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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Signal der Versöhnung an Juden
 
„Der Zölibat ist nicht mehr überzeugend″
Zwischenüberschrift:
Katholikentag ändert Programm – Kritik von Reformbewegung
 
Kirchenvolksbewegung: Brennende Themen wie Priestermangel werden nicht ausreichend thematisiert
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Nach der Kritik von Juden an der Karfreitagsfürbitte der katholischen Kirche im tridentinischen Ritus soll vom Osnabrücker Katholikentag ein Zeichen der Versöhnung ausgehen.
Als stärkstes Signal dafür gilt eine Programmänderung: Statt des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode wird der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, die christlich-jüdische Gemeinschaftsfeier am Donnerstag gestalten gemeinsam mit dem Augsburger Rabbiner Henry G. Brandt und dem Kantor Nikola David.
Im Programm waren zunächst 20 Veranstaltungen für den christlich-jüdischen Dialog vorgesehen aktuell hinzugekommen ist eine Diskussion über die Karfreitagsfürbitte am Donnerstag.
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans-Joachim Meyer, sagte am Wochenende, der christlich-jüdische Dialog müsse weitergehen. Er hat mehrfach betont, dass er sich über die neue Karfreitagsfürbitte im tridentinischen Ritus geärgert hat.
Meyer wird das Thema nach Informationen unserer Zeitung auch morgen in seiner Rede vor der ZdK-Vollversammlung in Osnabrück aufgreifen. Nach seinen Worten denkt in der katholischen Kirche niemand an eine Judenmission. Der Konflikt sei aber unnötig gewesen, weil der Vatikan nicht auf Warnungen von Bischöfen, Priestern und Laien gehört habe.
Unterdessen übte die Reformbewegung Wir sind Kirche″ Kritik am Programm des Katholikentages. Deren Sprecher Christian Weisner sagte im Interview mit unserer Zeitung, die brennenden Themen″ wie der dramatische Priestermangel und die Umstrukturierung der Gemeinden würden nicht ausreichend thematisiert.

OSNABRÜCK. Über den Zölibat, das Zweite Vatikanische Konzil und das Programm des Katholikentages äußerte sich der Sprecher der Reformbewegung Wir sind Kirche″ im Interview mit unserer Zeitung.

Herr Weisner, welche Ziele verfolgt die Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche″auf dem Katholikentag?
Wir greifen die schwierigen Dinge auf, die in der Kirche in der Luft liegen etwa den Priestermangel und die Zusammenlegung von Gemeinden. Unsere große Hoffnung ist das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965), eine Zeit des Aufbruchs. Wir werden in Osnabrück schauen, was aus diesem Aufbruch des Konzils geworden ist.
Wir sind Kirche″ fordert seit 13 Jahren die Abschaffung es Zölibats. Welche Rolle sollte dieses Thema in Osnabrück spielen?
Das Thema kommt in vielerlei Hinsicht zur Sprache, ob es im Programm steht oder nicht, ob es gewollt ist oder nicht. Der Priestermangel ist dramatisch und der Zölibat steht weltweit zur Diskussion. Die katholische Kirche muss sich wirklich fragen, ob sie nicht die Gemeinden austrocknet, wenn sie daran festhält, weil Gemeinden nur mit einem geweihten Priester Eucharistie feiern dürfen. Der Zölibat ist eine Idealvorstellung, die oft nicht mehr gelebt wird und damit nicht mehr überzeugend ist.
Was erwarten Sie von den Bischöfen, die nach Osnabrück kommen?
Wir freuen uns über die Bischöfe, die kommen und in einen konstruktiven Dialog eintreten, die auch auf das Kirchenvolk hören. Das ist wichtig, weil sich die römisch-katholische Kirche in einem Zustand der Angst und Selbstvergewisserung befindet. Wir wissen natürlich, dass die Bischöfe sehr durch Rom gebunden sind. Zwar wird Papst Benedikt als lächelnder Papst wahrgenommen, aber der wirkliche Kurs der römisch-katholischen Kirche ist anders. Er ist in der Ökumene sehr auf Abgrenzung bedacht und beschwört in der neuen tridentinischen Karfreitagsfürbitte Konflikte mit dem Judentum herauf. Ich kann nur sehr hoffen, dass die Bischöfe, die kommen, zum Dialog bereit sind und dass keine Störfeuer von abwesenden Bischöfen kommen, und auch nicht aus Rom.
Sind Sie mit dem Programm und dem Leitwort zufrieden?
Die Frage ist, ob trotz des umfassenden Programms tatsächlich die brennenden Themen wie pastorale Umstrukturierung oder Priestermangel ausreichend thematisiert werden. Das Leitwort Du führst uns hinaus ins Weite″ macht aber Mut, neue Wege zu gehen, bestehende Grenzen zu überwinden. Da gehen wir gerne mit.
Manche Kritiker sagen: Die Kirchenvolksbewegung, das sind die ewigen Nörgle r...
Mit dieser Kritik können wir gut leben, denn wir wissen genau, aus welcher Richtung diese Kritik kommt. Im Augenblick mangelt es in erschreckender Weise am Dialog. Bald 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist es notwendiger denn je, diesen Dialog innerhalb der Kirche und mit anderen immer wieder einzufordern. Deshalb bleiben wir dran.

Bildtext:
Christian Weisner
Foto:
dpa

Wir sind Kirche″
Die Bewegung Wir sind Kirche″ ist aus dem 1995 in Österreich gestarteten sogenannten Kirchenvolksbegehren hervorgegangen. Die Initiative setzt sich für Reformen in der katholischen Kirche ein. 1995 startete Wir sind Kirche″ auch in Deutschland ein Kirchenvolksbegehren. Darin forderte die Bewegung unter anderem den Zugang von Frauen zum Priesteramt, die Abschaffung des Pflicht-Zölibats für Priester, mehr Mitbestimmung von Gläubigen bei Ernennung von Bischöfen und eine positive Bewertung der Sexualität.Diese Forderungen unterschrieben nach Angaben von Wir sind Kirche″ 1 845 141 Menschen, von denen sich 1 483 340 als römisch-katholisch bekannt hätten.
Autor:
hav


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