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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt will in Busverkehr investieren
 
Große Koalition gibt Busverkehr einen Schub
 
Das soll im Busverkehr ab Oktober 2019 besser werden
Zwischenüberschrift:
Ringlinie auf den Weg gebracht / Entscheidung fällt am 30. Oktober im Rat
 
Neue Ringlinie, Ausweitung der Taktfrequenzen und ein Anrufbus als Pilotprojekt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Soll die Stadt Osnabrück jedes Jahr 2, 5 Millionen Euro an die Stadtwerke zahlen, um einen besseren öffentlichen Nahverkehr zu bekommen? Im Rat zeichnet sich dafür eine breite Mehrheit ab. Ursprünglich sollten nur kostenneutrale Änderungen in das neue Busliniennetz einfließen, inzwischen sind zahlreiche weitere Wünsche auf die Liste gekommen. Monatelang wurde in Ratsgremien und Bürgerversammlungen über das neue Busliniennetz diskutiert, und jeder einzelne Schritt wurde von den Stadtwerken mit einem Preisschild versehen. So soll die erweiterte Ringbuslinie, die sowohl die Lotter Straße als auch den Stadtteil Fledder berührt, mehr als 700 000 Euro kosten. Kalkuliert werden auch Mehreinnahmen durch mehr Fahrgäste. Mit ihnen sollen Preiserhöhungen abgefangen werden.

Für das neue Busliniennetz zeichnet sich eine breite Mehrheit ab. Fast alle Fraktionen haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt, um den öffentlichen Nahverkehr voranzubringen. Zentrales Element ist eine neue Ringbuslinie.

Osnabrück 2, 5 Millionen Euro pro Jahr kalkulieren die Stadtwerke für das verbesserte Angebot, das zum Beginn der Herbstferien am 7. Oktober 2019 in Kraft treten soll. Dieser Mehraufwand soll der Stadt Osnabrück in Rechnung gestellt werden, falls der Rat sich für das Gesamtpaket entscheidet. Nach den Diskussionen der vergangenen Monate wurde mit Spannung erwartet, wie sich die Parteien am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) positionieren würden. Doch schon vor der Sitzung stellte sich heraus, dass sich die Ratsfraktionen von CDU, SPD und Grüne auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt hatten. Die FDP schloss sich an, nachdem man vereinbart hatte, für die Siedlung in Hörne nach einer neuen Lösung zu suchen; und auch Pirat Nils Ellmers stimmte für die gemeinsame Vorlage.

Der Antrag zum neuen Busliniennetz unterscheidet kostenneutrale Änderungen und weitere zusätzliche Verbesserungen″. Einig sind sich die Parteien, dass die Mehraufwendungen für das neue Busnetz 2019 nicht durcheine Preisanhebung für das Einzelticket finanziert werden dürfen. Eine Finanzierungslücke müsse aus den Mehreinnahmen kompensiert werden. Die Stadtwerke rechnen mit mehr Fahrgästen und erwarten , dass ihnen das bessere Angebot 600 000 Euro zusätzliche Fahrgelder in die Kassen spülen wird.

CDU-Ratsherr Christoph Bertels nannte das Konzept einen großen Wurf″. Damit werde der öffentliche Nahverkehr in Osnabrück entscheidend vorangebracht. Für die SPD vermerkte Ratsherr Heiko Panzer, die Bürgerbeteiligung habe viele gute Ideen hervorgebracht, die zum Teil in einer zweiten Stufe realisiert werden könnten. Hoch erfreut″ über die interfraktionelle Einigkeit äußerte sich der Grüne Michael Kopatz, der sich zugleich für wirksame Schritte zur Busbeschleunigung aussprach.

Der gemeinsame Antrag wurde einstimmig verabschiedet. Am 30. Oktober entscheidet der Rat auch über die Anbindung der Siedlung Hörne.

Bildtext:
Das Busliniennetz für Osnabrück wird sich bald ändern
Foto:
Rainer Lahmann-Lammert
So sieht die geplante Ringbuslinie aus.
Zeichnung:
Stadtwerke Osnabrück

Kommentar
Schattensprünge

Wer hätte gedacht, dass sich in so einer wichtigen Frage eine Große Koalition zusammenfindet? Mit dem Buslinienkonzept kann der öffentliche Nahverkehr in Osnabrück nach langer Zeit wieder einen Satz nach vorn machen. Es wäre zu wünschen, dass sich eine so breite Mehrheit auch für eine konsequente Busbeschleunigung findet.

Wo immer über Klimaschutz und saubere Luft diskutiert wird, kommt die Forderung nach einem leistungsfähigen Nahverkehr ins Spiel. Und scheitert dann an den Kosten. Dieses Mal ist das nicht passiert. Noch vor einem halben Jahr sollte das Liniennetz kostenneutral überarbeitet werden. In der breit angelegten Bürgerbeteiligung wurde aber deutlich, welch hohen Stellenwert ein funktionierender Nahverkehr für viele Menschen in der Stadt und in den Stadtteilen hat. Für die Politiker war das ein Signal, über ihren Schatten zu springen.

2, 5 Millionen Euro will sich die Stadt die Verbesserungen im Busverkehr kosten lassen pro Jahr. Ohne die sprudelnde Gewerbesteuer wäre nichts daraus geworden. Hoffentlich muss das schöne Konzept bei nachlassender Konjunktur nicht gekippt werden. Und hoffentlich ist der Rat mutig genug für die nächsten Schritte. Das Stichwort heißt ÖPNV-Beschleunigung. Erst wenn der Bus locker am Pkw-Stau vorbeifährt, steigen die Autofahrer um.

Osnabrück Diese Verbesserungen im Stadtbusverkehr sollen nach dem Votum des Stadtentwicklungsausschusses ab Oktober 2019 gelten.

Verdichtung der Metrobuslinie M4 zwischen Neumarkt und Hellern (bis zum Abzweig Große Schulstraße) auf einen 10-Minuten-Takt (Kosten ca. 640 000 Euro)

Anbindung von Hörne im 60-Minuten-Takt (im Schülerverkehr dichter) durch die Verlängerung der Linie in die Wüste (ca. 220 000 Euro). Sollten in den nächsten zwei Jahren nicht mindestens durchschnittlich 40 bis 50 Fahrgäste pro Haltestelle im Abschnitt OKD-Straße Hörne dieses Angebot nutzen, wird dieser Schritt zur Disposition gestellt. Über diesen Punkt wurde allerdings noch keine Einigkeit erzielt. Es besteht noch Diskussionsbedarf.

Zusätzlicher Anrufbus mit zwei Fahrten pro Stunde zwischen Hörne und der Haltestelle Kurt-Schumacher-Damm, sodass sich für Hörne insgesamt ein 20-Minuten-Takt ergibt (ca. 40 000 Euro). Der Anrufbus fährt nach Fahrplan, allerdings nur, wenn sich mindestens ein Fahrgast vorher telefonisch angemeldet hat. Der Anrufverkehr wird als Pilotprojekt angesehen und zunächst beobachtet. Über eine Fortführung wird nach ein bis zwei Jahren entschieden.

Neue Ringlinie: Die ursprüngliche Tangentiallinie wird zu einer Ringlinie erweitert, und zwar unter Einbeziehung der Lotter Straße und des Stadtteils Fledder montags bis freitags im 20-Minuten-Takt (ca. 616 000 Euro). An Samstagen sollen die Busse auf der Ringlinie im 30-Minuten-Takt fahren (ca. 108 000 Euro).

Anbindung von Atter in einem 20/ 40-Takt mit umstiegsfreier Verbindung von und zur Innenstadt durch eine Verlängerung der Linie 21 über den Linienweg Landwehrstraße Atterstraße. Außerdem soll es eine Anbindung der Strothesiedlung im 60-Minuten-Takt und eine Weiterführung von sechs Fahrtenpaaren montags bis freitags ins Gewerbegebiet Attersee geben. Die Lösung für Atter wird als aufwandsneutral angesehen, die Kosten für die Anbindung des Gewerbegebietes Attersee werden auf 60 000 Euro geschätzt.

Zusätzlicher Anrufbus für Voxtrup im 20-Minuten-Takt zwischen der Endhaltestelle Voxtrup und der Haltestelle Spitze, sodass sich gemeinsam mit der neuen Linie 41 ein Zehn-Minuten-Takt ergibt (ca. 60 000 Euro). Der Anrufverkehr wird als Pilotprojekt angesehen, über eine Fortführung wird nach ein-bis zweijähriger Erfahrung entschieden.

Ausweitung der Taktfrequenzen: Eine Stunde früher und eine abends länger, von 6 Uhr bis 20 Uhr, sollen die Metrobuslinien im Zehnminutentakt fahren. Für die weiteren Linien soll in diesem Zeitraum der 20-Minuten-Takt gelten (ca. 770 000 Euro).

Der Tagestakt″ der Buslinien wird verlängert: Montags bis freitags soll der 10- bzw. 20-Minuten-Takt bis 19.30 Uhr und somit eine Stunde länger als heute aufrechterhalten werden. Samstags fahren alle Metrobuslinien im Zehn-Minuten-Takt, und das auch abends bis 19.30 Uhr und somit 1, 5 Stunden länger als heute. Am Sonntag verkehren die Metrobuslinien bereits um 12.30 Uhr und somit 1, 5 Stunden früher als heute im 15-Minuten-Takt (kostenneutral).

Die neue Linie 11 in Schinkel-Ost wird über die Nordstraße und die Belmer Straße geführt (anstelle Gretescher Weg). Somit kann die Anbindung an die Siedlung Gretesch beibehalten werden (ebenfalls kostenneutral).
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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