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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Verhalten der Bundeswehr ist beschämend
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Feuerwehr kontra Bundeswehr″ (Ausgabe vom 8. Oktober).

Das geschilderte Verhalten der Bundeswehr hinsichtlich der Veröffentlichung von Messwerten ist unsäglich beschämend und widerspricht der Entschuldigung der Bundesverteidigungsministerin. Verantwortlich für den Moorbrand ist allein die Bundeswehr beziehungsweise die von ihr beauftragte Firma. Deswegen ist sie sowohl verantwortlich für die Gesundheit der im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute als auch der von der Rauchfahne betroffenen Einwohner. Bei jedem Industriebrand, zum Beispiel bei der Firma Hagedorn in Lingen, waren nach kurzer Zeit Messtrupps vor Ort, um eine mögliche Gefährdung der Anwohner zu ermitteln. Hier ist auch das Verhalten des Landkreises Emsland zu kritisieren. Es bedarf keiner Genehmigung der Bundeswehr, um im öffentlichen Raum Messungen durchzuführen.

Nun zu den Messwerten: Als Leitparameter wird überwiegend Kohlenmonoxid (CO) genannt. Dieses giftige Gas entsteht immer dann, wenn bei Bränden Sauerstoffmangel herrscht. Es wurde wiederholt berichtet, dass das Moor mehrere Meter unter der Oberfläche brenne. Damit ist völlig klar, dass sich Kohlenmonoxid in erheblicher Menge bilden musste, weil unter der Erdoberfläche logischerweise Sauerstoff knapp ist. Neben Kohlenmonoxid bilden sich analog den Vorgängen beim Zigarettenrauchen auch die krebserregenden polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, kurz PAK beziehungsweise PAH, sowie jede Menge Feinstaub. Feinstaub ist oftmals mit bloßem Auge nicht sichtbar, aber immer vorhanden, wenn Grobstaubpartikel aus Rauchgasen sichtbar sind. Wer längere Zeit den Rauchgasen ausgesetzt war, dem ist auf jeden Fall zu empfehlen, die Aufenthaltszeiträume und Rauchintensitäten im Nachhinein festzuhalten und ärtzlichen Rat einzuholen. Bundeswehr und Landkreis haben ihre Aufgaben hinsichtlich der Fürsorge nicht ausreichend erfüllt. Die Betroffenen sollten darauf bestehen, dass alle verfügbaren Messwerte konsequent offengelegt werden. Der Landkreis hat auf seiner Homepage umfangreiche Messwerte vorgelegt, allerdings erst für den Zeitraum ab dem 21. September, als der Brand so gut wie unter Kontrolle war.″

Martin Müller
Lingen
Autor:
Martin Müller


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