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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Vergebliche Flucht nach Amsterdam
Zwischenüberschrift:
Nationalsozialisten verfolgten die Jüdin Adele Meyer auch im Exil
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Später sollte es eines der Häuser werden, in dem Nationalsozialisten die verbliebenen Juden auf engstem Raum einsperrten bis sie ihre Opfer verschleppten und umbrachten. Jahre vorher war die Adresse Heger Straße 24 das Zuhause von Adele Meyer. 1939 verließ sie Osnabrück, um der Bedrohung zu entgehen. Doch das NS-Regime verfolgte sie später auch in den Niederlanden. Im Oktober 44 wurde sie im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Jetzt erinnert ein Stolperstein an sie.
Es fand sich kein Zeitzeuge, der etwas über Adele Meyer hätte berichten können. Als Jüdin war sie dem Hass der Nationalsozialisten ausgeliefert und schließlich deren Mordplänen. Bis dahin gehörte sie zu einer Familie, die in Osnabrück etabliert war. Ihre Eltern Adolf und Henriette Meyer betrieben zwei Kunst- und Antiquitätengeschäfte, die ihr Bruder Otto nach dem Tod des Vaters übernahm. Der eröffnete außerdem einen Kunstsalon″. Er stellte unter anderem Werke von Felix Nussbaum aus. 1937 zwangen die Nationalsozialisten ihn und die Familie dazu, ihre Geschäfte aufzugeben.
Otto Meyer floh 1938 nach Amsterdam. Dort konnte er sich verstecken und so die Zeit des Nationalsozialismus überleben. Nach dem Krieg machte er sich im Amsterdamer Kunstleben einen Namen. Doch seine Schwester und seine Mutter wurden Mordopfer der Nationalsozialisten.
Der Religionskurs der elften Klasse des Osnabrücker Wirtschaftsgymnasiums ist Pate des Stolpersteins für Adele Meyer. Die Schüler schrieben ein Liebeslied für die Jüdin; und einer von ihnen, Sven Bensmann, sang es während der Verlegung.
In einer Zeile heißt es: Komm, wir fliehen von hier und ziehen das große Los.″ Tatsächlich sind Adele Meyer und ihre Mutter Henriette 1939 vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam geflohen wie so viele Juden aus Osnabrück. Es war eine Sicherheit, die nur zwei Jahre währte. Dann besetzten die Nationalsozialisten die Niederlande und jagten auch dort die Juden. Dabei fielen ihnen Adele und Henriette Meyer in die Hände. Sie verschleppten beide nach Auschwitz und ermordeten sie dort. Adele Meyer kam im Oktober 1944 ums Leben. Sie wurde 49 Jahre alt.
Längst hatten die Nationalsozialisten da bereits das Haus der Familie Meyer an sich gerissen und zu einem angsterfüllten Ort gemacht. Unter anderem von der Heger Straße aus deportierten sie Juden in Konzentrationslager.

Bildtext:
Jüdisches Familienglück und Todesangst von Naziopfern erlebte das Haus Heger Straße 24.
Foto:
Jörn Martens

Stolpersteine

Die messingbesetzten Gedenksteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus jeweils in den Bürgersteigen vor den Wohn- oder Wirkungsstätten der Juden, Sinti, Deserteure, Menschen, die aus politischen und religiösen Gründen, wegen ihrer sexuellen Orientierung, einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung verfolgt und ermordet wurden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig ist Initiator des Projekts, dem sich inzwischen mehr als 500 Kommunen anschlossen; außer in Deutschland weitere in Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, den Niederlanden und in der Ukraine. Den Stolperstein für Adele Meyer haben Schüler des Berufsschulzentrums Westerberg verlegt: Alexander Kerschner, Jan Klostermann, Jan Thiel und Dominik Strohmeier. Für künftige Verlegungen nimmt das Büro für Friedenskultur gern Hinweise von Zeitzeugen über das Schicksal von NS-Opfern entgegen. Die Telefonnummer lautet 05 41/ 3 23 22 87.
Autor:
Jann Weber


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