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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Erfolgskonzept mit Liebe zum Detail
 
Bienenparadies als Erinnerungsort für Angehörige
 
Rauer Sonnenhut als Blickfang im Herbst
Zwischenüberschrift:
Was bleibt von den Themengärten? / Besucher können sich treiben lassen
 
Laga-Bereich „Friedhof und Denkmal″ informiert über neue Formen der Bestattung
Artikel:
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Originaltext:
Ein Pool, eine Gartenküche, arktische Feuerkessel und ein in Stein gehauener Männerkörper das sind Highlights der Themengärten auf der Landesgartenschau, die schnell ins Auge stechen. Während eines Spaziergangs mit Rainer Kavermann und dem Ehepaar Meyer zu Hörste zeigt sich, wie viel Liebe in jedem Detail steckt.

Bad Iburg. Marianne Meyer zu Hörste, Buchhalterin der Firma Meyer zu Hörste aus Bad Rothenfelde, berichtet von einem japanischen Bonsai, der mehr als zwei Jahre in Quarantäne verbringen musste, bevor er in Bad Iburg gepflanzt werden durfte. Von einer überdimensionalen Metalllibelle eines afghanischen Künstlers, der die Erlöse aus seinen Werken in den Nahen Osten sendet. Von Gartenelementen, die sich anhand von Rollen immer wieder neu verschieben und sortieren lassen, und von Terrassen, die sich drehen können, wenn man nur den passenden Knopf dazu entdeckt. All das zeigt die Hingabe, mit der 15 Garten- und Landschaftsbauunternehmen die Themengärten unter dem abstrakten Motto Gärten, die bewegen″ gestaltet haben.

So richtig lebendig und bewegt″ wurden die Themengärten erst nach der Eröffnung: Kinder planschten im Pool, Familien picknickten in ihrem Lieblingsgarten, und Wasserfontänen wurden zur Erfrischung genutzt. Rolf Meyer zu Hörste, Geschäftsführer und Vizepräsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer Niedersachsen-Bremen, war mit seinem Unternehmen ab der ersten Laga-Stunde dabei. Kurz nachdem feststand, dass die Schau stattfinden würde, entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau und Rainer Kavermann, Geschäftsführer der Kavermann Galabau GmbH, erste Ideen für die Nutzung des Geländes und warb Mitstreiter an. Das Besondere dieser Landesgartenschau ist, dass sowohl Unternehmen aus Niedersachsen als auch aus Nordrhein-Westfalen teilnehmen, und das obwohl Bau und Pflege eines Themengartens mit hohen Kosten verbunden sind und nicht vom Land Niedersachsen unterstützt werden. Ich würde jederzeit wieder teilnehmen und das auch jedem Kollegen empfehlen″, sagt Kavermann.

Das, was die Teilnahme an der Laga so besonders gemacht habe, sei, da sind sich alle drei einig, das Miteinander der eigentlich konkurrierenden Unternehmen gewesen. Alle hätten am selben Strang gezogen: Werkzeug wurde geteilt, jeder habe mit angepackt, und gemeinsam hätten die Helfer dem herausfordernden Wetter getrotzt, erzählt Marianne Meyer zu Hörste. Nachdem der Bau im letzten Winter begann, brachen ungeahnt niedrige Temperaturen über die Gärtner herein. Bei Schnee und minus 20 Grad eine Gartenwelt zu bauen, die im Sommer 40 Grad trotzen muss, ist ein Kraftakt.

Aber auch das Resultat beweist, das das gemeinsame Konzept aufgegangen ist. Die Wege der Gärten sind so miteinander verbunden, dass man von einem Garten in den nächsten kommt. Der Besucher kann sich treiben lassen. Das Herzstück ist der Europaplatz, um den sich die Gärten anordnen. Direkt an den Platz schmiegen sich vier Gärten, die von Nord nach Süd die unterschiedlichen Klimazonen Europas darstellen. Auf die Frage, ob der Platz auch ein Bekenntnis zu Europa sei, antwortet Kavermann prompt: Auf jeden Fall. Er wirft die Frage auf, wie es wäre, wenn Klimagrenzen die einzigen Grenzen wären.″

Viele Bad Iburger Bürger, die erst durch ihr Votum pro Laga im Dezember 2015 die Umsetzung des Projekts ermöglichten, interessiert nun, was von den Anlagen außer dem Baumwipfelpfad erhalten bleibt. Kavermann erklärt: Vertraglich festgelegt ist der Rückbau der Gärten.″ Viele Gärten, wie zum Beispiel der japanische, würden auch auf jeden Fall wieder aus der Iburger Szenerie verschwinden. Er sei jedoch offen für eine Weiternutzung seines Gartens, in dem ein modernes gelbes Gartenhaus mit einem schier endlosen Giebel steht. Darüber müssten die Verantwortlichen aber noch sprechen.

Bildtexte:
Blickfang im Themengarten: Vielleicht bleibt dieses Gartenhaus auch nach der Laga erhalten.
Sie ziehen an einem Strang: Marianne und Rolf Meyer zu Hörste und Rainer Kavermann.
Ein riesiger Bonsai dominiert den japanischen Garten, der zurückgebaut wird.
Fotos:
Jörn Martens

Bad Iburg Urnen-, Einzel- und Doppelgräber sowie ein Dreier-Grab als Gemeinschaftsanlage: Für die klassischen Bestattungsformen interessierten sich viele Laga-Besucher aber auch für neue Bestattungsformen wie Memoriam-Garten und NaturRuh.

Beim Memoriam-Garten verschmelzen die einzelnen Grabstellen zur Einheit. Memoriam-Gräber werden eindeutig mehr″, prognostiziert Henning Sannemann, ehemaliger Präsident des Wirtschaftsverbandes Gartenbau Niedersachsen-Bremen, Friedhofsgärtner und Vertreter der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Niedersachsen-Bremen (FLN), und er fügt hinzu: Wir hinken bei dem Thema sehr hinter her.″ Eine neue Bestattungsform ist Natur-Ruh″: Farbenprächtige Stauden, Nahrungsquellen und Rückzugsmöglichkeiten für Tiere, vor allem Insekten, machen diese Begräbnisstätte zum einmaligen Ort der Erinnerung. Sie bietet eine gleichzeitig naturnahe wie würdevolle Bestattung und fördert zugleich die biologische Vielfalt.

Anfang Juni weihte die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, auf der Laga eines der ersten Bienengräber ein: Zum 50. Geburtstag riefen die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt GmbH und die Nordwestdeutsche Treuhandstelle für Dauergrabpflege GmbH dazu auf, auf Friedhöfen Bienengärten anzulegen, die von Mitgliedsbetrieben der Treuhandstellen gepflegt werden. In Osnabrück haben wir inzwischen fünf solcher Gräber auf verschiedenen Friedhöfen″, so Sannemann, der in Gesprächen mit Laga-Besuchern erfuhr: Die Resonanz auf den Bereich Friedhof und Denkmal war gut, aber über ihr Ableben machen sich die Leute meist keine Gedanken.″ Davon abgesehen wünscht sich der Fachmann, dass bei der Auswahl von Grabsteinen öfter die vielen handwerklich guten Alternativen zum klassischen schwarzen Hochglanzstein″ zum Zuge kämen, und die Gehölzauswahl besser auf den jeweiligen Stein, seine Optik und Proportion, abgestimmt würde.

Im Bereich Friedhof und Denkmal haben Profis aus den Fachverbänden Friedhofsgartenbau im Wirtschaftsverband Niedersachsen-Bremen und im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen, Grab und Grabstein so aufeinander abgestimmt, dass beide eine Einheit im kreativen Ausdruck ergeben. 30 Friedhofsgärtner aus Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben 30 Grabstellen gestaltet, wobei die Landesinnung der Steinmetze Niedersachsen die Grabmale zur Verfügung stellte. Organisiert wurde der Iburger Beitrag durch die Nordwestdeutsche Treuhandstelle für Dauergrabpflege GmbH, Bremen.

Bildtext:
Natur-Ruh: Joachim Meyer-Rehberg (links) und Henning Sannemann am Bienengrab.
Foto:
PR/ Claudia Sarrazin

Der Schwarzäugige Rudbeckie (Rudbeckia hirta), auch Rauer Sonnenhut genannt, ist eine beliebte und bekannte Bauerngartenpflanze. Die riesigen bis zu 15 Zentimeter großen Blüten der Sorte Indian Summer sind meist gelb, seltener rotbraun oder rostfarben. Alle haben jedoch eine braune Mitte. Schon wenige der regenfesten Blüten zaubern eine sonnige Stimmung im Garten. Wer Verblühtes regelmäßig entfernt, kann die Blütezeit der einjährigen Pflanze bis in den Oktober und zum ersten Frost verlängern. Zudem halten die Blüten auch dann lange, wenn man sie für die Vase schneidet. Die Schwarzäugige Rudbeckie wächst schnell und wird 70 bis 80 Zentimeter hoch. Ein sonniger oder auch halbschattiger Platz sagt den robusten Pflanzen zu, die sowohl Sandboden als auch Lehm gut vertragen.
Autor:
Greta Lenzing, sarr, pm


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