User Online: 4 | Timeout: 10:50Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Brand droht auf Wald überzugreifen
Zwischenüberschrift:
650 Einsatzkräfte bekämpfen Feuer auf Moorgelände der Bundeswehr in Meppen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen ist gestern Nachmittag außer Kontrolle geraten. Weitere Feuerwehren wurden alarmiert, um den bereits rund 400 Einsatzkräften zu helfen. Der Kreis Emsland rief die Anwohner am Abend dazu auf, Türen und Fenster wegen der Rauchentwicklung geschlossen zu halten.

Meppen Auf einem Teil des fast 20000 Hektar großen Schießplatzes der Bundeswehr in Meppen brennt es seit dem 4. September. Auslöser waren Waffentests mit einem Hubschrauber, der Raketen abgefeuert hatte. Alle Anstrengungen, das Feuer zu löschen, schlugen bislang fehl. Es gelang zunächst lediglich, eine Ausbreitung zu verhindern. Mittlerweile soll bereits eine Fläche von fünf Quadratkilometern verbrannt sein. Gestern Nachmittag verschlimmerte sich die Lage. Der zunehmende Südwestwind sorgte für eine Ausbreitung des Feuers. Die Flammen drohten laut Einsatzmeldung der Feuerwehr auf Waldgebiete überzugreifen. Eine große Rauchwolke erstreckte sich vom mittleren bis ins nördliche Emsland. Auch im rund 100 Kilometer entfernten Bremen gingen mehrere hundert Notrufe wegen Brandgeruchs ein. Auch die Bewohner der Kreise Oldenburg, Verden, Cloppenburg, Vechta und Diepholz waren betroffen.

Deshalb wurde zu den etwa 400 Kräften von THW und Bundeswehrfeuerwehr die Kreisfeuerwehrbereitschaft Emsland-Nord mit weiteren 250 Einsatzkräften hinzugezogen, bestätigte Lambert Brand, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Rauchentwicklung war noch nie so groß wie aktuell″, sagte Brand.

Trotz mehrfacher Nachfragen unserer Redaktion am Dienstag bei Feuerwehren und WTD 91 gab es keine detaillierten Auskünfte zur aktuellen Lage.

In der Vergangenheit kam es auf der WTD 91 in Meppen immer wieder zu kleineren und größeren Bränden. 80 bis 100 Feuer verzeichnet die Dienststelle pro Jahr durch den Erprobungsbetrieb. Die letzten Großbrände ereigneten sich im Juli 2010 sowie Juni 2006.

Bildtext:
Der Großbrand auf dem WTD-Gelände war gestern weithin sichtbar.
Foto:
Tobias Böckermann

Kommentar
Pleiten, Pech und Pannen

Es ist nicht das erste Großfeuer in der langen Historie der Wehrtechnischen Dienststelle 91. Allerdings haben die Verantwortlichen aus Fehlern der Vergangenheit keine Lehren gezogen. Gerade nach lang anhaltender Trockenheit kam es immer wieder zu Moorbränden. Der berühmte Funke reichte aus, um ausgedörrte Flächen in Brand zu setzen.

Das Bekämpfen der Glutnester, die sich tief ins Erdreich bohren, ist harte Knochenarbeit. Die Feuer 2006, 2010 und vor allen Dingen 2017 weisen viele Parallelen zur jetzigen Einsatzlage auf. So wurden im Mai 2017 ähnliche Waffensysteme getestet. Erneut kamen die Spezialfahrzeuge nicht rechtzeitig zum Brandherd. Eine Löschraupe war defekt, und die zweite versagte auf dem Weg zum Einsatzort den Dienst. In den letzten Tagen setzte sich leider die Serie von Pleiten, Pech und Pannen fort. Mit fatalen Folgen: Der Brand gerät immer mehr außer Kontrolle. Ein solches Ausmaß hat es bisher noch nicht gegeben.

Hinzu kommt eine Informationspolitik, die den Namen nicht verdient. Die WTD ist dabei, ihren Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung zu verspielen. Sie nimmt die Ängste der Menschen nicht ernst. Es wird höchste Zeit, dass die Bundeswehrspitze mit Ministerin Ursula von der Leyen die Sache selbst in die Hand nimmt. Die Einsatzkräfte vor Ort sind schlichtweg überfordert.
Autor:
Malte Goltsche, Harry de Winter, Hermann- Josef Mammes


Anfang der Liste Ende der Liste