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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Flohmarkt im Moskau rekordverdächtig
Zwischenüberschrift:
Änderungen weitgehend positiv aufgenommen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einen rekordverdächtigen Besucheransturm gab es gestern beim Herbstflohmarkt im Moskaubad. Bei herrlichem Spätsommer-Wetter belagerten Tausende die Stände auf den Liegewiesen. Das befürchtete Verkehrschaos blieb weitgehend aus.

Osnabrück Die Atmosphäre hier ist einzigartig″, lobte Sabine Roßmann, die sich zusammen mit einer Freundin auf den Weg in den Stadtteil Wüste gemacht hatte. Es gebe viele Flohmärkte in der Region, der Flohmarkt im Moskaubad sei wegen der schönen Umgebung für Trödelmarktfreunde aber stets etwas ganz besonders. Hier muss man hin″, betonte die passionierte Schnäppchenjägerin aus Bad Iburg.

Seit 15 Jahren findet der Trödelmarkt zweimal jährlich auf dem Außengelände des Bades statt. Ob Schubkarre, Bollerwagen, Sackkarre oder gleich mit einem gut bestückten, rollenden Kleiderständer die Marktbeschicker hatten alle Hände voll zu tun, um ihre Artikel am frühen Sonntagmorgen in der Stunde zwischen 8 und 9 Uhr zu ihren vorab gebuchten Ständen auf das weitläufige Außengelände des Bades zu bringen. Erstmals entfiel der ganz große Ansturm auf die vermeintlich besten Plätze die Stadtwerke waren erstmals dem Vorbild der städtischen Nachtflohmärkte gefolgt und hatten die Standplätze bereits im Vorfeld verkauft. So wusste jeder Trödler zumindest schon einmal, in welchem Bereich der großen Liegewiesen er seine Habseligkeiten aufbauen konnte.

Auf besonderes Interesse stieß wieder der fast zehn Meter lange Stand des Moskaubad-Teams, das nicht abgeholte Fundsachen aus der vergangenen Freibadsaison verhökerte. In der Manier eines Secondhand-Geschäfts konnten die Käufer bei der Betriebsleiterin des Bades, Gerhild Neumann, vergessene Badebekleidung, Handtücher und Taucherbrillen zum Kilopreis erwerben. Auch mehrere Hundert Badelatschen und Schwimmschuhe fanden sich in der Auslage. Der Erlös des Fundsachen-Verkaufs kommt traditionell dem Osnabrücker Kinderschutzbund zugute.

Ziemlich genau achtete das Team der Stadtwerke darauf, dass mit dem Verkauf wirklich erst um 9 Uhr morgens begonnen wurde. Bereits in der ersten Stunde des Marktes war das Freibadgelände von Menschen übersät. Die Besucher konnten bei ihren Rundgängen allerlei Interessantes und Praktisches aufstöbern und hatten vielfach selbst große Einkauf-Trolleys dabei.

Guten Absatz fanden beispielsweise die guten, alten Vinylschallplatten, Brett- und Computerspiele und CDs. Auch eine große Auswahl an ausrangierter Bekleidung für Groß und Klein wartete auf Käufer. Verschiedenste Produkte bis hin zu Weihnachtsmarktartikeln hatten etwa Heike Hackmann-Janssen, Elke Drosselmeier und Petra Schultz aus Osnabrück an ihrem Stand bereitgelegt. Sie würden quasi zur Stammbesetzung″ des Marktes gehören, erzählten sie, und seien immer wieder super gerne″ dabei. Schließlich sei der Trödelmarkt im Moskaubad einzigartig und einfach schön″, so das einhellige Urteil der Freundinnen.

Auch wenn noch längst nicht alle Anlieger des Bades zufrieden waren das im Vorfeld befürchtete Verkehrschaos blieb weitgehend aus. Polizeibeamte sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung waren den ganzen Tag vor Ort und schritten konsequent ein, wenn Autofahrer falsch parkten. Meistens reichte eine der zahlreichen Durchsagen auf dem Freibadgelände, und das Problem war wenig später gelöst.

Auch der Shuttle-Bus, den die Stadtwerke Osnabrück erstmals für den Transfer zwischen dem Parkhaus Neustadt-Carré beziehungsweise dem Parkplatz an der Schlosswallhalle und dem Veranstaltungsgelände eingesetzt hatten, wurde rege genutzt und sorgte mit zahlreichen Fahrgästen im Laufe des Tages für eine entspanntere Parkplatzsituation rund um das Moskaubad als oftmals in den Vorjahren.

Es gab aber auch kritische Stimmen zu den jüngsten Veränderungen. Die zahlreichen Formalien bis hin zur Einlasskontrolle, bei der sich zu Beginn auch mal eine Warteschlange von mehreren Hundert Metern bildete, gefallen beispielsweise Karin Potthoff aus Steinfurt nicht. Je mehr Regeln es für einen solchen Flohmarkt gebe, desto mehr verliere eine Traditionsveranstaltung wie diese an Natürlichkeit, monierte die Schnäppchenjägerin. Sie selbst hatte eine Anfahrt von einer Stunde in Kauf genommen, um unter den Bäumen der Liegewiese zu schlendern und zu stöbern. Für sie als Sammlerin von Überraschungseiern sei ein solcher Flohmarkt ein Eldorado, sagte die begeisterte Trödelmarkt-Freundin.

Der Markt boomt″, freute sich die Leiterin des Moskaubades, Sonja Koslowski. Gemeinsam mit ihrem Team stand sie rund um die Uhr für Fragen der Gäste zur Verfügung. Die Neuerungen, insbesondere die Online-Buchung, haben reibungslos funktioniert, betonte sie. Für das nächste Jahr seien bereits weitere Verbesserungen in der Planung. So sei beabsichtigt, dass künftig die einzelnen Standplätze nicht nur im Bereich eines Blocks, sondern Flächen ganz präzise einzeln vorher im Internet gebucht werden können.

Bildtext:
Bei herrlichem Spätsommer-Wetter konnten sich die Betreiber der mehr als 500 Stände nicht über mangelndes Interesse an ihren Waren beklagen.
Wer rings um das Moskaubad falsch parkte, bekam es mit dem OS-Team zu tun.
Fotos:
Thomas Osterfeld
Autor:
Peter Selter


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