User Online: 1 | Timeout: 22:29Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Moorbrand: Lage etwas entspannt
 
Kein Zugriff auf Moorbrand-Daten
Zwischenüberschrift:
Bundeswehr gibt Messdaten nicht heraus
 
Bundeswehr schweigt zu Luftmessungen / Neuere Erhebungen geben Entwarnung
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Meppen Der Landkreis Emsland hat den Katastrophenalarm wegen des Moorbrandes auf der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen gestern Morgen aufgehoben. Mit Blick auf das aktuelle Brandgeschehen und den Löscheinsatz auf dem Gelände der Bundeswehr sagte Landrat Reinhard Winter, dass er eine Evakuierung für angrenzende Dörfer wie Stavern derzeit ausschließen könne.

Derweil kämpfen die 1447 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW sowie Bundeswehr immer noch gegen die Brandherde. Speziell in der Nachbarschaft zum Dorf Tinnen schwelt das Feuer noch tief im Moorboden.

Unterdessen veröffentlichte die Kreisverwaltung auf ihrer Homepage Messdaten aus Stavern und Sögel, die seit dem 21. September vom ABC-Gefahrgutzug Leer in diesen Ortschaften gemessen wurden. Danach gab es ab dem 21. September in Stavern und Sögel keine Gesundheitsgefährdungen für die Bevölkerung.

Nach Auskunft von Claudia Schröder aus dem Landesgesundheitsministerium in Hannover hat die WTD jedoch weitergehende Ergebnisse, die die kritische Situation in den Tagen vom 14. bis 21. September wiedergeben. Allerdings komme auch das Ministerium nicht an die Messdaten der Bundeswehr heran. Grünen-Landtagsabgeordneter Christian Meyer sieht darin einen Skandal″

Mehr als drei Wochen nach Ausbruch des Moorbrandes bei Meppen gibt es vorsichtige Entwarnung. Ob die Rauchwolke der ersten Wochen gesundheitsgefährdend war, ist aber immer noch unklar.

HannoverAm Wochenende des 8. und 9. Septembers gingen in der Leitstelle Wittmund in Ostfriesland zahlreiche Anrufe besorgter Anwohner ein. Beißender Brandgeruch hing in der Luft er stammte vom Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 etwa 100 Kilometer entfernt bei Meppen.

In großen Teilen Nordwestdeutschlands war der Rauch des bis heute nicht gelöschten Feuers zu sehen und vor allem zu riechen. Behörden rieten den Anwohnern, im Haus zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu haben. Gleichzeitig beschied die Bundeswehr dem Innenministerium, dass für die zivilen Einsatzkräfte keine Gesundheitsgefahr bestehe.

Ob der Rauch für Anwohner und Einsatzkräfte gesundheitsgefährdend war, ist bis heute offen. Der Landkreis Emsland hat zwar auf seiner Internetseite nun beruhigende Messergebnisse veröffentlicht. Die reichen aber nur bis zum 21.September zurück also in eine Zeit, als die dunklen Rauchschwaden über Niedersachsen bereits weitgehend verschwunden waren.

Nach Auskunft von Claudia Schröder aus dem Landes-Gtesundheitsministerium in Hannover hat die WTD zwar weitergehende Ergebnisse. Doch: Wir kommen nicht an die Messdaten der Bundeswehr heran″, sagte Schröder am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtags.

Die Grünen sehen darin einen Skandal: Es ist unverantwortlich, dass das Land angesichts zurückgehaltener Messdaten der Bundeswehr aus den ersten zwei Wochen des Moorbrandes weiterhin die Gesundheitsgefahren für Einsatzkräfte und Anwohner herunterspielt″, sagte der Abgeordnete Christian Meyer. Die Fraktion will weiterhin Fragen zu dem Brand stellen.

Ob die Bundeswehr über weitere Messdaten verfügt oder sogar einen Messwagen im Einsatz hatte, wollte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion am Donnerstag nicht verraten. Dazu äußern wir uns nicht″, sagte er.

Unterdessen scheint der Moorbrand unter Kontrolle zu sein, auch wenn Experten von einem wochen- bis monatelangen Weiterglimmen in tiefen Torfschichten ausgehen. Nun gehe es um die Auswertung, sagte Alexander Götz vom Innenministerium. Vor allem die Kommunikation der WTD müsse sich verbessern, forderte Götz. Außerdem brauche es Notfallpläne für das Gelände. Diese habe es bisher nicht gegeben: Das haben wir sehr deutlich angesprochen″, sagte Götz.

Bildtext:
Entspannt, aber nicht ausgestanden: Noch immer ist die Feuerwehr in Meppen im Einsatz.
Foto:
dpa/ Carmen Jaspersen

Kommentar
Mehr Einsatz, bitte!

Dass die Bundeswehr in den ersten beiden Wochen des Moorbrandes bei Meppen ungefähr alles falsch gemacht hat, was man falsch machen konnte, ist mittlerweile unübersehbar. Dass das Land in Sachen Moorbrand immer wieder auf die Fehler der Bundeswehr hinweist, ist auch richtig. Doch selbst bekleckert sich vor allem der SPD-Teil der Landesregierung auch nicht mit Ruhm: Als die gewaltige Rauchfahne bereits tagelang über den Nordwesten zog, nahmen die Spitzen im politischen Hannover keine Notiz vom Großfeuer. Auch als die Bundeswehr von Tag zu Tag mehr Kräfte anforderte, blieb das Innenministerium erst einmal stumm. Dass SPD-Ministerpräsident Stephan Weil am vergangenen Samstag kurzfristig zur Visite der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach Meppen reiste, hatte mehr mit dem zeitgleichen Besuch seines CDU-Vertreters Bernd Althusmann zu tun als mit der Lage vor Ort. Und in Sachen Gesundheitsgefahr lässt sich das Ministerium von Carola Reimann (SPD) jede Antwort aus der Nase ziehen, statt aktiv zu werden. Es mag ja sein, dass das Land formal nicht zuständig und das Emsland weit weg von Hannover ist. Für ihre Bürger sind die Minister aber sehr wohl zuständig. Und hier wäre mehr Einsatz gefragt.
Autor:
Klaus Wieschemeyer, tb, ma


Anfang der Liste Ende der Liste