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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tennis als Lebenselixier
 
„Eine Fahne für Fritz Wolf in Nahne″
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf nicht nur auf der Anlage des TuS Nahne das Racket schwang
 
Tennisabteilung des TuS gedenkt ihres Ehrenmitglieds
Artikel:
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Originaltext:
Als Sportskanone war Fritz Wolf nicht gerade verschrien: Im Schulzeugnis zeugte ein Genügend″ von seinem bestenfalls durchschnittlichen Leistungsvermögen. Dem Fußball entsagte der Osnabrücker Karikaturist früh, dem Basketball erst nach einem Vierteljahrhundert. Tennis blieb für ihn jedoch bis ins hohe Alter ein Lebenselixier.

Osnabrück Beim Tritt gegen den Ball verknotet sich der Herr mit Pepita-Hütchen und Dufflecoat beinahe das Bein. Seinen Schuss setzt er mit einem ungelenk verdrehten linken Außenrist an. Offenbar hat der Senior am Ball zwei linke Füße und er heißt Fritz Wolf. Die Zeichnung ist eines von vielen Selbstbildnissen, die ihn auch im sportlichen Umfeld zeigen.

Auf dem Fußballplatz hatte man den langen Lulatsch″ wie ihn seine Mitspieler liebevoll nannten ohnehin als Torwart in den Rückraum des Spielfeldes verbannt. In einer 1950 für die katholische Jugendzeitschrift Die Wacht″ verfassten Satire mit autobiografischen Zügen schreibt er unter dem Titel Als ich noch Torwart bei Sparta Eintracht′ war″ über die erste Begegnung mit seiner frühen Flamme″ Waltraud: Ich bemerkte sie nicht, weil ich dauernd Bälle aus dem Netz holen mußte. Es stand 12: 0 vor der Halbzeit für unsere Gegner, und mein kleinerer Bruder meinte, ich sollte ruhig nach Hause gehen.″

Ein gehöriger Schuss Selbstironie wird auch in der Folge von insgesamt 18 kolorierten Bildern sichtbar, in denen Wolf sich selbst und seine nicht immer elegante Erscheinung auf dem Tennisplatz auf die Schippe nahm als Geschenk für seinen alten Weggefährten, Mentor und Neue Tagespost″-Verleger Achilles Markowsky.

Einer seiner frühen Sportsfreunde war Carl-Friedrich Thiele, der ehemalige chirurgische Chefarzt des Franziskushospitals. Da dessen frühe berufliche Wurzeln im Waldkrankenhaus von Bad Rothenfelde liegen, lockte er seinen Freund Fritz zu Tennisstunden in den TC Bad Rothenfelde. An diese frühe Verbindung in den Südkreis erinnert im dortigen Vereinsheim eine Serie zum Tennissport in Geschichte und Gegenwart: so etwa ein Herr mit langer Hose und Schirmmütze aus längst vergangenen Tennistagen oder eine Dame mit Racket und Handspiegel, die ihren Sport auch als Markt der Eitelkeiten pflegt.

Mit dem Umzug des Waldkrankenhauses auf den Harderberg suchten die Herren Thiele und Wolf ihre sportliche Heimat in Nahne. Dazu gründeten sie zunächst den Altherren Club (AHC) Juventus Nahne″, dessen Vorsitz Fritz Wolf am 29. Juli 1967 übernahm. Schon der ironische Name deutet an, dass es weniger um Höchstleistungen als um geselligen Sport ging. Die 20 bis 30 Akteure trainierten montags und stellten ihre Leistungen rund um den Korb jährlich in einem Freundschaftsspiel auf den Prüfstand.

Für den Karikaturisten war nach 25 Jahren Schluss. Der Tennisabteilung des TuS Nahne blieb er dagegen von 1967 bis zu seinem Tod im Dezember 2001 treu (siehe auch den unten stehenden Bericht auf dieser Seite).

Manche Zeichnung zum Vereinsleben des Klubs entstand in dieser Zeit und wurde als finanzieller Baustein″ von diesem durchaus auch in gedruckter Form vermarktet. In den Sportlerfolgen seiner Bilder aus der Provinz″ im Hamburger Magazin Stern″ finden sich Reminiszenzen an seine″ Vereine TC Bad Rothenfelde und TuS Nahne, die ihn beide zum Ehrenmitglied ernannten.

Mit der ihm eigenen Beobachtungsgabe behielt Fritz Wolf auch die Jogger am Harderberg im Blick. In einer Szene aus seiner gezeichneten Rede″ zum Amtsantritt als Grünkohl-König lässt er 1999 fünf gehetzte Herren nahe dem Ausflugslokal Waldesruh″ nach Orientierung suchen.

Als großer Fan von Boris Becker und Steffi Graf machte er außerdem auch deren Erfolge zum Thema seiner Zeichnungen und beherzigte selbst ein Motto, das er durch zwei rüstige Tennissenioren mit schütterem Haar und gebeugten Rücken ins Bild setzte: Zum Tennisspielen ist man nie zu alt!

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Bildtext:
Für ein gemischtes Doppel ist es nie zu spät!

100 Jahre Fritz Wolf

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf anlässlich seines 100. Geburtstags eine Karikaturen-Serie. Ausführlichere Ausführungen zu seiner sportlichen Biografie″ finden sich im Buch Fair Play, Bitte!″, in dem nicht nur seine Fußballkarikaturen aus fünf Jahrzehnten zu finden sind. Im Tuchmacher-Museum in Bramsche ist derzeit die Sonderausstellung Was der deutsche Mann im Sommer trägt …″ zu sehen. Zudem präsentiert das Stadtmuseum Quakenbrück Fritz-Wolf-Karikaturen zum Thema Musik, während das Museum Industriekultur in Osnabrück im Rahmen seiner aktuellen Kneipenausstellung Wolf′sche Bierkarikaturen zeigt.

Zudem ist ein Ausblick ins neue Jahr möglich, denn der Fritz-Wolf-Kalender 2019 ist bereits jetzt im Buchhandel und an den Ausstellungsorten zum Preis von 18, 90 Euro erhältlich.

Weitere Informationen zu Wolf-Projekten erteilt Sebastian Scholtysek unter Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de.

Osnabrück 100 Jahre alt wäre der 2001 verstorbene Osnabrücker Grafiker und Karikaturist Fitz Wolf in diesem Jahr geworden. Seine ehemaligen Vereinskollegen vom Tennisverein Nahne hissten jetzt eine Fahne mit dem Bild einers seiner Arbeiten und erinnerten in einer Feierstunde an ihren prominenten Tennisfreund.

Die Entwicklung des TuS Nahne und der Tennisabteilung hat unser Ehrenmitglied Fritz Wolf nahezu von Anfang an in vielen Karikaturen mit seinem unvergessenen Humor augenzwinkernd begleitet″, betonte Achim Unland als Leiter der Tennisabteilung.

Zusammen mit dem ersten Vorsitzenden des Sportvereins, Werner Tegeler, konnte Unland gut 60 Gäste zu der Feierstunde begrüßen. Wolf wurde kurz vor seinem Tod 2001 nicht nur zum Ehrenmitglied ernannt, auch die Tennisanlage am Klaus-Strick-Weg trägt seinen Namen. Die persönliche Verbindung zeigt sich auch in zahlreichen Fotos und eigens für seine Tennisfreunde gezeichneten Karikaturen, die im Tennis-Vereinsheim zu sehen sind.

Ein total klasse Typ″ sei Fritz Wolf gewesen, berichtete der Freund und Weggefährte des Osnabrücker Künstlers, Ludger Hellermann. Fritz, immer mehr Zuhörer als Redner, schaute die Leute an und machte sich ein Bild von den Menschen″, erzählte der frühere Leiter der Tennisabteilung. Zahlreiche Geschichten und Anekdoten machten in den Ansprachen und in den Gesprächen der Gäste die Runde. Auch die Namengebung der Sportanlage, die sich vor Jahren ein wenig schwierig gestaltet habe, gehörte dazu. Wir hatten beantragt, der gesamten Sportanlage den Namen Fritz Wolfs zu geben″, so Hellermann. Das habe im TuS zu großen Diskussionen geführt. Schließlich hätten die Tennisfreunde des Künstlers kurzerhand beschlossen, einfach ihre eigene Anlage nach ihrem Freund zu benennen. Gesagt, getan.

Nach den offiziellen Ansprachen und Musikbeiträgen des Männergesangvereins Nahne unter der Leitung von Valentina Schneider führte Ludger Hellermann die Gäste noch durch das Vereinsheim, in dem die Sportler spontan eine mit zahlreichen Fotos und Karikaturen bestückte eigene Fritz-Wolf-Ausstellung ins Leben gerufen haben.

Bildtext:
Ihren Freund Fritz Wolf haben die Tennisspieler im TuS Nahne nicht vergessen. Zu seinem 100. Geburtstag hissten sie zu seinen Ehren eine Fahne. Von links: Achim Unland, Ludger Hellermann und Werner Tegeler.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Hermann Queckenstedt, Peter Selter


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