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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Großer Schaden durch Moorbrand
 
Grüne: Luftmessungen veröffentlichen
 
Ignoranz undÜberheblichkeit
Zwischenüberschrift:
„Bis jetzt unklar, wie schädlich Moorbrand für Anwohner ist″ / Glutnester im Boden
 
Leserbrief
Artikel:
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Originaltext:
MeppenDer Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände im Emsland hat nach Einschätzung des Umweltministeriums zu nachhaltigen Schäden für Umwelt und Tierwelt geführt. Wichtiger Lebensraum sei durch den Brand verloren gegangen.

Meppen/ Hannover Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Anja Piel, forderte im Gespräch mit unserer Redaktion die sofortige Offenlegung aller Messergebnisse. Bis jetzt warten wir auf die Veröffentlichung der Schadstoffmessungen. Bis jetzt ist unklar, wie schädlich der Rauch für die Anwohner und Einsatzkräfte wirklich ist. Fachleute und Behörden widersprechen sich dabei konsequent″, sagte Piel gestern nach einer Sitzung des Umweltausschusses in Hannover. Sie sieht nicht nur die Bundeswehr, sondern auch die Landesregierung in der Pflicht. Die Groko muss hier für Klarheit sorgen, wenn die Bundeswehr dazu ganz offensichtlich entweder nicht willens oder in der Lage ist.″

Am Freitag hatte Niedersachsen im Rahmen der Amtshilfe ein Messfahrzeug aus Nordrhein-Westfalen angefordert, welches über das Wochenende eigene Messungen durchführte. Diese Daten sollen nach Angaben des Umweltministeriums zeitnah veröffentlicht werden. Die Grünen gehen aber davon aus, dass es unter Umständen noch weitere Messungen aus der vergangenen Woche gibt, die bisher nicht offiziell bekannt gegeben wurden. Bundeswehr und niedersächsisches Innenministerium hatten bisher betont, der Rauch sei ungefährlich. Die Grünen fordern überdies für Donnerstag eine Unterrichtung des Landtags durch Innenminister Boris Pistorius und Gesundheitsministerin Carola Reimann (beide SPD).

Unterdessen haben gestern 1443 Einsatzkräfte noch immer den Moorbrand im Emsland bekämpft. Ich bin überwältigt von dem Entgegenkommen der Menschen″, sagte Andreas Sagurna, Leiter des Zentrums Brandschutz der Bundeswehr, gestern im Kreistag. Er gab den Kreistagsabgeordneten einen ausführlichen Bericht. Die Lage ist in der vierten Nacht stabil.″ Es existierten keine oberirdischen Feuer mehr. An zwei Stellen auf der acht bis zwölf Quadratkilometer großen Brandfläche gebe es allerdings starke Rauchentwicklungen. Das größte Problem seien die Glutnester tief in der Erde. Deshalb würde das Areal jetzt stark gewässert, sowohl über Rohre unterirdisch als auch oberirdisch. Mit den neuen Wärmebildaufnahmen der Tornadoüberflüge sollen Glutnester zudem unterirdisch gezielt lokalisiert und geflutet werden. Wir werden uns jetzt auf die unterirdische Brandbekämpfung konzentrieren″, so der Einsatzleiter. Unterdessen sagte Landrat Reinhard Winter unserer Redaktion, dass er den Katastrophenfall zurzeit noch nicht aufheben wird″. Seit gestern ist auch wieder ein Transporthubschrauber im Einsatz, der bis zu 5000 Liter Wasser aufnehmen kann und von oben das Feuer löscht.

Die Raketen, die den Moorbrand auf dem WTD-91-Gelände vor drei Wochen ausgelöst haben, wurden von dem Kampfhubschrauber Tiger″ von Airbus Helicopters abgeschossen. Die Schießerprobung sei im Rahmen einer Beauftragung durch die Bundeswehr durchgeführt worden.

Bildtexte:
Kurze Verschnaufspause: Die Einsatzkräfte kämpfen auf dem Bundeswehrgelände im Emsland gegen den Moorbrand.
Brandauslöser: ein Tiger″- Kampfhubschrauber.
Fotos:
Jan Südmersen, dpa

Zum Moorbrand in Meppen.

„[…] Nun brennt also seit geraumer Zeit ein Moor auf dem Bundeswehrareal WTD 91 […]. Verursacht durch Raketenbeschuss zu Testzwecken. Und dies in einem der trockensten Sommer der letzten Jahrzehnte, in dem Privatleuten aus Furcht vor Waldbränden vielerorts das Grillen untersagt war.

Dumm nur, dass bei einem solchen Munitionstest auf , Brennstoffuntergrund′ dann auch noch die Löschfahrzeuge defekt sind. […] Mir geht es vielmehr um eine scheinbare Nuance, die doch mehr enthält. Auftritt eines Vertreters der WTD 91 (Dr. Thomas Mályusz) in
einem Fernseh-Interview des NDR zum Brandgeschehen.

In überraschend unkritischer bis schockierend arroganter Manier versucht dieser zu vermitteln, dass es unter den zu der Zeit herrschenden Wetterbedingungen wohl auch ohne Raketenbeschuss zeitnah zu einem , schönsten Moorbrand′ gekommen wäre. Auf den berechtigt kritischen Einwand des Jounalisten, ob dies nicht , eine steile These′ sei, wird dann tatsächlich auf , die Wikipedia′ verwiesen.

Lassen wir den verstörenden Aspekt der , Schönheit′ vor dem Hintergrund der jetzigen Katastrophe und ihren noch immer kaum absehbaren ökologischen, gesundheitlichen und finanziellen Folge einfach mal unbewertet (zur Erinnerung: das Moor brennt nach wie vor). Wenn solche , Experten′ dann auch noch davon sprechen, dass die Lage
unter Kontrolle sei, dann wird es üblicherweise gruselig. […]

Fast wäre man geneigt, Rücktritts- oder Entlassungsforderungen zu stellen, wäre da nicht neuerdings auch die Befürchtung einer Beförderung. In Zeiten von Trump und AfD darf es geistig-argumentativ jedenfalls schlimmer nicht werden. Auch und schon gar nicht bei der Bundeswehr. Ignoranz und Überheblichkeit sind da wenig hilfreich.″

Dr. rer. nat. Hermann

Clemens Altmeppen

Hamburg
Autor:
Carola Alge, Hermann-Josef Mammes, Klaus Wieschemeyer, Dr. rer. nat. Hermann Clemens Altmeppen


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