User Online: 4 | Timeout: 19:24Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Pfützen, wo einst Teiche waren
Zwischenüberschrift:
Seen und Flüsse ausgetrocknet / Trinkwasserversorgung in der Region gefährdet?
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Das Icker Loch in Belm ist nur noch eine Pfütze, und so mancher private Hausbrunnen gibt nach der monatelangen Trockenheit nichts mehr her. Gefährden sinkende Grundwasserstände auch die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser? Ist der Gütertransport auf den Wasserstraßen der Region ähnlich beeinträchtigt wie auf dem Rhein?

Osnabrück Letzteres kann Monika Tiegel, beim Wasser- und Schifffahrtsamt Minden zuständig für Gewässerkontrolle und Wasserwirtschaft, nur verneinen: Auf dem Mittellandkanal und dem Stichkanal seien die Wasserstände ganz normal″, weil in die künstlichen Wasserstraßen Wasser aus der Weser gepumpt werde. Deren Wasserspiegel allerdings weise trotz des Regens der vergangenen Tage einen Rekord-Tiefstand auf; die Oberweser sei nicht mehr befahrbar. In Porta Westfalica lag der Pegel am Dienstag vergangener Woche bei 91 Zentimetern; bis dahin waren 92 Zentimeter am 15. September 1991 historischer Tiefstand nur noch übertroffen von 59 Zentimetern am 14. Oktober 1921, gemessen allerdings am Oberlauf-Pegel von Hannoversch Münden.

In der Fahrrinne hatten die Schiffe in Porta Westfalica bei dem niedrigen Pegelstand und dem Abzug für den Tiefgang nur noch 61 Zentimeter Wasser unter dem Kiel, was zu Einschränkungen im Begegnungsverkehr führte. Von Minden stromabwärts sei die Fahrrinnentiefe aber gewährleistet.

Durch das bisschen Regen noch so gut wie nichts getan″ hat sich nach den Worten von Ulrich Schierhold, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes U 96 Hase-Bever, an den Pegelständen der Hase in Lüstringen und Eversburg sowie der Düte jenseits der Landesgrenze in Lotte-Wersen. Der verhindert gerade mal, dass es staubt, sagte Schierhold und unterstrich: Da fehlt Niederschlag in beträchtlicher Menge. Es müsste wirklich deprimierendes Wetter werden.″

Der Unterhaltungsverbandsgeschäftsführer verwies für die Details auf das Internetportal pegelonline des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das auch den Düte-Pegel in Wersen mit erfasst. Die Düte, so erklärte er noch, reagiere wesentlich schneller auf Niederschlagsereignisse, weil sie hydraulisch etwa durch bauliche Maßnahmen im Oberlauf anders beeinflusst werde. Im Vergleich zur Hase sei das Auf und Ab dort etwas lebhafter″. Aber auch am Eversburger Pegel der Hase mache sich im Vergleich zu Lüstringen bemerkbar, dass der Fluss die Stadt mit ihren vielen versiegelten Flächen durchquert hat.

Der Lüstringer Haselpegel an der Sandforter Straße wies am 25. Oktober einen Stand von 76 Zentimetern auf. Zum Vergleich: In den Jahren 2008 bis 2017 lag der niedrigste Wert bei 72, der höchste bei 287 Zentimetern. In Eversburg (Glückaufstraße/ Von-Kerssenbrock-Allee) waren es am 25. Oktober 24 Zentimeter (Vergleichswerte: 21/ 305 Zentimeter), am Dütepegel unterhalb der Mühle Bohle in Wersen 58 Zentimeter (Vergleichswerte 55/ 367 Zentimeter).

Wir merken schon, dass in den letzten fünf, sechs Jahren der Grundwasserspiegel gesunken ist″, räumte Olaf Lietzke vom Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd ein. Die Brunnen seien aber tief genug, das Grundwasser aktuell ausreichend. Da muss es schon einige Jahre trocken sein.″ Ein Problem sei vielmehr die technische Herausforderung, wenn an heißen, trockenen Sommertagen bei extremen Abnahmemengen alle gleichzeitig″mit Wasser versorgt werden müssen.

Lietzke wies aber auch auf lokale Unterschiede und Besonderheiten hin: Während die Brunnen in Georgsmarienhütte 60 bis 80 Meter tief seinen, gebe es in Glandorf bei Sandboden und vielen nur 20 Meter tiefen Brunnen eher jahreszeitliche Schwankungen der Fördermengen. Bei einigen Brunnen ist in den letzten zehn Jahren der Wasserstand um zehn Zentimeter gesunken″, berichtete er.

Ausreichend Reserven

Sein Kollege Ralph-Erik Schaffert vom Wasserverband Bersenbrück bestätigte, dass ein Jahr Trockenheit für die Trinkwasserversorgung überhaupt kein Problem″ sei. Wir haben ausreichend Grundwasserreserven und merken das so gar nicht″, sagte der WVB-Geschäftsführer und verwies auf die Mächtigkeit der wasserführenden Schicht, die zum Teil 80 Meter stark sei: Das ist eher ein Problem der Oberflächengewässer und der Landwirtschaft.″

Die musste wegen der Dürre in den vergangenen Monaten zusätzlich bewässern und/ oder teils beträchtliche Ernteeinbußen hinnehmen. Hinzu kommt, dass etwa in Westerkappeln kurz hinter der Landesgrenze im Tecklenburger Land noch besonders viele Häuser im Außenbereich nicht an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen sind. Private Hausbrunnen, die nicht tief genug waren, sind trockengefallen, weshalb sich jetzt viele Brunnenbesitzer an den Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land gewandt haben, um ans Netz zu kommen.

Bildtexte:
Extrem niedrig war der Pegelstand der Hase in der vergangenen Woche in Lüstringen.
Extrem-Niedrigwasser am 15. Oktober: Schiffe fahren bei Köln über den Rhein. Auch Weser, Ems und Hase weisen Rekord-Niedringstände der Pegel auf, während in den Kanälen Pumpwerke für einen weitgehend konstanten Wasserstand sorgen.
Nur noch eine Pfütze Wasser steht im Icker Loch in Belm. Der normalerweise bis an den Rand mit Grundwasser gefüllte Teich entstand durch einen Erdfall .
Auch in Eversburg am Pegel Glückaufstraße/ Von-Kerssenbrock-Allee führt die Hase wenig Wasser.
Fotos:
Jörn Martens, Rolf Vennenbernd/ dpa, Rita Eschkötter
Autor:
Angelika Hitzke


Anfang der Liste Ende der Liste