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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wilde Gärtner
Zwischenüberschrift:
Schön, aber auch legal? Wie die Stadt Osnabrück zu „Guerilla Gardening″ steht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seit ein paar Jahren ist das Guerilla Gardening″ in Mode, dabei bepflanzen Bürger öffentliche Flächen ihrer Stadt, in der Regel mit dem Ziel, diese zu verschönern. In Osnabrück wurden die wenigen öffentlichen Anpflanzungen bislang geduldet obwohl sie rechtlich problematisch sein können.

Osnabrück Mais gehört in Wohngebieten ja eher nicht zur gewöhnlichen Straßenbepflanzung. Vor drei Jahren allerdings wuchs die Nutzpflanze plötzlich in der Osnabrücker Kornstraße was, zumal da Mais auf Englisch Corn″ heißt, ganz sicher kein Zufall war.

Die Stauden schafften es zur vollen Reife, allesamt trugen sie Kolben. Für die Osnabrücker Service-Betriebe (OSB), die für die Bepflanzung zwischen Straße und Gehweg zuständig sind, war die ungewöhnliche Begrünung der wohl erste größere Fall von Guerilla Gardening″ in der Stadt. Korn gehört üblicherweise nicht zu unseren üblichen Bepflanzungen″, sagte damals OSB-Sprecherin Katrin Hofmann.

Entfernt hatte die Stadt den Mais damals nicht, das wäre erst geschehen, hätte er die Sicht der Autofahrer behindert. Grundsätzlich ist Guerilla Gardening′ ja auch nichts Schlimmes″, sagt Katrin Hofmann heute. Die Leute machen das ja aus einer guten Absicht.″

Trotzdem kann die private Begrünung öffentlicher Flächen zu einem Problem werden. Streng genommen ist das illegal, denn grundsätzlich können sich Guerilla-Gärtner wegen Sachbeschädigung strafbar machen″, schreibt die Juristin Michaela Rassat in einer Pressemitteilung des D.A.S.-Leistungsservice. Eine Strafverfolgung findet allerdings nur auf Antrag des Geschädigten statt. In der Regel gehen die Kommunen allerdings nicht gegen Guerilla-Gärtner vor. Ausnahmen bestätigen die Regel: In Bonn wurde im Jahr 2013 ein Rentner verurteilt, weil er jahrelang die Beete seiner Straße bestückte unter anderem mit giftigen und wild wuchernden Pflanzen oder mit Findlingen.

In Osnabrück gab es bislang keinerlei Fälle dieser Art. Ohnehin zeigen sich die Bürger beim Guerilla Gardening″ eher zurückhaltend. Mir fällt im Moment nur ein, dass in der Hasestraße Gerüste aufgestellt wurden, mit denen einige Bäume gehalten werden, und an den Gerüsten Blumentöpfe hängen.″ Gegen diese Art der Begrünung hat Katrin Hofmann überhaupt nichts einzuwenden.

Grundsätzlich hätte sie auch nichts dagegen, würde sich ein Verein gründen und die Stadt an einzelnen Stellen begrünen. Der Versicherungsschutz müsste dabei aber geklärt sein″, sagt Hofmann. Wenn da jemand die Spitzhacke rausholt und Nachbars Auto beschädigt, muss geklärt sein, wer haftet.″ Ein weiteres Problem privater Initiativen: Es kann immer sein, dass sich Leute engagieren und etwas anpflanzen, und nach ein paar Jahren haben sie keine Lust mehr, sich um die Pflege zu kümmern.″

Völlig unproblematisch und absolut gewünscht ist laut Katrin Hofmann aber der Bürgereinsatz bei der Bewässerung öffentlicher Anpflanzungen. Wenn es so trocken ist wie zuletzt, sind wir für jeden dankbar, der uns beim Gießen unterstützt.″

Bildtext:
Ein bisschen Grün: Guerilla-Gardening in der Osnabrücker Hasestraße.
Foto:
Hendrik Steinkuhl
Autor:
Hendrik Steinkuhl


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