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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Aus Abfall wird kostbarer Brennstoff
 
Müll-Energie reizt die Papierfabriken
Zwischenüberschrift:
Schoeller und Ahlstrom verfolgen Verbrennungsdiskussion „mit Interesse″
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Die Osnabrücker Papierfabriken Schoeller und Ahlstrom interessieren sich für die Nutzung des aus Müll gewonnenen Trockenstabilats zur Energieerzeugung. Ahlstrom-Manager Jürgen Oess sagte gestern, angesichts der explodierenden Energiekosten wäre es fahrlässig″, diese Alternativen nicht in Erwägung zu ziehen. Konkrete Pläne oder Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit gebe es nicht. Ähnlich äußerte sich Friedrich Bei der Kellen, energietechnischer Leiter von Schoeller. Das Gutachten des Wuppertal-Instituts zur Kohlendioxid-Reduzierung in Osnabrück hatte die Diskussion um eine Verbrennung in der Stadt neu angeheizt. Die Stadt würde etwa 100 000 Tonnen des Klimakillers CO2 pro Jahr weniger in die Luft pusten, wenn Trockenstabilat als Ersatzbrennstoff zum Einsatz käme.

OSNABRÜCK. Wir verfolgen das mit Interesse″: Fast wortgleich reagierten gestern Führungskräfte der zwei Osnabrücker Papierfabriken auf die neu aufkeimende Diskussion über die Verbrennung von Trockenstabilat in der Stadt.

Der Hintergrund: Gutachter des Wuppertal-Instituts haben ermittelt, dass Osnabrück etwa 100 000 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) im Jahr weniger in die Luft pusten würde, wenn es gelänge, den Ersatzbrennstoff aus der Herhof-Anlage energetisch zu nutzen. Aufgabe der Gutachter war es, alle Möglichkeiten zur CO2-Reduktion aufzuzeigen. Der Einstieg in die Stabilat-Verbrennung würde die mit weitem Abstand größteCO2-Ersparnis bringen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt nahm die Empfehlung der Experten am Donnerstagabend zur Kenntnis, ohne Position zubeziehen.
Interessant wäre die Verbrennung vor allem für die Papierindustrie, weil sie Wärme und Strom nutzen könnte. Wir haben uns natürlich damit beschäftigt″, sagte Friedhelm Bei der Kellen, Energie-Experte bei Schoeller. Das Unternehmenmsei zu Gesprächen bereit, wenn die Stadt in diesem Richtung gehen will″. Schoeller produziert Wärme und Strom aus Gas und Kohle.
Auch Ahlstrom ist auf fossile Energieträger und Stromlieferungen von außen angewiesen. Die hohen Kosten seien ein schwerer Wettbewerbsnachteil, sagte Ahlstrom-Manager Jürgen Oess. Im Vergleich zum Schwesterunternehmen in Frankreich zahle Ahlstrom Osnabrück monatlich bis zu 200 000 Euro mehr für den Strom. Es ist klar, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen müssen, Energiekosten zu senken″, sagt Oess. Dazu gehöre auch zu prüfen, ob der Einsatz von Ersatzbrennstoffen (EBS) aus Müll wirtschaftlich wäre.
Wirtschaftlich wäre sie bei einer Kapazität von 120 000 Tonnen. Der Müllsortierer Herhof produziert jährlich 50 000 Tonnen Stabilat. (Mehr zum Thema in der Montagausgabe.)

Kommentar
Wie aus Müll der Brennstoff Trockenstabilat wird

Aus Müll gewonnenes Trockenstabilat hat nach Erzeugerangaben einen mit Braunkohle vergleichbaren Brennwert, sei aber viel umweltfreundlicher.
Am Beginn bei der Trockenstabilatproduktion steht die Rotte nach der Müllzerkleinerung. In rund sieben Tagen wird dem Müll durch die beim Verrottungsprozess auf natürliche Weise entstehende Wärme das meiste Wasser entzogen. Danach enthält der zerkleinerte, noch unsortierte Abfall etwa 15 Prozent Feuchtigkeit. Nach der Trocknung werden leichte und schwere Materialien voneinander getrennt. Die leichten Holz, Kunststoffe, Papier, Textilien und andere organische Materialien bilden hauptsächlich das Trockenstabilat. Aus dem schweren Materialien werden durch Magnete und andere Verfahren Eisen und Nichteisenmetalle, Steine und Sand sowie Batterien aussortiert. Stabilatkritiker bemängeln, dass der Schadstoffanteil von Chlor oder Schwermetallen deutlich höher liege als bei Braunkohle.
Autor:
hin,swa


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