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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Baugenossenschaft ausgebremst
 
Günstige Wohnungen kaum machbar
Zwischenüberschrift:
Wohnungsbaugenossenschaft Osnabrück (WGO) fordert bezahlbare Grundstücke
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Wohnungsbaugenossenschaft Osnabrück (WGO) kann nicht so viele günstige Wohnungen bauen, wie sie will. Die Grundstücks- und Baukosten sind für sie zu hoch. Dabei braucht die Stadt mehr bezahlbaren Wohnraum.

Lebenslanges Wohnrecht und verhältnismäßig niedrige Mieten machen die Wohnungsbaugenossenschaft Osnabrück (WGO) zu einem begehrten Vermieter. Die Genossenschaft würde gern mehr Wohnungen in der Stadt bauen, scheitert aber meist an den Rahmenbedingungen.

Osnabrück Die Vorstellungen, die Sie an die Grundstückskosten haben, können wir nicht erfüllen″, warf WGO-Vorstand Bernhard Hövelmeyer jetzt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) vor, der der WGO im Rahmen seiner regelmäßigen Unternehmensbesuche eine Visite abstattete.

Im Landwehrviertel, Osnabrücks derzeit größtem Neubaugebiet, hätte die WGO gern Flächen bebaut, möglicherweise in Kooperation mit den anderen örtlichen gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften Heimstättenverein (HVO) und Stephanswerk. Doch nicht zu den Preisen, die die Stadt für die Flächen verlangt. Das sei für sie nicht finanzierbar, erläuterte Hövelmeyer. Dabei gäbe es so viele Stellschrauben. Die Stadt könnte ihre Grundstücke beispielsweise in Erbpacht vergeben, damit externe Investoren die Finger davon lassen. Wir haben das mehrfach angesprochen″, betonte der WGO-Vorstand. Ohne Erfolg.

Zum allerersten Mal überhaupt wurde ein Oberbürgermeister bei der Wohnungsbaugenossenschaft vorstellig. Der OB unterstrich die Bedeutung, die der Besuch für ihn hatte: Vor dem Hintergrund der Wohnraumentwicklung ist das auch für mich ein wichtiger Termin″, so Griesert. Mein Interesse ist: So schnell wie möglich viel guten Wohnraum schaffen, der für ein möglichst breites Spektrum bezahlbar ist.″

Das will die WGO auch, trotzdem kommt die Genossenschaft derzeit nur schleppend voran. Lebenslanges Wohnrecht und verhältnismäßig niedrige Mieten machen die WGO zu einem begehrten Vermieter. Wir haben seit Jahren keinen Leerstand mehr″, so Hövelmeyer. Rund 2740 Wohnungen vermietet die Genossenschaft im Stadtgebiet, fünf bis sechs Häuser werden pro Jahr energetisch saniert. Im Schnitt liegen die Mieten bei 5, 99 Euro kalt pro Quadratmeter, und zwar stabil seit 2011. Nicht nur Mieter mit niedrigen Einkommen leben in den WGO-Häusern. Die günstigsten Wohnungen liegen bei 3, 49 Euro, die teuersten bei 10, 50 Euro. Im Haus muss es passen″, so Hövelmeyer.

Solch niedrige Mieten sind möglich, weil es der Genossenschaft nicht um den größtmöglichen Gewinn gehen darf der zuständige Verband überprüft das jährlich. 1949 wurde die WGO aus der Wohnungsnot heraus gegründet. Bis auf die Verwaltungskosten werden sämtliche Erträge reinvestiert. Doch je höher die Grundstücks-, Planungs- und Baukosten, desto höher die Mieten aber die sollen sozial verträglich bleiben.

Also kann sich die Genossenschaft das Bauen kaum leisten. Und auch die öffentliche Förderung, die es für den Bau von Sozialwohnungen gibt, rechne sich nicht. Jedes Bundesland hat eine andere Förderrichtlinie. Die ist in Niedersachsen einfach zu schlecht″, so Hövelmeyer. Ganz anders im benachbarten Nordrhein-Westfalen. In Rheine hat die WGO zuletzt 180 Wohnungen aus eigenem Bestand verkauft, da die Genossenschaft sich verstärkt auf Osnabrück konzentrieren will. Hätten wir in Rheine weiter investiert, dann gefördert″, betonte Hövelmeyer.

Abgesehen von den derzeit hohen Grundstückspreisen erschweren Bauvorgaben das Geschäft. In der Meller Straße etwa musste die Genossenschaft bei einem Neubau zusätzlich einen Carport mit Gründach errichten so waren die Vorgaben der Stadt im dortigen Bebauungsplan. Mehrkosten von 30 000 Euro seien die Folge gewesen, erläuterte Hövelmeyer dem Oberbürgermeister. Und als der vorschlug, statt des grünen Daches doch einfach eine Fotovoltaikanlage zu installieren und direkt Strom für die Mieter zu erzeugen das wäre dort baurechtlich ebenfalls möglich gewesen –, musste er erfahren, dass die WGO das als Genossenschaft gar nicht darf. So sind die Vorgaben des Bundes. Da fehlt es einfach an Verständnis″, sagte Hövelmeyer.

Bildtexte:
Rund 2740 Wohnungen vermietet die WGO in Osnabrück, im Schnitt zu 5, 99 Euro kalt pro Quadratmeter.
Die WGO-Vorstände Bernhard Hövelmeyer (links) und Thomas Droit (rechts) wollen für mehr bezahlbare Wohnungen sorgen, erläuterten sie OB Wolfgang Griesert, und Wirtschaftsförderin Marina Heuermann.
Fotos: Archiv/ Ebener, André Havergo
Autor:
Sandra Dorn


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