User Online: 1 | Timeout: 06:57Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nicht immer gleich die Polizei rufen
Zwischenüberschrift:
Aktion „Platz nehmen″ wirbt am Rosenplatz für mehr Akzeptanz für Jugendliche
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einen Platz für Jugendliche bot der städtische Fachdienst Jugend am Freitagnachmittag mit Playstation, Süßigkeiten und Limo am Rosenplatz. Es kamen einige junge Menschen zum Mobilen Jugendtreff″, die sich informierten und mit Erwachsenen sprachen. Die in der Presse-Einladung angekündigten Politiker kamen jedoch nicht.

Osnabrück Es gibt einen Sketch der britischen Comedy-Gruppe Monty Python aus den Siebzigerjahren, in der eine marodierende Gruppe Großmütter unschuldige Jugendliche anpöbelt und überfällt. Die Komiker hatten den Spieß einfach umgedreht und so auf Konflikte zwischen den Generationen hingewiesen.

Es scheint sich wenig geändert zu haben in den vergangenen vier Jahrzehnten. Der landesweite Aktionstag Platz nehmen″, der am gestrigen Freitag gleichzeitig in elf Städten in Niedersachsen und Bremen stattfand, wollte für mehr Akzeptanz für Jugendliche werben.

Dabei wäre die Lösung für ein friedliches Miteinander einfach: Es kommt immer drauf an, wie man was sagt. Wenn mir einer blöd kommt, dann bin ich extra laut″, sagt der 16-jährige Davino. Er ist mit seiner Freundin Roseyna (17) am Mobilen Jugendtreff″ am Rosenplatz vorbeigegangen, und sie sind interessiert stehen geblieben. Beide sind am Bolz- und Spielplatz an der Wörthstraße schon mit Erwachsenen in Konflikt geraten, die ihre Ruhe haben wollten. Und das schon nachmittags um vier Uhr″, erklärt Davino. Abends hätte er Verständnis, meint er. Aber auch, wenn er am Nachmittag darum gebeten würde, leise zu sein, würde er es machen, wenn der Ton stimmt, sagt er. Wie du mir, so ich dir″, pflichtet ihm Roseyna bei. Vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) sind Pauline Pötzsch und Birte Spekker zum Rosenplatz gekommen, um ihre Solidarität mit den Jugendlichen auszudrücken, die sich auf dem Parkplatz neben der Uni-Bibliothek aufhalten. Dort hat die Uni einen Wachdienst installiert, um diejenigen zu vertreiben, die dort angeblich Alkohol und Drogen konsumieren.

Pötzsch ist im AStAReferat Soziales, Gleichstellung und Inklusion und sieht die Politik in der Pflicht. Die müsse mehr Geld in soziale Projekte stecken. Und: Wir brauchen nicht mehr Geschäfte in der Innenstadt, sondern mehr Räume, um zusammenzukommen.″ Ihr schwebt ein von der öffentlichen Hand subventioniertes Café mit niedrigen Preisen vor, wo sich Jugendliche treffen können.

Jugendliche müssen nicht in die Gesellschaft integriert werden. Sie sind Teil der Gesellschaft″, betont Marco Brockmann vom Bereich Streetwork des städtischen Fachdienstes Jugend. Mit dem Aktionstag solle darauf hingewiesen werden, dass sich Jugendliche genauso wie Erwachsene in der Öffentlichkeit treffen dürften.

Jugendliche wollen aber häufig unter sich bleiben, sagte Brockmann und nannte als Beispiel Facebook: Als auch zunehmend Erwachsene das soziale Netzwerk nutzten, verließen junge Menschen Facebook, um sich lieber anderswo im Internet zu treffen.

Brockmann warb für Verständnis. Auch bei Lärmbelästigung, Vermüllung oder Sachbeschädigung solle es einen anderen Weg geben, als gleich die Polizei zu rufen. Man muss sich auf Augenhöhe treffen. Dazu gehört auch eine freundliche Ansprache.″

Bildtext:
Möchten sich in der Öffentlichkeit aufhalten können, ohne von Erwachsenen misstrauisch beäugt oder ständig zurechtgewiesen zu werden: Davino und Roseyna.
Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
Thomas Wübker


Anfang der Liste Ende der Liste