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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Viele Ideen für das Busnetz 2019
 
Ringlinie für Osnabrück?
Zwischenüberschrift:
Busnetz 2019: Stadtwerke machen Vorschläge für Angebotserweiterungen
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Wie soll das Osnabrücker Busnetz der Zukunft aussehen? Diese Frage haben die Stadtwerke vor drei Monate den Bürgern gestellt. Nun liegen die Ergebnisse vor und die Politik muss entscheiden, welche Forderungen erfüllbar sind.

Bekommt Osnabrück eine Ringlinie? Bleibt Atter direkt mit der City verbunden? Fahren Busse in Hellern bald im Zehn-Minuten-Takt? Die Stadtwerke haben die Wünsche der Bürger an das Busnetz 2019 erhört und mit Preisschildern versehen. Jetzt muss die Politik sagen, wie viel Geld ihr der öffentliche Nahverkehr wert ist

Osnabrück Wie soll das Osnabrücker Busnetz der Zukunft aussehen? Die Stadtwerke haben dazu vor drei Monaten einen Plan vorgelegt. Von Mitte Juni bis Mitte August konnten Interessierte die Entwürfe studieren, Kritik äußern und Verbesserungen vorschlagen.

585 Bürger aus Osnabrück und der Region machten davon Gebrauch überwiegend im Onlineverfahren, wie die Stadtwerke feststellten. Insgesamt landeten 848 Rückmeldungen zu zig verschiedenen Punkten auf dem Tisch der Busnetz-Planer. Heute werden die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Ein Ratsbeschluss über das neue ÖPNV-Angebot soll dann am 30.Oktober fallen.

Sparen oder spendieren

Die gespannten Blicke richten sich damit auf die Politik. Sie muss entscheiden, welche Forderungen aus der Bürgerschaft finanziell erfüllbar sind und welche nicht. Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes hatte bereits im Juni erklärt, dass Extrawünsche auch extra kosten″. Wer mehr öffentlichen Nahverkehr wolle, müsse dafür entweder mehr Geld geben oder Einsparungen an anderer Stelle in Kauf nehmen. Vorgabe für die Planer sei gewesen, alle Veränderungen im Busnetz kostenneutral″ umsetzen zu können also ohne das gegenwärtige 36-Millionen-Euro-Budget für die Dienste des Verkehrsbetriebs zu überschreiten.

Zur Debatte steht mithin etwa die Frage, ob sich Osnabrück eine komplette Ringlinie leisten will. Bislang ist im Busnetz 2019 lediglich eine sogenannte Tangentiallinie (Linie 110) vorgesehen, die halbkreisartig einen Bogen schlägt vom Heger Friedhof im Westen über Haste im Norden bis zum Gewerbegebiet Hasepark im Osten der Stadt. Laut Entwurf soll sie montags bis freitags im Halbstundentakt verkehren. Bürger verlangen jedoch, die Linie mindestens alle 20 Minuten und auch am Wochenende fahren zu lassen. Außerdem solle sie Hauptbahnhof, Innenstadt und Fledder anbinden.

Die Stadtwerke schlagen deshalb vor, die Tangente zur Ringlinie mit 20-Minuten-Takt weiterzuentwickeln. Für 616000 Euro jährlich ist das möglich, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht. Sollen die Busse nicht nur werktags, sondern auch samstags kreisen, kämen noch einmal 108000 Euro obendrauf.

Auch andere Leistungen hätten ihren Preis. Beispiele: 10-Minuten-Takt auf Metrobus-Linien und 20-Minuten-Takt auf Stadtbus-Linien, jeweils von 6.30 bis 20 Uhr 550000 Euro/ Jahr. Das Ganze morgens schon ab 6 Uhr, einschließlich Angebotsausweitungen am Abend noch mal 370000 Euro/ Jahr. Montags bis freitags eine zusätzliche Metrobus-Abfahrt um 1 Uhr 120000 Euro/ Jahr.

Eine Taktverdichtung auf der künftigen Metrobus-Linie M4 zwischen Neumarkt und Hellern (Große Schulstraße) von 20 auf 10 Minuten würde 640000 Euro im Jahr kosten. Eine stündliche Anbindung von Hörne, bewerkstelligt durch Verlängerung der Stadtbus-Linie 42 über die bisherige Endhaltestelle Sandgrube (Wüste) hinaus, mindestens 164000 Euro/ Jahr. Immerhin: Für Atter, das den Verlust einer umstiegsfreien Verbindung in die Innenstadt fürchten muss, zeichnet sich eine Gratislösung ab indem die Stadtbus-Linie 21 über Eversburg-Büren hinaus weitergeführt wird. Das geht angeblich ohne Mehrkosten.

Mehr Infos im Internet auf noz.de/ verkehr-os

Bildtext:
Wird reformiert: das Busliniennetz der Stadt Osnabrück.
Foto:
David Ebener

Kommentar
Der Kreis schließt sich

Eine Ringlinie für Osnabrück: Immer wieder wurde sie von Fahrgästen und Politikern gefordert, immer wieder wurde sie von den Stadtwerken abgelehnt. Nun kommt der große Kreisverkehr für Busse vielleicht doch wenngleich ganz anders als gedacht.

Und zwar nicht auf dem Wall, wie es beispielsweise FDP-Ratsherr Thomas Thiele 2016 im Kommunalwahlkampf forderte. Denn dieser Straßenring ist nach Ansicht der Stadtwerke einfach zu eng und zu innenstadtnah, um ihn für einen wirtschaftlichen und verkehrlich attraktiven Busring zu nutzen.

Stattdessen könnte es in Osnabrück ab Herbst 2019 eine Linie geben, die einen anderen Bogen schlägt: vom Lotter Kirchweg im Westen über Haste (Eberleplatz) im Norden bis zur Rosenburg im Westen und von dort weiter durch den Industrie-Stadtteil Fledder über die Knotenpunkte Hauptbahnhof und Neumarkt, bis sich nahe der Illoshöhe in der Weststadt der Kreis schließt. Zugegeben: Der Osnabrücker Süden würde davon zunächst nur indirekt profitieren. Gleichwohl wäre eine solche Verbindung, die weit über das bereits geplante Angebot einer Tangentiallinie hinausgeht, eine Überlegung wert. Mag sie auch viel Geld kosten diese Investition in den ÖPNV könnte sich lohnen.
Autor:
Sebastian Stricker


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