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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sie lässt Blumen sprechen
 
Charlottes Träume werden wahr auf der Laga
 
Rittersporn zurückschneiden
Zwischenüberschrift:
Kerstin Föllmann kreiert vier Meter hohe Farbkleckse aus Fiberglas und Satin
 
Lichterwochenende im Zeichen der in Bad Iburg geborenen Herzogin
Artikel:
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Originaltext:
Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken? Diese nicht. Kerstin Föllmanns bis zu vier Meter hohe Riesenexemplare halten Wüstentemperaturen und Schneeflocken stand. Inzwischen sind sie so beliebt, dass ihre Schöpferin mit der Fertigung kaum nachkommt.

Bad Iburg Auf der Landesgartenschau und in den Straßen der Stadt kommt man an den farbenfrohen Kreationen nicht vorbei. Dabei entsteht jede einzelne Stoffblume in Handarbeit in einem Einfamilienhaus in Dortmund-Kirchlinde.

Vor zehn Jahren verfiel Kerstin Föllmann den Riesenblumen. An unserem Gartenteich war es so trist im Winter, da fehlte etwas″. Farbkleckse nämlich. In einem Garten sah sie eine Balifahne, ein flatterndes Stück Stoff an einem Bambusstab. Das kannst du auch″, dachte sich die gelernte Gärtnerin und bastelte ihre erste Fahne. Weil ihr die zu langweilig war, schneiderte sie noch eine Blüte für die Spitze.

Das war nicht so einfach, wie es klingt. Der richtige, wetterfeste Stoff musste gefunden werden, Material für den Halt der Blüte. Der erste Draht rostete, damit ging es nicht. Jahre dauerte es auch, bis Kerstin Föllmann und ihr Mann Wolfram für die Stängel passende Teleskopstangen aus Fiberglas fanden. Experimentieren, testen, verwerfen, suchen und finden.

Zum Beispiel den richtigen Stoff. Die Blüten schneidere sie aus Sateng″, erzählt die Frau aus dem Ruhrgebiet, deren sommerliches Blumenkleid perfekt zu ihren Produkten passt. Dass sie nebenbei″ im Postverteilzentrum arbeitet: kaum vorstellbar. Handgearbeitete Unikate als kreatives Gegengewicht zur normierten Welt der Briefe und Päckchen.

Föllmann ließ ihre Blumen zuerst im eigenen Garten sprechen. Die Antwort kam prompt: Dauerklingeln an der Haustür. Wo haben Sie die denn her?″ „ Sind die schön! Kerstin und Wolfram Föllmann freuten sich, dass ihre Idee gefiel. So gut, dass die Erfinderin sofort einen Geschmacksmusterschutz anmeldete. Eine gute Entscheidung, denn Kerstin Föllmanns Fantasie kennt keine Grenzen. Heute hat sie 160 unterschiedliche Blüten im Programm, von der Margerite bis zur Lilie, uni, bi- oder tricolor.

Die Stoffblumen haben Haushalt und Ehemann voll vereinnahmt. Nachdem sich in den Anfangsjahren vier Meter lange Stoffbahnen durchs Wohnzimmer schlängelten und mit der Schere zum Stängel geschnitten wurden, hat Föllmann diesen Arbeitsschritt ausgelagert. Der Stoff wird in einer Behindertenwerkstatt zugeschnitten. Bei den Blüten hat sie sich von der Handschere zur Akkuschere zur Schneidemaschine hochgearbeitet. Und ich habe einen enormen Verschleiß an Nähmaschinen″, lacht sie. Genäht habe sie immer, zuletzt Karnevalskostüme für die damals noch kleine Tochter. In ihrem Arbeitszimmer stapeln sich Stoffrollen, viele in Rosa, Pink, Bordeaux. Weiß und Gelb gehen auch, Blautöne nicht so.″

Der Gatte leistet Hilfsdienste. Der Toxikologe ist mit Feuereifer dabei: Wir kaufen Draht auf 100-Meter-Rollen. Ich sitze dann abends mit dem Seitenschneider da und mache Blütenblätter″, und was sonst so anfällt: Stoffwürste umkrempeln, Gummispitzen an die Stangen kleben, Rechnungen schreiben.

Was mit 30 Blumen im Jahr und vorsichtigen Verkaufsversuchen auf Gartenausstellungen begann, hat sich auf eine Jahresproduktion von 400 gesteigert. Immer noch in Handarbeit. Und die Nachfrage steigt. Früher hatte meine Frau immer 40 bis 50 fertige Blumen in ihrem Arbeitszimmer, heute ist alles leer. Wir haben keine Zeit für einen Lagerbestand.″ Zwei Stunden braucht Kerstin Föllmann für eine Blumenfahne. Zu 98 Prozent begeisterten sich Frauen für die Megablumen. Männer fragten dann: Was willst du denn damit? und riefen später an, um ihren Frauen eine Freude zu machen. Firmen schmücken ihre Messestände, nicht nur auf der Grünen Woche, mit den Blumenfahnen, eine australische Kosmetikfirma orderte gleich 20 Stück.

Kein Problem, die Bodenanker fertigt ein Kunstschmied, die aufsitzende Teleskopstange macht sich 1, 10 Meter klein. Es gibt aber nur eine Firma, die einen passenden Karton verkauft″, sagt Wolfram Föllmann. Aktuell macht das Paar 40 Prozent des Umsatzes im Osnabrücker Land, der Laga sei Dank. Allein 30 Stück im Monat verkauft Susanne Bentrup in ihrer Blumenwerkstatt. Es macht mich schon stolz, dass meine Blumen auf der Landesgartenschau stehen″, sagt Kerstin Föllmann. Auch wenn der Druck wächst. Solange ich das alleine schaffe, mache ich das.″

Bildtexte:
Bis zu vier Meter hoch sind die Blumenfahnen, die Kerstin Föllmann aus Stoff, Draht und Fiberglas fertigt.
Narzissen säumen die Waldseen der Landesgartenschau. Jede einzelne hat Kerstin Föllmann mit der Hand gestaltet.
Fotos:
David Ebener

Bad Iburg Mit dem Lichterwochenende Charlottes Träume″ widmet die Laga Bad Iburgs vielleicht berühmtester Tochter ein Themenwochenende: Sophie Charlotte Herzogin von Braunschweig und Lüneburg. Das teilt Pressesprecherin Imma Schmidt mit.

Am 12. Oktober 1668 wurde sie auf Schloss Iburg geboren. Da sie dort ihre ersten fünf Lebensjahre verbrachte, haben die Iburger eine ganz besondere Beziehung zur ersten preußischen Königin″, heißt es in der Mitteilung.

Die Lichtinszenierungen auf der Laga beginnen am Freitag- und Samstagabend, 10. und 11. August, um 19 Uhr. Es wird zauberhaft!″, verspricht Volker Schwarz, der mit Tim Trentmann und Stefanie Kassen (Veranstaltungsteam) diese Laga-Eigenproduktion realisiert. Sie wollen Sophie Charlottes Kindheitsträume in Lichtinszenierungen lebendig machen.

Auf die Besucher warten 18 Stationen, die das Traum-Thema sehr unterschiedlich aufgreifen. Ein Boot voller Musik″, lautet das Motto, wenn schwimmende Saxofonspieler die Zuschauer beschallen auch wenn sie auf den ersten Blick nicht zu sehen sind. Die Fürstentochter aus Bad Iburg liebte Musik sehr. Mit Acoustic Dreams″ will der Autoharp-Singer Alexandre Zindel den Wald verzaubern. Um Licht und Schatten″ geht es Antinéa beim Flamencotanz.

Der Traum beginnt in der Dämmerung: Auf Lichtachsen werden die Besucher über das Gelände geführt. Doch bereits ab 19 Uhr sind für Kinder kleine Aktionen geplant. Auch die Erwachsenen dürfen aktiv werden und bei Candela Domum″ mit Licht bauen oder unter dem Motto Nachrichten, vergänglich wie Träume″ mit magischer Zauberschrift Notizen schreiben, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Gemeinsam können Alt und Jung auf ihrer Reise durch Traumlandschaften beim Kuscheltiertraum″ in eine flauschige Installation förmlich eintauchen, während die innogy Lampengeister″ Licht ins Dunkel des Waldes bringen. Den Abschluss bildet eine multimediale Inszenierung mit Wasser, Licht und Lasershow im Charlottenseepark.

Bildtext:
Traumhafte Ansichten und Klänge sollen die Laga-Besucher am nächsten Wochenende faszinieren.
Foto:
Dirk Rotermundt

Seit Jahrhunderten ziert er nahezu jeden Stauden- und Bauerngarten: Rittersporn. Der botanische Name: Delphinium. Die Staude gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Rittersporne lieben kühles, luftfeuchtes Klima und lehmige, humus- und nährstoffreiche Böden. In der aktuellen Blumenhallenschau Pack die Badehose ein″ sind neben dem blauen auch gefüllte weiße Varianten und Sorten mit blasslila, rosa und hellblauen Blüten zu finden. Schneidet man Rittersporn nach der ersten Blüte 20 bis 30 Zentimeter über dem Boden zurück, blüht er im Spätsommer noch mal″, so Willi Rankers. Dabei sind Handschuhe sinnvoll. Rittersporn ist giftig. Bleibt die Pflanze bis zum Frühjahr stehen, können Nützlinge darin überwintern.

Bildtext:
Wunderschön und für Nützlinge ein perfektes Winterquartier: der Rittersporn.
Foto:
Sarrazin
Autor:
Stefanie Adomeit, pm


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