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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
15 Millionen für den Stadtteil Schinkel?
 
Wann fließen die Millionen in den Schinkel?
Zwischenüberschrift:
Soziale Stadt: Wie es nach der Aufnahme ins Förderprogramm weitergeht und was Osnabrück plant
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Der Stadtteil Schinkel hat Probleme, nicht nur im bulgarischen Dreieck an der Buerschen Straße. Die Stadt will mit dem Förderprogramm Soziale Stadt des Landes Abhilfe schaffen und hofft auf eine mehrjährige Unterstützung im Umfang von mindestens 15 Millionen Euro.

Wann und wie will Osnabrück die baulichen und sozialen Probleme im Stadtteil Schinkel angehen? Im August wurde das Quartier in das Förderprogramm Soziale Stadt aufgenommen. Doch was will die Stadt mit der ersten Million anfangen? Vieles ist noch vage, einiges aber schon konkret. Ein Überblick.

Um wie viel Geld geht es? Die Stadt rechnet damit, dass in den kommenden zehn Jahren 15 Millionen Euro in den Stadtteil fließen. Bewilligt hat das Land Niedersachsen bislang erst einmal 666 000 Euro. Hinzu kommt ein Eigenanteil der Stadt in Höhe von 333 000 Euro, sodass für den Anfang eine Million Euro zur Verfügung stehen. Beim Programm Soziale Stadt gilt eine Drittelfinanzierung, sprich: Stadt, Land und Bund tragen die Kosten zu gleichen Teilen.

Was soll das bringen? Nicht nur das bulgarische Viertel mit seiner Parallelgesellschaft bereitet Probleme. Auch in anderen Arealen des Stadtteils sind die Wohnbedingungen schwierig und gibt es Orte, für die Städteplaner gern den Begriff Angstraum″ verwenden: Die Bahnunterführung an der Buerschen Straße zum Beispiel hat ein Planungsbüro aus Bremen in einer ausgiebigen Analyse als solch einen Ort definiert, den viele lieber meiden, weil sie sich dort nicht sicher fühlen. Hübsche Ecken gibt es zwar im Schinkel, wer allerdings einen zentralen Platz mit Aufenthaltsqualität sucht, wird keinen finden. Stattdessen viele Mehrfamilienhäuser, die sichtlich sanierungsreif sind.

In keinem anderen Stadtteil ist der Ausländer- und Migrantenanteil so hoch wie im Schinkel, und die verschiedenen Gruppen leben nebeneinander her anstatt miteinander. Armut ist ebenfalls ein Problem, fast jedes zweite Kind im Stadtteil lebt in Familien, die Hartz-IV beziehen. All das waren Gründe für die Stadt, sich für das Sanierungsprogramm zu bewerben.

Was genau wird mit dem Geld gemacht? Das steht noch nicht endgültig fest. Es gibt eine lange Vorhabenliste, aber noch keine Prioritäten, erläutert auf Anfrage Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau. Ein wichtiges Thema wird sein, die Wohnumfeldqualität zu erhöhen″, sagt der Fachbereichsleiter. Dazu sollen die Verkehrs- und Grünflächen verschönert und die Gebäudesubstanz verbessert werden. Letzteres allerdings setzt voraus, dass die Hauseigentümer mitmachen. Der zweite Schwerpunkt: Soziale Integration wird eine große Rolle spielen″, so Schürings.

Als Erstes soll der Bau eines Quartiersspielplatzes im Bereich Hasepark/ Buersche Straße in Angriff genommen werden, und zwar aus dem einfachen Grund, weil die Stadt hierfür schon Pläne in der Schublade hat, da er auch im Spielplatzkonzept von 2009 vorgesehen ist. Was so ein Spielplatz bringen kann, zeigt der Großspielplatz an der Lerchenstraße in der Dodesheide: Er hat sich in direkter Nachbarschaft des Gemeinschaftszentrums zu einem beliebten Quartierstreffpunkt entwickelt. Für den Spielplatz am Hasepark will die Stadt noch die Bürger beteiligen, kündigt Schürings an.

Wo fließt das Geld hin? 109 Hektar groß war das Gebiet, das die Stadt seit 2016 näher unter die Lupe nahm grob der Bereich zwischen Mindener beziehungsweise Buerscher Straße und den Bahnschienen der Schinkelschleife sowie nördlich davon ein Bereich links und rechts der Schützenstraße. Auf 89 Hektar wurde das Gebiet für das Rennen um die Fördermittel eingedampft, nun sollen es aber doch mehr werden. Die tatsächlichen Grenzen des Sanierungsgebiets muss der Rat noch per Beschluss festlegen, nach Möglichkeit noch in diesem Jahr″, sagt Fachbereichsleiter Franz Schürings. Die Verwaltung wolle dafür ein 94 Hektar großes Areal vorschlagen.

Gibt es Ansprechpartner vor Ort? Noch nicht. Die Stadt suche derzeit nach geeigneten Räumen für ein Quartiers- oder Stadtteilbüro, ein Ladenlokal beispielsweise wäre geeignet, so Schürings. Dort wird dann der Quartiersmanager oder die - managerin ihren Arbeitsplatz haben. Die Stelle ist noch nicht besetzt. Zurzeit laufen alle Fäden im Fachbereich Städtebau zusammen.

Vom Rosenplatz lernen: 2001 bis 2016 war bereits das 69 Hektar große Rosenplatzquartier im Programm Soziale Stadt; neun Millionen Euro flossen hinein. Es gibt starke Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Bebauung und der Bevölkerungsstruktur″, sagt Franz Schürings. Schinkel ist aber noch ein Stück weit größer und inhomogener.″ Bürger und Vereine konnten sich im Rosenplatz über Gremien und bei Runden Tischen einbringen, die Flüchtlingshilfe Rosenplatz etwa ging daraus hervor. Im Schinkel soll es ähnlich laufen.

Bildtext:
Nein, es sieht im Schinkel nicht überall so aus wie vor dieser Häuserzeile am Donnerstag in der Schinkelstraße. Doch triste Straßenbilder, wenig einladende Plätze und sanierungsreife Häuser sind Probleme im Quartier, die die Stadt angehen möchte.
109 Hektar groß war das Untersuchungsgebiet, das Sanierungsgebiet wird etwas kleiner, voraussichtlich 94 Hektar.
Foto:
Wilfried Hinrichs
Autor:
Sandra Dorn


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