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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Antikladen A&A in der Georgstraße schließt
 
Ex-VfL-Kultkneipe wird nun zur Spielhalle
Zwischenüberschrift:
Spezialität: Antiquitäten aus Fernost
 
Im früheren Hüggelmeyer war zuletzt eine Shisha-Bar
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Im Inneren des Antikladens Art & Antiques (A& A) in der Georgstraße warten derzeit noch Fächer, Jugendstilschränke, Sekretäre und diverse Buddha-Statuen auf neue Besitzer. Doch wer sich dafür interessiert, muss schnell sein. Der vor allem auf ostasiatische Artefakte spezialisierte Laden wird Ende November für immer geschlossen.

Leicht sei ihr die Entscheidung nicht gefallen, sagt Inhaberin Jutta Paul im Gespräch mit unserer Redaktion. Schließlich gibt es uns in Osnabrück seit 1991, damals hatten wir einen Eckladen an der Martinistraße 67. In die Georgstraße 16 sind wir dann zum 1. Januar 1995 gezogen.″ Doch in den vergangenen Jahren seien immer weniger Kunden gekommen, um das Geschäft erfolgreich führen zu können. Dann und wann etwas zu investieren, das geht, aber ein Geschäft, das sich auf Dauer nicht mehr lohnt, lohnt sich eben nicht.″

Paul, eine gebürtige Osnabrückerin, lebte viele Jahre mit ihrem Mann in Ostasien. Daher kommt ihre Liebe für die Kunst aus dieser Region und die Spezialisierung auf das Segment. Das fand durchaus seine Abnehmer, wenn auch Osnabrück immer ein schwieriges Pflaster war″, wie Paul sagt. Doch man war auf Auktionen präsent, hatte Stammkunden und dank der Banken in der Nachbarschaft auch Laufkundschaft. Aber die Zeiten ändern sich. Heute erledigen die Menschen ihre Bankgeschäfte online das haben wir ebenfalls gespürt.″

Zudem habe das Interesse an antiken Möbeln und Antiquitäten aus Ostasien rapide abgenommen. Junge Menschen interessiert das eben nicht. Vielleicht kommt es einmal wieder, aber das wird wohl noch etwas dauern und so lange warten will ich nicht″, sagt Paul.

Vor A& A war in der Georgstraße 16 übrigens ein anderer Antikladen ansässig. Dieser war auf englisches Silber und Möbel spezialisiert. Was künftig aus dem Ladengeschäft wird, weiß Jutta Paul nicht. Sie selbst will jetzt zusammen mit ihrem Mann den Ruhestand genießen.

Bildtext:
Den Antikladen Art & Antiques (A& A) gibt es in der Georgstraße schon seit 1995. Bald ist Schluss.
Foto:
Corinna Berghahn

Osnabrück An die ehemalige VfL-Kneipe Hüggelmeyer erinnert bald nichts mehr. Aktuell werden die Räume an der Ecke Oststraße/ Bremer Straße umgebaut. Eine Spielhalle soll eröffnet werden. Knallgelbe Schilder kündigen den neuen Laden an. Ein Eröffnungstermin steht aber noch nicht fest.

Ältere Osnabrücker wissen, dass das Lokal eine lange Geschichte hat. 1878 eröffnete der Tischler Heinrich Hügelmeyer an dieser Stelle die Schenkwirtschaft H. Hügelmeyer″. Seine Zielgruppe: durstige Industriearbeiter. Damals lag das Bahnausbesserungswerk nur einen Steinwurf entfernt am damaligen Kanonenweg, der heutigen Oststraße, und das ebenfalls nicht weit entfernte Stahlwerk boomte nach dem Deutsch-Französischen Krieg.

Sein 1905 geborener Sohn, der spätere Kult-Gastwirt Heini Hüggelmeyer, setzte sich 1931 für den Bau des Stadions in unmittelbarer Nähe ein. Das doppelte g″ in seinem Namen entstand durch den Fehler eines Standesbeamten, der dieses bei der Hochzeit von Heini und seiner Frau fälschlicherweise eintrug.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus bis auf die Grundmauern zerbombt. Heini Hüggelmeyer hatte Glück und wurde früh aus englischer Gefangenschaft entlassen. 1949 konnte er die Gaststätte in einem eingeschossigen Notbau mit Flachdach wiedereröffnen. 1968/ 69 erfolgte dann der Neubau in heutiger Gestalt.

Als Heini Hüggelmeyer 1992 starb, verkaufte seine Tochter das Haus. Doch das endgültige Ende der Kneipe folgte erst 2012. Nachdem der langjährige Wirt Paul Hammoor 2011 in den Ruhestand ging, wurde sie nur wenige Monate später als Hüggelmeyer Hoffs Sportgaststätte″ wiedereröffnet. Der Plan war, dass nicht mehr nur der männliche Ostkurven-Dauerkartenbesitzer mit großem Bierdurst angelockt werden sollte, sondern jeder, der an Sport interessiert ist. Doch das familienfreundliche Konzept scheiterte. Nach nur fünf Monaten war Schluss.

2015 folgte die Shisha-Bar Oriental″, aber auch die schloss bald wieder. Heute erinnern noch einige in LilaWeiß gehaltene Schilder des Oriental″ an den VfL Osnabrück. Doch damit wird bald Schluss sein. In Zukunft dominiert im früheren Hüggelmeyer Gelb die Farbe des Geldes.

Bildtexte:
Das Stadion in Sichtweite das Hüggelmeyer″ war einmal ein wichtiger Treffpunkt der VfL-Fanszene. Zurzeit wird das Lokal zur Spielhalle umgebaut.
Die Gaststätte Hügelmeyer im Jahr 1892. Erst in den 1920er-Jahren wanderte der Eingang an die Ecke zur Oststraße.
Fotos:
Corinna Berghahn, Sammlung Helmut Riecken
Autor:
Corinna Berghahn


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