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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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1. 
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gemeinschaftliche Sitzung der städtischen Collegien.
Zwischenüberschrift:
Donnerstag, 1. Juli.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
1. Stadtbauplan vor dem Hegerthore.
Oberbürgermeister Miquel vertheidigt zuerst die Vorsicht, schon jetzt in der Feldmark, wo Häuser gebaut werden können, Straßenlinien festzustellen, wenn auch der Anbau 50 und mehr Jahre auf sich warten lasse. Früher habe man das Bauen in der Feldmark ganz verboten und die Thore zugeschlossen; dann sei man zwar von dem Princip abgegangen, habe aber das Bauen an eine vom Magistrat zu erbittende Concession geknüpft und diese nur ertheilt, wenn an einer offenen Straße gebaut werden sollte. Daher sei es denn gekommen, daß so viele Leute sich an den Chausseen angebauet hätten, weil den städtischen Verhältnissen gar nicht günstig sei, da hierdurch der Stadt eine Länge gegeben sei, die sich viel zu sehr ausdehne im Verhältnis zur geringen Breite. Zudem sei damit das Bauwesen beschränkt, und eine Menge zu Bauplätzen geeigneter Grundstücke verschlossen geblieben. Seit kurzem hat man beschlossen, das Recht zum Bauen weiter zu führen, jedoch so, daß der Bauende sich an eine vorgeschriebene Straßenlinie binde; dazu ist aber erforderlich, daß ein System geordneter Straßen festgestellt werde, weil sonst Anarchie im Bauwesen entstehen müßte. Es würde ein Unrecht sein, magistratsseitig das Baurecht auf gewisse Grundstücke zu beschränken; die Obrigkeit sei verpflichtet, diejenigen Theile  der Feldmark zu ordnen, die sich zu Bauplätzen eignen. Allerdings sei das wahr, daß manche Straßen erst nach Jahren  ausgebaut werden würden; allein der Anbau werde jedenfalls  früher geschehen, wenn er gesetzlich ermöglicht sei. Ja er gehe  noch weiter. Nicht bloß zwischen dem Martini- und Hegerthore,  wo man den alten Wall niederzulegen und Straßen bis zur  Augustenburg möglich zu machen denkt, müsse ein Straßennetz  festgestellt werden, um es vor dereinstiger Verwirrung zu bewahren; sondern wenn die jetzt veranstaltete Grundvermessung  auf Staatskosten zum Zweck der Grundsteuerregelung vollendet und eine umfassende Karte vorhanden sei, müsse das auch vor anderen Thoren geschehen. Oberbürgermeister Miquel und Stadtbaumeister Richard  machen dann erläuternde Bemerkungen über die vom Stadtbaumeister vorgelegte Karte des Straßennetzes vor dem Hegerthore, und betonen, daß man darauf bedacht sein müsse, die Stadt mehr in die Breite auszudehnen und vor allen Dingen die Quartiere nicht zu groß anzulegen, wie in Hannover geschehen. Man sprach von der Zweckmäßigkeit, der künftigen Wallstraße eine Parallelstraße beizufügen, und war dann verschiedener Ansicht über die Breite der Wallstraße, die mit ihren Fortsetzungen eine Ringstraße werden wird, geeignet zu einem Boulevard, wenn innerhalb derselben Bäume angepflanzt werden. Am Ende werden folgende drei Fragen bejaht:
a. Ob der vorgelegte Plan im allgemeinen angenommen werden soll, vorbehältlich der an Wall- und Parallelstraße gemachten Ausstellungen.
b. Ob die Wallstraße vorläufig zu 80 Fuß Breite angenommen werden soll, vorbehältlich der bei Eintritt des Anbaues zu erwägenden Frage, ob 60 Fuß genügen.
c. Ob der Wallstraße vom Martini- bis Hegerthore eine Parallelstraße gegeben werden soll.
Nach Erledigung dieser Sache verkündet der Oberbürgermeister, daß nun der fertige Straßenplan öffentlich ausgelegt werden soll.
2. Herstellung der Vorflut für die für die Durchlässe an der Eisenbahn vor dem Johannisthore. Es handelt sich hier um zwei nahe beisammen liegende Strecken. Zwischen der Iburger und Meller Chausee liegt der Wulfeskamp, an den sich die Häuser befinden, in denen 1866 die Cholara ausbrach, und in denen auch noch jetzt permanente gastrische und Kerperfieber grassiren, weil der Boden ganz versumpft ist. Ihn zu entwässern bietet sich jetzt die Gelegenheit dar, indem die Eisenbahn sich verpflichtet hat, die Durchlässe unter der Bahn zu diesem Zwecke tief genug zu legen. Dagegen ist nun der Magistrat verpflichtet, für die erforderlich Vorflut zu sorgen.Oberbürgermeister ; iquel schlägt vor, hinter den erwähnten ungefunden Häusern her einen Graben zu ziehen bis auf den Durchlaß unter der Eisenbahn, und ihn dann fortzusetzen bis in den Stadtgraben, der durch Entfernung des Staues fähig ist, das Wasser zu fassen. Die Möglichkeit zur Entwässerung durch Drainage u. s. w. ist dann gegeben. Dieser Antrag wird genehmigt.
Die zweite Strecke beginnt zwischen der Iburger Chausee und Hagener Landstraße und zieht sich am Relkplatz herunter. Es ist dort zwar ein Graben, aber durchaus ungenügend, daher der Boden versumpft. Der Oberbürgermeister schlägt auch hier die Anlage eines hinreichend tiefen Entwässerungsgraben auf Kosten der Stadt vor, insoweit die Eigenthümer nicht gesetzlich angehalten werden können, selbst zu bezahlen. Ebenfalls angenommen.
3. Erweiterung der Johannisfreiheit bis zur Neuenmühle. Dieselbe ist nöthig wegen des bald entstehenden lebhaften Verkehrs zwischen der Johannisstraße und der neuen Eisenbahn. Beschlossen muß schon jetzt darüber werden, weil bei der Neuenmühle eine steinerne Brücke gebaut und die Straße kanalisirt werden soll. Auf des Oberbürgermeisters Antrag wird beschlossen, nach dem vorliegenten Plane vorzuschreiten und zu erpropriren.
4. Bausachen in der Feldmark. Der neulich besprochene Fall eines von Fromme und seinem Schwager unternommenen Baues an einer Querstraße der Bramscher Straße wird entlich nach langer Debatte dahin erledigt, daß Fromme eine Straße von 22 Fuß möglich lassen, die Straße weiter hinauf aber 40 Fuß breit sein soll. Dies nur als Ausnahme, weil das Haus weit von der Stadt liegt. Außerdem trug Synd. Detering noch ein paar baugesuche vor, die ohne weiters genehmigt wurden.
5. Erledigung der Erinnerung gegen die Lohnrechnung pro 1867. Ein langes Register von Monitis des B.-V. Stüve nahm längere Zeit in Anspruch, wurde aber schließlich erledigt, und darauf Decharge ertheilt.
(Schluß folgt.)


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