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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Backpfeife″ beim Schnatgang
 
Backpfeife und Platzregen
Zwischenüberschrift:
„Olle use″: Heger Laischaft fällt Esche beim Schnatgang
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Beim Schnatgang der Heger Laischaft erhielt am Freitagnachmittag Matthias Mohrbutter (14) eine Ohrfeige vom Wort- und Buchhalter der Laischaft, Gerd Gust. Mit der Backpfeife an der Eisernen Hand″ in der Altstadt soll sich die Jugend traditionell die Grenzen der Laischaft hinter die Ohren schreiben. Gust erklärte: Da der Junge erst vor Kurzem eine Zahnspange bekommen hat, fiel die Backpfeife sehr wohlwollend aus.″
Foto:
Thomas Osterfeld

Kein Karnevalsumzug, sondern der Schnatgang zog am Freitagnachmittag vom Osnabrücker Marktplatz ins Heger Holz, um die Grenzen des Laischaftsgebiets zu prüfen. An der Eisernen Hand″ erhielt ein Junge eine Backpfeife.

Osnabrück Die Heger Laischaft, die Fahnen- und Schilderträger und die Kutsche mit dem Schützenkönigspaar Klaus und Anke Reichert-Duhme führten eine lange Menschenschar an. Die Schulkapelle des Ratsgymnasiums und das Blasorchester der Angelaschule spielten stimmungsvolle Blasmusik beim Schnatgang. Nachdem der Menschenzug vom Marktplatz durch das Heger Tor auf dem Weg zur Eisernen Hand″ war, setzte auf einmal starker Regen ein. Zunächst marschierten die Altstädter tapfer weiter, bevor sie doch zum Unterstellen aufriefen. Nach dem Schauer drehte ein Junge der Ratskapelle seine Tuba um, und ein Wasserschwall ergoss sich auf die Straße.

Ohrfeige für Junge

Etwa 500 Meter weiter an der Eisernen Hand″ in der Lotter Straße erhielt dann ein Junge eine Ohrfeige. So soll sich traditionell die Jugend die Grenzen hinter die Ohren schreiben. Stellvertretend für alle Jungen, musste der diesjährige Schützenkönig der Heger Laischaft Matthias Mohrbutter (14) seine Wange hinhalten. Angst hatte er keine. Die Ohrfeige ist ja nur symbolisch″, sagte Mohrbutter. Nach einer kurzen Erklärung, woher die Tradition stammt, sagte der Wort- und Buchhalter der Heger Laischaft Gerd Gust: Wir müssen das jetzt machen″ und gibt dem Jungen eine sanfte Ohrfeige. Bereits im Vorfeld hatte er erklärt: Da der Junge erst vor Kurzem eine Zahnspange bekommen hat, wird die Backpfeife sehr wohlwollend ausfallen.″

Baum gefällt

Für den Jungen und andere Kinder, die mitgingen, gab es nach der Backpfeife eine süße Brezel. Über den Lieneschweg marschierte der Menschenzug weiter zum Heger Holz. Die 1560 gegründete Laischaft kontrolliert beim jährlichen Schnatgang die Grenze ihres Gebiets. Ursprünglich war die Laischaft ein Zusammenschluss von Weideland-Besitzern. Das einstige Weideland ist jedoch seit über 300 Jahren ein Wald, und zwar das Heger Holz. Auch wenn der Schnatgang heute mehr Brauchtum ist, wurde am Freitag in der Nähe des Parkhotels eine über die Grenze ragende Esche gefällt. So, jetzt ist die alte Grenze wiederhergestellt″, erklärt Gust. Am Schnatgang nehmen traditionsgemäß die Mitglieder der Heger Laischaft teil, die sich selbst Interessenten nennen. Interessent ist, wer eine der 248 sogenannten Gerechtigkeiten besitzt. Zu den Gerechtigkeiten″ gehören Altstadtgebäude und Parzellen im Heger Holz.

Da einige Immobilien in anderen Besitz übergegangen sind, haben auch manche Institutionen eine Gerechtigkeit″ inne: Stadt Osnabrück, evangelische Stiftung, katholische Kirche und Sparkasse. Deshalb marschierte am Freitag auch der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert mit. Am Tag vor dem eigentlichen Schnatgang fand der traditionelle Fackelzug statt. Zum ersten Mal sangen am Donnerstag die Altstädter ihr neu konzipiertes Heger-Laischafts-Lied. Alle sieben Jahre sammelt sich der Interessenten Schar mit Fackelzug zum großen Schnatgang, das ist wunderbar″, heißt es in der zweiten Strophe.

Bildergalerie zum Schnatgang und Fackelzug sowie ein Video finden Sie auf noz.de/ osnabrueck

Bildtext:
Flotte Musik und Blumenschmuck: Trotz eines heftigen Regenschauers war Freitagnachmittag die Stimmung beim " Großen Schnatgang" aus der Altstadt zum Heger Holz gut.
Fotos:
Thomas Osterfeld
Autor:
Jana Henschen


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