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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zoo Osnabrück gibt neue Nordamerika-Tierwelt frei
 
Zoo eröffnet Tierwelt Manitoba
Zwischenüberschrift:
Nordamerika-Landschaft ist das teuerste Bauprojekt am Schölerberg seit 2010
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Nach zweijähriger Bauzeit ist am Freitag im Zoo Osnabrück eine neue Tierwelt eröffnet worden. Sie ist benannt nach der kanadischen Provinz Manitoba und beherbergt auf 3, 5 Hektar insgesamt 40 Exemplare von elf verschiedenen Arten, die in Nordamerika vorkommen. Dazu gehören unter anderem Bären, Wölfe, Stinktiere und Biber.

Ehrengast der Feier war die stellvertretende Botschafterin von Kanada in Deutschland, Jennifer May. Sie lobte die überzeugende Inszenierung″ Manitobas am Schölerberg.

Die stellvertretende Botschafterin von Kanada in Deutschland, Jennifer May, hat am Freitag die neue Nordamerika-Tierwelt Manitoba im Zoo Osnabrück eröffnet. Es ist das größte und teuerste Bauprojekt des Zoos seit acht Jahren.

Osnabrück Wo sich früher das wenig ansehnliche Kamelrevier befand, hat der Zoo Osnabrück binnen zwei Jahren die nordamerikanische, 3, 5 Hektar große Tierwelt Manitoba errichtet. Ein Teil ist bereits seit 2017 zugänglich. Dort sind Schwarzbären, Hudson-Bay-Wölfe und Waldbisons zu sehen. Mit Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts zogen jetzt auch Kanadische Biber, Baumstachler, Stinktiere und Murmeltiere in großzügige und naturnah gestaltete Gehege ein wobei die Murmeltiere gleich nach ihrer Ankunft vor wenigen Tagen in Winterschlaf fielen. Schnee-Eulen, Polarfüchse, Wildtruthühner und ein Bartkauz komplettieren die Auswahl.

Diplomatin beeindruckt

Das echte Manitoba ist wirklich eine ganz besondere Region, geprägt von einsamer Wildnis in den Prärien und an den riesigen Seen, wo man wunderbare Tierbeobachtungen machen kann″, schwärmte die kanadische Gesandte Jennifer May bei der Eröffnung am Freitag. Das hügelige Gelände im Zoo Osnabrück ähnele den kanadischen Parks und Wäldern stark. Dank sorgfältiger Recherche und großer Liebe zum Detail sei die Manitoba-Inszenierung″ am Schölerberg sehr überzeugend gelungen. Zugleich erkannte May in der neuen Zoo-Landschaft die wunderbare Möglichkeit für deutsch-kanadische Begegnungen, die langfristig unsere beiden Länder noch näher zusammenbringen werden″.

Mit einem Investitionsvolumen von 3, 5 Millionen Euro ist die Nordamerika-Tierwelt Manitoba das teuerste Bauprojekt im Zoo Osnabrück seit 2010. Damals wurde die Afrika-Tierwelt Takamanda eröffnet. Sie hatte elf Millionen Euro gekostet. Insgesamt hat der Zoo seit 2009 mehr als 22, 5 Millionen Euro in die Neu- und Umgestaltung seiner Themenbereiche gesteckt. Bis 2020 sollen weitere vier Millionen Euro für Umbau und Vergrößerung der Löwen- und Nashornanlage (Projekt Mapungubwe) ausgegeben werden. Darüber hinaus plant der Zoo Osnabrück in den nächsten fünf bis zehn Jahren den Umbau des Elefantenparks. Dafür werden Kosten von sechs Millionen Euro veranschlagt.

Europas höchste Liga

Der internationale Zoo-Experte Anthony Sheridan, bekannt für seine regelmäßige, detaillierte Bewertung aller europäischen Zoos (Sheridan-Ranking), nannte die Entwicklung am Schölerberg einzigartig in Europa. Der Zoo Osnabrück hat in den vergangenen zehn Jahren die meisten Fortschritte gemacht und das mit relativ wenig Geld″, stellte der Engländer vor über 100 geladenen Gästen fest. Der Tierbestand habe sich enorm vergrößert, und statt 600 000 Besuchern pro Jahr seien es inzwischen regelmäßig mehr als eine Million.

Deshalb zähle er Osnabrück ab sofort zur obersten Liga″ der größten europäischen Zoos, sagte Sheridan, dessen neueste Rangliste kurz vor der Veröffentlichung steht. Zuletzt schnitt der Zoo Osnabrück dabei immer hervorragend ab wenngleich eine Stufe tiefer. Mit Blick auf die teils massive kommunale Bezuschussung konkurrierender Zoos rief Sheridan dazu auf, dem Zoo Osnabrück finanziell stärker unter die Arme zu greifen. Ich hoffe, es kommt mehr Unterstützung von Stadt und Sponsoren. Der Zoo Osnabrück braucht das.″

Für die Errichtung des Themenbereichs Manitoba waren am Schölerberg gut 90 Bäume gefällt worden überwiegend aus Sicherheitsgründen, wie der Zoo zu Beginn der Rodungen im Sommer 2017 erklärte. Viele Bäume drohten wegen Krankheit umzustürzen. Andere stellten eine Ausbruchsmöglichkeit für Tiere dar.

Inzwischen sei ein großer Teil der gefällten Bäume durch neue ersetzt worden. Außerdem wurden über 1000 Sträucher gepflanzt, darunter nordamerikanische Arten wie Schneebeere, Kanadischer Holunder oder Weißdorn. Wir wollten so viele Bäume wie möglich erhalten, da sie unser Kapital für den wunderschönen Waldzoo sind″, betonte Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder. Mit Bedacht sei der 400 Meter lange Rundweg durch Manitoba so angelegt worden, dass er um die grünen Riesen herumführe.

Reise zu gewinnen

Durch geschickte Planung ist es auch gelungen, Zäune, Gitter und andere Absperrungen an zahlreichen Stellen unsichtbar zu machen zum Beispiel auf dem Höhenpfad durch die Wolfs- und Bärenanlage. Dadurch präsentiert sich die Tierwelt so offen wie möglich und so geschlossen wie nötig. Mir gefällt, wie sich die großen Gehege in die Landschaft schmiegen″, sagte Bürgermeister Burkhard Jasper (CDU). „ Es wirkt, als ginge man durch die Natur und nicht durch einen gestalteten Zoo.″

Auf Besucher warten am Eröffnungswochenende (6. und 7. Oktober) mehrere Aktionsstände in der Tierwelt Manitoba. Bei Führungen und Vorträgen können sie viel über die tierischen Bewohner sowie über das Reiseziel Manitoba erfahren. Auch ein Gewinnspiel wird angeboten. Hauptpreis ist eine achttägige Mietwagen-Rundreise durch die kanadische Provinz für zwei Personen inklusive Flug.

Bildtext:
Eine kanadische Wimpelkette bildete das Band, welches am Freitag zur Eröffnung der neuen Nordamerika-Tierwelt Manitoba im Zoo Osnabrück von Verantwortlichen und Ehrengästen symbolisch durchschnitten wurde. Unser Bild zeigt (von links) die Gesandte Jennifer May, Bürgermeister Burkhard Jasper, Zoopräsident Reinhard Sliwka, Zoo-Vizepräsidentin Karin Bruchhausen, Manitoba-Revierleiterin Tanja Boss, Zoodirektor Michael Böer, Zookurator Tobias Klumpe und Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder.
Foto:
Jörn Martens

Was bedeutet Manitoba″?

Der Name Manitoba bezeichnet eine Provinz in Kanada. Er ist abgeleitet von man-into-wahpaow″ einem Wort, das in der Sprache der Cree-Indianer so viel wie Engpass des großen Geistes″ bedeutet und sich auf den Manitoba-See bezieht. Dieser ist rund 200 Kilometer lang, an seiner schmalsten Stelle aber nur knapp einen Kilometer breit.

Mit einer Fläche von 650 000 Quadratkilometern ist Manitoba beinahe doppelt so groß wie Deutschland. Die Hauptstadt von Manitoba ist Winnipeg. Dort leben 789 000 der insgesamt 1, 3 Millionen Einwohner Manitobas. 13, 6 Prozent der Bevölkerung gehören zur Gruppe der First Nations, also der indigenen Völker Kanadas. Der Name für die Nordamerika-Tierwelt im Zoo Osnabrück wurde in einem Wettbewerb ermittelt. Eingereicht wurde der Vorschlag von Kai Berelsmann aus Melle.
Autor:
Sebastian Stricker


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