das Thema nahegebracht, und seit letzter Woche wissen wir: Plastik ist auch in uns″, so Schulleiterin Daniela Boßmeyer-Hoffmann nach der Uraufführung, zu der das Publikum stehend Beifall spendet.

Bürgermeisterin Violet hat uns Politikern den Spiegel vorgehalten. Durch das Theaterstück kann jeder sein eigenes Handeln hinterfragen″, findet auch Bürgermeister Burghard Jasper und fügt hinzu: Die Klimabotschafter haben bereits Impulse in der Ratsarbeit gesetzt.″

Laut Europäischer Kommission hinterlässt in Deutschland jeder Einwohner jährlich im Durchschnitt 37, 4 Kilogramm Plastikmüll. Millionen Tonnen der Plastikflut landen jedes Jahr in den Ozeanen, schaden Tieren und der Natur. Der Plastikmüll kommt als Mikropartikel in unsere Körper zurück; wie gesundheitsschädlich das ist, ist noch nicht geklärt. Plasticbuster″ Romberg und seine Klimabotschafter jagen derweil weiter nach Plastik und setzen sich nun für ein strohhalmfreies Osnabrück ein.

Bildtext:
Bürgermeisterin im Plastikwahn: Im ihrem Theaterstück beschäftigten sich die Schüler mit den Folgen des allgegenwärtigen Kunststoffes.
Foto:
Osterfeld
Autor:
Monika Vollmer


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