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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Erweitern statt aufgeben
Zwischenüberschrift:
Edeka Dütmann spürt in Hellern die direkte Konkurrenz von Rewe – und will kämpfen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vor gut einem Jahr eröffnete in Hellern das Einkaufszentrum Die Blankenburg″. Trotz der direkten Konkurrenz durch den dortigen Rewe-Supermarkt will Guido Gartmann, Inhaber des benachbarten Edeka-Markts, nicht klein beigeben im Gegenteil.

Osnabrück Als vor gut einem Jahr in Hellern das Einkaufszentrum Die Blankenburg″ eröffnete, war den meisten Bewohnern des Stadtteils klar, was das wohl bedeuten würde: Die Wellmann-Bäckerei aus dem Ortskern würde schließen und in deutlich größerer Form in dem neuen Center eröffnen. Außerdem würde sich der Edeka-Markt in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem großen Rewe-Supermarkt über kurz oder lang nicht halten können. Doch manchmal laufen die Dinge anders, als man denkt.

Fakt ist: Wellmann ist umgezogen. Angesichts der Tatsache, dass das Gebäude der J. + N. Külkens Immobilien GmbH gehört und Johannes Külkens der Inhaber der Bäckerei Wellmann ist, erscheint dies wenig erstaunlich. Nur den Edeka-Markt an der Töpferstraße, gerade mal 280 Meter von dem neuen Center mit Rewe, dm-Markt, Wellmann und dem Kleidungsgeschäft Ernsting′s Family″ entfernt den gibt es immer noch. Und ihn soll es auch weiterhin geben, allerdings in größerer und modernisierter Form.

Vor dem Edeka findet gerade eine Luftballonaktion statt, und Kinder aus dem nahe gelegenen Wiho-Kindergarten freuen sich über geschenkte Äpfel und Bananen, als Guido Gartmann unserer Redaktion von seinen Plänen berichtet. In dem Gespräch wird er Sätze sagen wie Man darf nicht so schnell aufgeben″, oder Man muss auch mal was wagen.″

Guido Gartmann hat die Immobilie in Hellern nämlich vor Kurzem gekauft. Ich setze voll auf Hellern″, sagt Gartmann, der weitere Edeka-Märkte in Hasbergen, Georgsmarienhütte, Hagen, Bad Rothenfelde, Lienen und Wallenhorst betreibt. Die Märkte laufen unter dem Namen Dütmann″, der Grund dafür liegt fünf Generationen zurück, ein Gartmann″ heiratete sich in Oesede auf einen Hof Dütmann″ ein, aus der Beziehung gingen keine Söhne hervor, sodass der Familienbetrieb fortan Dütmann hieß, der Unternehmer jedoch Gartmann. So viel dazu.

800 Quadratmeter groß ist der Edeka an der Töpferstraße in Hellern derzeit, aber er soll wachsen: Rund 1200 Quadratmeter groß soll er werden, mit deutlich größerer Obst-und-Gemüse-Abteilung und vergrößertem Sortiment. Ein Anbau soll auf dem Parkstreifen auf der Seite zur Lengericher Landstraße hin kommen, neue Parkplätze auf der gegenüberliegenden Seite des Marktes entstehen, sodass es nach dem Umbau laut Gartmann insgesamt mehr Parkplätze gibt, auch wenn eine Kundenumfrage ergab, dass viele Kunden mit dem Rad oder zu Fuß kommen.

Des Weiteren soll eine Ladestation für Elektrofahrräder geschaffen werden. Die DHL-Packstation wird bleiben, nur an anderer Stelle stehen. Die Beleuchtung wird komplett auf LED umgestellt. Baubeginn soll, sofern möglich, noch in diesem Jahr sein, für die Pläne hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Osnabrück bereits grünes Licht gegeben. Der Bauantrag ist gestellt, sobald er auch bewilligt wird, geht es los. Vorbild des modernisierten Edeka-Marktes soll die Dütmann-Filiale in Hasbergen sein.

Kunden müssen sich während der Umbauphase auf keine größeren Einschränkungen gefasst machen, sagt Guido Gartmann: Für die Bauarbeiten muss der Supermarkt lediglich vier Tage lang schließen.

Doch ist das alles nicht sehr riskant angesichts der direkten Konkurrenzsituation? 2016 erstellte im Auftrag des Fachbereichs Städtebau die BEE Standort- und Kommunalberatung Münster eine Verträglichkeitsuntersuchung, die damals das geplante Einkaufszentrum als grundsätzlich vertretbar″ einstufte, allerdings auf Umverteilungseffekte″ im Stadtteil hinwies. Gerade für den Edeka-Markt an der Töpferstraße könne es eng werden, ein Marktaustritt dieses Anbieters″ könne die Folge sein, hieß es damals. Die Umsätze sind eingebrochen″, bestätigt Gartmann. Doch sie seien nicht so stark eingebrochen wie befürchtet. Trotz des entstandenen Wettbewerbs haben unsere Kunden uns die Treue gehalten″, sagt Gartmann. Der Supermarkt sei in Hellern sehr beliebt und verwurzelt, meint der Inhaber und legt Berichte vor, die er von der Firmenseite ausgedruckt hat: Grillaktion mit der Nachbarschaftshilfe Helfen in Hellern″, neue Trikots für den SV Hellern, eine Auszeichnung für generationenfreundliches Einkaufen″.

Wir kennen unsere Kunden mit Namen und halten auch gerne mal einen kleinen Plausch″, meint Marlies Fischer, stellvertretende Marktleiterin des Edeka-Marktes an der Töpferstraße. Viele ältere Kunden bestellten ihre Ware telefonisch, und oft müsse sie nicht einmal auf den Zettel schauen, um zu wissen, welche Lebensmittel diese bräuchten. Und wenn man sich dann noch an ihren Geburtstag erinnert, dann freuen sie sich″, sagt Marlies Fischer und lacht. Denn auch wenn es rechnerisch künftig wohl ein zu großes Supermarktangebot in Hellern gebe, könne sich der Edeka-Markt dank des persönlichen Kontakts weiterhin behaupten, ist sie sich sicher.

Bildtexte:
Der Edeka-Markt in Hellern wird bleiben. Darüber freuen sich Elke Beckmann, die schon seit rund 20 Jahren in dem Supermarkt arbeitet, Inhaber Guido Gartmann und die beiden stellvertretenden Marktleiterinnen Katja Heidenreich und Marlies Fischer.
Foto:
Swaantje Hehmann
So soll der modernisierte Supermarkt an der Töpferstraße künftig aussehen.
Visualisierung:
Andreas Dornieden/ Architekt AKN
Autor:
Cornelia Achenbach


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