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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt kauft die Limberg-Kaserne
 
Stadt kauft letzte Briten-Kaserne
Zwischenüberschrift:
Eigentümerwechsel auf dem Limberg / 70 Hektar Platz für Gewerbe, Sport und Freizeit
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der letzte Akt der Konversion beginnt: Die Stadt kauft die ehemalige Briten-Kaserne auf dem Limberg. Die Vertragsunterzeichnung ist Ende August vorgesehen. Die 70 Hektar sollen für Gewerbe, Sport und Freizeit genutzt werden.

Die letzte noch im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) befindliche ehemals britische Kaserne wechselt Ende August den Besitzer. Dann unterzeichnet Oberbürgermeister Wolfgang Griesert den Kaufvertrag für die Fläche am Limberg. Mit diesem Autogramm des OB wird die Stadt um 70 Hektar Fläche größer und reicher.

Osnabrück Wer noch einmal so ein britisches Kasernenfeeling genießen möchte, kann das auf dem Limberg haben. Dort muss, wer in den inneren Bereich dringen will, noch immer ein massives Tor passieren, das nur nach Anforderung geöffnet wird. In den Ferien ist das fatal, da augenscheinlich der Hüter des Tores seine sommerliche Auszeit genommen hat. So ist es jedenfalls dieser Tage für das in Weitsicht geübte Auge auf einem kleinen Schild an des Torwächters Behausung zu lesen.

Allerdings kommt der Eingangsbereich der Limbergkaserne heute nicht mehr so martialisch daher wie noch zu Britenzeiten, als ein zweites Tor die Schleusenfunktion perfektionierte und schwer bewaffnete Soldaten die Kaserne sicherten. Das war so bis zum 26. März 2009. Dann löschten die letzten Soldaten das Licht.

Seit 1945 waren auf der größten Kasernenfläche der Osnabrücker Garnison die Mercer und Imphal Barracks untergebracht. Die Doppelkaserne wurde von den britischen Streitkräften vor allem für ihre Logistikeinheiten genutzt, was auch heute noch gut an den großen Fahrzeughallen und Abstellflächen zu erkennen ist.

Fast zehn Jahre nach Abzug der Briten aus Osnabrück wird es nun also auch auf dem Limberg ernst mit der Neustrukturierung. Ist der Vertrag zwischen Bima und Stadt unterschrieben, können theoretisch auch die Bagger anrücken und die alten Britengebäude abräumen, um die Fläche ihrer neuen Bestimmung zuzuführen. Gewerbe, Sport und Freizeit sind die Hauptschlagworte, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Limberg verbanden. Immerhin haben die Briten eine moderne Sporthalle und vor allem auch einen Kunstrasenplatz hinterlassen, nach dem sich die Osnabrücker Sportvereine vor allem für das Wintertraining die Finger lecken. Allerdings ist der Bebauungsplan, der die Erschließung des Limbergs regeln soll, mittlerweile auch schon gut abgehangen. Der Aufstellungsbeschluss datiert vom 13. September 2007. Auf Basis eines Bebauungs- und Erschließungskonzepts wurde dann im April 2015 die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange durchgeführt. Allerdings fehlt dem Bebauungsplan noch der Segen des Rates.

Die Verwaltung hat die Zukunft des Limbergs in einer Ratsvorlage in diese Worte gefasst: Ziel der Planung ist die Schaffung eines etwa 25 Hektar großen Gewerbegebietes, bestehend aus zwei Teilbereichen im Norden und Süden der ehemaligen Kasernenfläche. Im mittleren Bereich der ehemaligen Kaserne sollen die vorhandenen sportlichen Anlagen und vorhandenen Gebäude weiter genutzt und ergänzt werden. Daneben sind die Erhaltung und die Aufwertung der vorhandenen vielfältigen Freiräume ein zentrales Planungsziel. Im Zuge einer gesamtstädtischen Stadtentwicklung ist es von großer Bedeutung, dass Gewerbeflächen in verschiedenen Lagen und unterschiedlichen Grundstücksgrößen für unterschiedlichste Nutzungen vorgehalten werden.″

Nun ist es aber so, dass sich im Laufe der Jahre seit Abzug der Briten so einiges Leben auf dem Limberg angesiedelt hat. Zwischennutzer″ werden die derzeitigen Mieter tituliert. Und wer nutzt da so zwischen? In erster Linie ist da wohl eine üppig blühende Musikszene zu nennen, die in den Kasernengebäuden eine stattliche Zahl an Probenräumen gefunden hat. Größe und Abgeschiedenheit des Geländes haben den Charme, dass selbst der härteste Hardrock nicht auf empfindliche Ohren trifft. Etwa 60 Bands haben hier ihr geschütztes Biotop gefunden, das sie nur ungern aufgeben würden.

Eine Flüchtlingsunterkunft gibt es auch auf dem Gelände. Ihre Zukunft ist ebenfalls noch nicht final geklärt. Stadtsportbund, Hochschule, eine Kita, die Feuerwehr die Liste der Nutzer und Zwischennutzer ist lang. Nicht alle werden das Gelände verlassen müssen. Ein Teil aber wird sich nach einem neuen Zuhause umsehen müssen.

Bildtexte:
Die ehemalige Briten-Kaserne auf dem Limberg geht Ende August in den Besitz der Stadt über. Wie werden die 70 Hektar in Zukunft genutzt?
60 Bands nutzen die alte Kaserne zum Proben. Sie werden vermutlich nicht bleiben können. Auf dem Bild: Lars Rempe (links) von der Band Mount Atlas im Studio von Matthias Lohmöller in dem ehemaligen Offizierscasino.
Die ehemalige Briten-Kaserne auf dem Limberg geht Ende August in den Besitz der Stadt über. Wie werden die 70 Hektar in Zukunft genutzt? Das Bild zeigt die Flüchtlingsunterkünfte.
Vereinssportzentrum Limberg.
Außenstelle der BBS Haste.
Ehemaliges Heizkraftwerg
Alte Lagerhalle.
Ausbildungszentrum der Feuerwehr Osnabrück.
Kunstrasenplatz. Auch für Hockey geeignet.
Kindertagesstätte.
Fotos:
André Havergo

Kommentar
Ein guter Standort

Mit der Limberg-Kaserne wird nun auch die letzte Britenfläche einer neuen Nutzung zugeführt. Vor allem Gewerbe soll sich hier ansiedeln.

Die Stadt lebt in einem engen Korsett. Möglichkeiten zur Entfaltung gibt es kaum. Umso wichtiger ist es da, dass am Limberg nun auch ansiedlungswillige Unternehmen vom Abzug der Briten profitieren. Der Wissenschaft wurde viel Platz eingeräumt (am Westerberg), Flächen für Wohnbebauung wurden ausgewiesen (Landwehrkaserne), und nun gibt es noch 25 Hektar Gewerbeflächen obendrauf.

Flächen, die dringend benötigt werden, um Arbeitsplätze und vor allem die Steuereinnahmen nach Osnabrück zu holen, die die Stadt braucht, um ihr Wachstum zu finanzieren.

Wohnbebauung hätte sich auf dem Limberg nicht angeboten, da die Bevölkerungszahl im Stadtteil Dodesheide in den vergangenen Jahren ohnehin durch die Ausweisung von Bauland stark gestiegen ist. Die Infrastruktur vor allem im Bereich der Kitas und Schulen würde schnell an ihre Grenzen stoßen, würde der Stadtteil weiter wachsen.
Autor:
Dietmar Kröger


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