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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Autonomer Kleinbus wird getestet
 
Autonomer Minibus am ICO im Test
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke wagen sich mit Modellprojekt „Hub Chain″ auf öffentliche Straßen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Stadtwerke wollen 2019 auf öffentlichen Straßen einen selbstfahrenden Bus erproben. Als Testgelände wurde der Wissenschaftspark ausgewählt. Der Feldversuch mit dem Robotertaxi ist Teil eines auf drei Jahre angelegten Projekts.

Die Stadtwerke Osnabrück wollen ab Mitte 2019 auf öffentlichen Straßen einen selbstfahrenden Shuttlebus erproben. Als Testgelände wurde der Wissenschaftspark an der Sedanstraße ausgewählt.

Osnabrück Ziel ist es herauszufinden, ob und wie sich ein autonomes, sprich ausschließlich computer- und sensorgesteuertes Fahrzeug im ÖPNV sinnvoll nutzen lässt beispielsweise als abrufbereiter Minibus, der Fahrgäste zu entlegenen Haltestellen des Takt- und Linienverkehrs bringt oder von dort abholt.

Der Feldversuch mit einem Roboterwagen im Osnabrücker Nahverkehr ist wesentlicher Bestandteil eines Anfang 2018 gestarteten, auf drei Jahre angelegten und vom Bund mit drei Millionen Euro geförderten Projekts namens Hub Chain″. Die Stadtwerke Osnabrück sind daran federführend beteiligt. Insgesamt besteht das Projektkonsortium aus sechs Teilnehmern. Dazu gehören unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (Innoz) sowie die Ingenieursgesellschaft Hacon als Entwicklungspartner der Stadtwerke Osnabrück.

Ursprünglich war für den Shuttlebus-Test das Gewerbegebiet Netter Heide (ehemalige Winkelhausen-Kaserne) vorgesehen. Jetzt steht fest: Das autonome Fahrzeug wird auf dem Westerberg seine Runden drehen. Dort stehen rund um das Innovationscentrum Osnabrück (ICO) mehrere schnurgerade und bis zu 400 Meter lange Straßen zur Verfügung. Bei dem fahrerlosen Mini-Shuttle handelt es sich nach Informationen unserer Redaktion um einen Easymile EZ10. Der in Frankreich hergestellte Wagen fährt komplett elektrisch und bietet Platz für bis zu 15 Passagiere. In Osnabrück sollen aber nur maximal acht Personen befördert werden.

Wie das Konsortium mitteilt, ist das Pilot-Areal im Bereich Sedanstraße/ Albert-Einstein-Straße nach eingehender Prüfung″ durch Stadtwerke, Stadtverwaltung, Fahrzeughersteller und zuständige Behörden ausgewählt worden. Der Standort sei gut erreichbar, biete neben der Anbindung an eine Buslinie (Campus-Linie 22) außerdem ein aus verkehrstechnischer Sicht wenig kritisches Umfeld″. Darüber hinaus passe das Thema Autonomes Fahren″ hervorragend zum Osnabrücker Wissenschaftspark.

Wir können hier die Verzahnung von Verkehr auf Bestellung sogenanntem On-Demand-Verkehr und liniengebundenem ÖPNV realisieren und unter Realbedingungen wertvolle Erfahrungen sammeln″, sagt Hub-Chain-Projektleiter David Riese. Zwar liege der Fokus künftig auf der Anwendung autonomer Verkehre im suburbanen und ländlichen Raum. Dennoch biete das Testgelände hervorragende Bedingungen, um deutschlandweit eine Vorreiterrolle bei der Erprobung autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum einnehmen zu können″. Am Ende soll durch Hub Chain eine neuartige, digitale Mobilitätsplattform für Osnabrück entstehen. Mit dem Zweck, dass ÖPNV-Nutzer hierüber bedienerfreundlich und bequem sämtliche auf ihren persönlichen Bedarf abgestimmte Mobilitätsangebote nutzen können. Busse, Carsharing, Leihräder: Alles soll künftig optimal miteinander verzahnt werden.

Damit würden die Stadtwerke einen ersten Schritt wagen von herkömmlichen, starren Fahrplänen hin zu dynamischen Fahrplänen, wie Werner Linnenbrink (Leiter Mobilitätsangebot) erklärt. Wesentliches Ziel ist es, ein linien- und fahrplanunabhängiges On-Demand-Angebot mit einer Anschlussgarantie zu entwickeln und in unser bestehendes, taktgebundenes Angebot zu integrieren.″

Bildtext:
Einen selbstfahrenden Minibus vom Typ Easymile EZ10 wollen die Stadtwerke Osnabrück ab Mitte 2019 auf einer Versuchsstrecke rund um das Innovationscentrum Osnabrück (ICO) erproben. Unser Bild zeigt ein vergleichbares autonomes Shuttlefahrzeug, das die Deutsche Bahn im April 2017 im bayerischen Bad Birnbach testete.
Der Minibus EZ10 mit Stadtwerke-Logo
Foto:
dpa, Stadtwerke

Autonom, aber mit Steward an Bord

Wer im Wissenschaftspark wohnt oder arbeitet, soll demnächst mit dem autonomen Minibus zur nächsten Bushaltestelle oder einem anderen Haltepunkt fahren können, und zwar kostenlos, wie Werner Linnenbrink und David Riese von den Stadtwerken am Donnerstag in einem Pressegespräch erläuterten. Der Roboterwagen fährt nicht nach Plan, sondern per Anforderung mit einer Smartphone-App.

Trotz aller Autonomie-Bemühungen wird immer ein Steward mit einem Tablet-PC und einem Joystick aufpassen, dass der kleine Stromer keinen Unfall baut. Viel passieren kann eigentlich ohnehin nicht, denn die Geschwindigkeit wird auf 20 km/ h begrenzt. Technisch möglich wäre das doppelte Tempo.

Die Initiatoren mussten zahlreiche behördliche Ausnahmen erwirken, um den Modellversuch zu ermöglichen. Mit dem Experiment wollen die Stadtwerke Erfahrungen sammeln für neue Mobilitätsangebote in dünner besiedelten Stadtrandgebieten. Auch die Anbindung an eine Siedlung wie in Hörne sei denkbar, sagt Linnenbrink. Es gehe aber um neue Angebote, nicht um die Einsparung von Busfahrern.

Kommentar
Wenn die Bodenhaftung fehlt

Schon genial: Da pendelt ein Kleinbus fahrerlos und vollelektrisch durch den Wissenschaftspark, Passagiere steigen ein und aus, Kameras und Sensoren erkennen, wo es langgeht, wo gebremst werden muss und wann die Türen zu öffnen sind. Die Technik ist wohl so ausgereift, dass nicht mit Unfällen zu rechnen ist. Ein Unfall ist aber schon passiert. Es war der Moment, in dem sich die Stadtwerke entschieden, ihr Projekt Hub Chain″ zu nennen.

Mit einem hub ist laut Wörterbuch eine Nabe gemeint, etwa die vom Fahrrad. Der Begriff steht auch für Mittelpunkt, Drehkreuz oder Verkehrsknotenpunkt.

Wer wissen will, was mit chain gemeint ist, landet ebenfalls beim Fahrrad, nämlich bei der altbewährten Kette. Es kann auch ein Kettchen sein, eine Verkettung oder eine Fessel, ebenso eine Schlange oder eine Handelskette. Gerne wird diese Vokabel zudem für eine Punkt-zu-Punkt-Route verwendet, und so etwas haben die Sprachpanscher aus dem Zukunftslabor der Stadtwerke wohl gemeint.

Merkwürdig nur, dass diesen Menschen die Bodenhaftung fehlt, um zu erkennen, dass sie mit dem Begriff Hub Chain″ einen großen Teil ihrer potenziellen Kundschaft nicht mitnehmen, sondern abschrecken. Dabei sollten neue Konzepte für den Nahverkehr doch immer so präsentiert werden, dass sich nicht nur ein paar Technik-Nerds angesprochen fühlen, sondern alle, die innerhalb einer Stadt von A nach B unterwegs sind.

Das fängt bei den Begriffen an. Hub Chain″ geht gar nicht. Dann schon lieber so etwas wie Robo-Trotter oder Mikro-Express.
Autor:
Sebastian Stricker, Rainer Lahmann-Lammert


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