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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Studentenwerk stellt Forderungen
Zwischenüberschrift:
Mehr öffentliches Geld für Bau und Erhalt von bezahlbarem Wohnraum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Als Teil einer bundesweiten Kampagne mit dem Titel Kopf braucht Dach″ fordert das Studentenwerk Osnabrück mehr staatliche Unterstützung bei Neubau und Sanierung von Studentenwohnungen. Die Wahl des Studienorts dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen, mahnt Geschäftsführer Stefan Kobilke.

Osnabrück Um Mieten zu erhalten, die sich an der Bafög-Wohnpauschale von 250 Euro orientieren, müssen die deutschen Studentenwerke nach Angaben ihres Verbands DSW insgesamt 3, 3 Milliarden Euro investieren: knapp zwei Drittel in die Schaffung von 25 000 neuen Wohnplätzen, den Rest in die Sanierung bestehender Wohnheime. Das geht nicht ohne finanzielle Hilfe von Bund und Ländern. Laut DSW beträgt der Zuschussbedarf 1, 45 Milliarden Euro.

Der Wohnungsmarkt in vielen deutschen Hochschulstädten ist überhitzt. Die Mieten explodieren, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum schrumpft″, stellt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde fest. Wer finanziell schlechter dastehe, habe das Nachsehen. Mehr als 30 Prozent der Studenten müssten mit weniger als 700 Euro im Monat auskommen. Viele wendeten fast die Hälfte ihres Monatsbudgets für die Miete auf, wenn sie nicht im Wohnheim des Studentenwerks wohnen könnten, so der Verbandschef weiter. Am Ende heiße teuer wohnen: eingeschränkt leben und studieren. Bezahlbarer Wohnraum ist aber nicht nur Privatsache, sondern eine Frage der Bildungsgerechtigkeit.″

Daher sei es zwingend erforderlich, dass sich der Bund wie in den 1970er- und 1990er-Jahren wieder an der Wohnraumförderung für Studierende beteilige. Denn jeder Wohnheimplatz für Studenten entlaste die Wohnungsmärkte zugunsten anderer Interessenten. Studenten haben sich der Forderung der deutschen Studentenwerke nach einem Hochschulsozialpakt″ für bezahlbaren Wohnraum bereits zu Tausenden angeschlossen, wie eine Abstimmung im Internet unter mein-studentenwohnheim.de zeigt.

Laut DSW geht die Schere zwischen Studien- und Wohnheimplätzen weiter auseinander. Während die Zahl der Studienplätze seit 2008 um 45 Prozent gestiegen sei, sei die Menge der öffentlich geförderten Wohnheimplätze im selben Zeitraum um nicht einmal 8 Prozent gewachsen. Aktuell stehe bei den Studentenwerken für nicht einmal jeden zehnten Bewerber ein Wohnheimplatz zur Verfügung. Entsprechend lang seien vielerorts die Wartelisten.

Für Osnabrück weist der Verband in seiner Wohnraumstatistik 2017 eine Unterbringungsquote von 8, 31 Prozent aus bei 25 358 Studenten. Für ganz Niedersachsen beträgt der Wert 9, 42 Prozent (202 100 Studenten).

Das Studentenwerk Osnabrück bietet im Wintersemester 2018/ 19 an seinen Standorten Osnabrück, Vechta und Lingen nach eigenen Angaben 1996 Wohnplätze in 26 Objekten zur Vermietung an. Bedarf steigend. Denn auch die Studentenzahlen in den drei Hochschulstädten gehen nach oben, erklärt Geschäftsführer Stefan Kobilke. Unsere Haltung ist klar: Wir fordern mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende. Die Wahl des Studienorts darf nicht vom Geldbeutel abhängen.″ Es sei eine gesamtstaatliche Aufgabe, mehr Angebote zu erschwinglichen Mieten zu schaffen und zu erhalten. Wir brauchen dafür deutlich mehr Unterstützung aus der Politik.″

In Osnabrück habe das Studentenwerk dringend benötigte Wohnheimplätze aus Eigenmitteln geschaffen, so Kobilke weiter. Dadurch seien Rücklagen, wie sie zum Beispiel für die nicht minder wichtige Sanierung des Studentenwohnheims Alte Fabrik″ am Jahnplatz vorgesehen gewesen seien, geschmälert worden. Rechne man außerdem explodierende Baukosten″ wie etwa im Fall des neuen Studentenwohnheims im Wissenschaftspark hinzu, werde es für das Studentenwerk unterm Strich immer schwieriger, seiner Verpflichtung zum kostendeckenden Betrieb der Sparte Wohnen nachzukommen. Mieterhöhungen sind in absehbarer Zeit aber nicht geplant″, versichert der Geschäftsführer.

Bildtexte:
Im Wissenschaftspark baut das Studentenwerk ein neues Wohnheim mit 124 Plätzen. Im Frühjahr rollten die Bagger an, Ende 2019 soll das Haus bezugsfertig sein.
Stefan Kobilke ist Geschäftsführer des Studentenwerks Osnabrück.
Fotos:
David Ebener, Michael Gründel
Autor:
Sebastian Stricker


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