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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Offene Höfe rund um den Rosenplatz
Zwischenüberschrift:
Belebtes Stadtviertel: Kulturfest „Lichter in den Höfen″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bei Lichter in den Höfen″ feierte die Nachbarschaft rund um den Rosenplatz die Kunst, die Kultur und ein bisschen auch sich selbst.

Osnabrück. Die Bewohner im Osnabrücker Rosenplatzquartier haben in ihrem Viertel eine äußerst wechselvolle Geschichte erlebt. Gerade in den vergangenen Jahren wurde dort vieles saniert. Insbesondere die hohe Verkehrsbelastung war für die Stadt ein Anlass, zu handeln und den Verkehr in dem Bereich anders zu führen. Von den einst namensgebenden Rosen ist nach der Umgestaltung mit Beton 2012 allerdings nichts mehr zu sehen.

Seitdem gab es dort zwar mit der Ansiedlung neuer Cafés, Bars und Betriebe eine Aufwertung. Trotz allem stehen bis heute aber zahlreiche Geschäftsräume leer.

Immer zum Herbstbeginn

Das am Samstag gefeierte Kulturfest Lichter in den Höfen″, das seit mehreren Jahrzehnten immer zum Herbstbeginn stattfindet, möchte einerseits ein Spiegel der Gesellschaft sein, ebenso aber auch das Schöne in den Mittelpunkt stellen. Insgesamt 19 Veranstaltungen wurden in diesem Jahr angeboten, darunter Yoga Schnupperkurse, Lesungen, Kabarett, Livekonzerte, ein Flohmarkt und diverse kulinarische Köstlichkeiten. In einem Innenhof nahe der Rosenplatzschule gab es bei der Diashow Einst + Jetzt″ historische Aufnahmen des Rosenplatzes zu sehen. Einige Bewohner vermissen die einstige Schönheit des zentralen Platzes in der Osnabrücker Innenstadt. Die Kommentare der zahlreichen Gäste dazu waren einhellig: Unsere Straßen sind so steril geworden″, oder Heute müsste es eigentlich Autoplatz heißen″.

Im gezeigten Zeitstrahl der Veränderungen im Quartier wurden aber auch Erinnerungen an die Zeit im Zweiten Weltkrieg wach. Ein unterirdischer Luftschutzbunker liegt nämlich noch heute unter der Kreuzung an der Ecke Kommenderiestraße. Während der Straßenbauarbeiten 2012 musste der Eingangsbereich des Bunkers aus statischen Gründen zubetoniert werden, wie der Veranstalter der Diashow, Wolfgang Losemeyer, erzählt. Ich hol mal die Raritätenkiste″, sagt er und zieht einen im Original erhaltenen Bauplan hervor. Meine Tante hatte damals den Schlüssel für den Bunker. Der wurde irgendwann einkassiert, aber den Plan habe ich heute noch.″

Weniger geschichtsträchtig, dafür umso kreativer ging es in der Städtischen Musik- und Kunstschule am Petersburger Wall zu. Die Kunstdozentin Anja Hockmann zeigt stolz die verschiedenen Stationen, die alle zum Thema Licht″ und Raum″ gestaltet wurden. Wir haben 2018 das Kulturthema Raum. Hier zum Beispiel haben unsere Gäste die Möglichkeit, eine Brille zu basteln, die es ihnen ermöglicht, durch einen weiten Winkel wie ein Insekt zu sehen. Wir haben unsere Aktionen alle so ausgerichtet, dass jeder von acht bis achtzig mitmachen kann.″

Noch länger als achtzig Jahre liegt die Lebensgeschichte von Johann Lenethun zurück. Der Osnabrücker Buchautor Heiko Schulze erzählt in dem historischen Roman Lenethun″, wie der Schneidermeister, der Ende des 15. Jahrhunderts in Osnabrück gelebt hat, sich als Wortführer einer Bewegung der Aufständischen gegen den Stadtrat und den Klerus auflehnte. Schulze ist darüber hinaus unter anderem bekannt für seine Bücher Kär, Kär, Kär! Das Osnabrücker Möchtegern Wörterbuch″ und den Band Zum Nutzen und Vergnügen″, der rund 250 Jahre Zeitungsgeschichte in Osnabrück umfasst. Interessierte konnten bei einer Live-Lesung aus seinem aktuellen Roman Lenethun″ in einer Bäckerei am Rosenplatz dabei sein.

Live-Musik

Reichlich Live-Musik gab es in der nahe gelegenen Klöntrupstraße. Der Songwriter Jonaz Buschsiewehe alias Jon″ trat mit seiner Band in der Jugendkirche zwischen den Genres auf, mit Einflüssen aus Jazz, Soul und Groove. Nebenan in einem privaten Hintergarten spielten die Stone Ponies″ (nein, nicht die ehemalige amerikanische Folkband aus Los Angeles).

Sie sind eine neue Formation aus Altbekannten der Osnabrücker Musikszene, unter anderen mit Ehemaligen von Die Angefahrenen Schulkinder″. Sie begeisterten ihr Publikum unter freiem Himmel mit Country und einem Schuss Rock n′ Roll.

Bildtexte:
Licht auch in Häusern: Tom Herter predigt und slammt im Pfarrhaus der Jugendkirche.
Erinnerungen: Zwei Besucher blättern in einem Fotoalbum.
Heiko Schulze liest in einer Bäckerei am Rosenplatz.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Daniel Batel


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