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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Schnell da, schnell wieder weg
 
Ein Ziergarten wie im antiken Rom
 
Zuverlässiger Dauerblüher
Zwischenüberschrift:
Morgens um halb zehn auf dem Wohnmobilplatz: Gleich geht′s zur Laga
 
Varusschlacht und Gartenbaubetriebe gestalten Fläche auf der Landesgartenschau
Artikel:
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Originaltext:
Mittwochmorgen, 9.30 Uhr. Bad Iburg, am Charlottenburger Ring. Der Wohnmobilplatz. Zwei weiße Camper parken im hinteren Bereich, hier gibt es ein bisschen Schatten, und Womo-Fahrer sind meist gesellig. Und um das Klischee komplett zu machen, trägt ein Wohnmobil ein goudagelbes Kennzeichen und zwei E-Fietsen auf dem Rücken.

Bad Iburg Reint Bos trägt Bart, Polohemd und ein freundliches Lächeln. Guten Morgen″, grüßt er aus der Tür: glänzend gelaunt und in perfektem Deutsch. Er komme aus Groningen, erzählt er vor dem Womo, während sich seine Frau, eine Westerstederin, im Bad gartenschaufein macht. Dafür sehe sie dann aber auch sehr gut aus, lacht Bos.

Es war Gisela Schmidts Idee, zur Landesgartenschau zu fahren. Damit kennen sich die Ammerländer aus, schlug die erste in Niedersachsen, in Bad Zwischenahn 2002, doch ein wie eine Saatbombe. Fast eine Million Besucher kamen.

Bad Iburg kennt das Paar noch nicht. Da lag der Abstecher auf dem Weg ins Sauerland nahe, wo sie mit den
E-Bikes eine Schlösserroute abfahren wollen.

Nett″, findet Reint Bos das Städtchen Iburg nach einem Spaziergang am vorigen Nachmittag über den südlichen Schlossberg bis ins Zentrum. Weil das Wohnmobil schneller urlaubsfertig ist als ein Wohnwagen, hatten sie dazu am Vortag noch Zeit, obwohl sie von Groningen gut 220 Kilometer gemütlich durchs Grenzland gezockelt sind.

Nett″ sei es, und er sei wirklich positiv eingestellt: Aber etwas will der frühere Senior Sales Manager bei Daimler den Iburgern doch mit auf den Weg in eine glänzende Wohnmobil-Touristen-Zukunft geben. Auf einem leeren Stellplatz ohne Müllentsorgung, Wasser- oder Sani-Säule 8 Euro zu verlangen, findet er gewagt von der Stadtverwaltung.

Die Landschaft aber gefällt dem Paar. Und um kurz nach zehn machen sie sich auf den Weg zum 200 Meter entfernten Laga-Haupteingang. Vielleicht erfüllt sich unterwegs Reint Bos′ Hoffnung auf Wifi. Man sieht: Eine gute Infrastruktur ist Wohnmobilisten wichtig.

Wozu hat man ein rollendes Zuhause mit allem, was das Leben komfortabel macht? Gisela Schmidt lädt zur Besichtigung ein. Alles da, zwei schon gemachte Einzelbetten, Badekabine, Küche, Esszimmer: Dafür dreht Bos Fahrer- und Beifahrersitz um und klickt das Lenkrad ab.

Nachmittags will das Paar eine Führung durchs Iburger Schloss mitmachen. Inzwischen ist auch Gisela Schmidt aufgetaucht, ebenso herzlich wie ihr Mann, beide ein wunderbares Sinnbild deutsch-niederländischer Völkerverständigung. Manches allerdings versteht Reint Bos an den Deutschen nicht. Dass dieses Wasser dort See heißt″, zum Beispiel. Das Wasser ist der Charlottensee. Für Bos eine Pfütze.

Klar, wenn in Groningen das Zuidlaardermeer und in Westerstede immerhin das Zwischenahner Meer vor der Haustür plätschern und man im früheren Leben gern auf einem Zwölf-Meter-Schiff über die Nordsee bis zur englischen Küste geschippert ist. Das ist viel schöner als mit dem Wohnmobil″, findet Bos. Aber mit 76 ...

Dafür hat Bad Iburg einen Baumwipfelpfad. Der lässt Schmidt und Bos erst mal kalt. Sie hat Höhenangst, und der Aufstieg schreckt. Dass es einen Aufzug gibt und der Höhenweg durch die Baumkronen einen undurchsichtigen Boden hat, steigert die Lust auf den Wipfeltest.

Auch bei Stellplatznachbar Robert Conrad, der nach vorsichtigem Klopfen an der Womo-Tür auf die Treppe kommt. Vom Baumwipfelpfad erwarte ich viel.″

Aber Conrad und seine Frau sind noch ohne Frühstück und deshalb nicht ganz so gesprächig wie seine Nachbarn. Über die Sonne freut er sich. In der Tageszeitung haben sie von der Landesgartenschau gelesen. Und vielleicht fahren sie anschließend an den Dümmer.

Und warum auf die Laga? Na ja, Blumen haben wir auch zu Hause in Schortens. Jetzt wollen wir mal schauen, was hier so gezüchtet wird.″ Ansonsten haben sie noch nichts gesehen. Gestern haben wir gefaulenzt.″

Seit zehn Jahren sind sie mit dem Womo unterwegs, vorher war es der Wohnwagen: Das war schöner. Es war geselliger. Wenn man hier aufsteht, sind die Nachbarn vom Tag zuvor schon wieder unterwegs.″ So wie er und seine Frau. Aber jetzt ist der Kaffee fertig.

Wohnmobil-Fahrer sind eines wirklich: mobil. Schnell da, schnell wieder weg.

Bildtext:
Entspannte Wohnmobilisten: Gisela Schmidt aus Westerstede und Reint Bos aus Groningen sind auf dem Weg zu einer Radtour im Sauerland. Der Besuch auf der Landesgartenschau war eine Idee von Gisela Schmidt.
Foto:
Gert Westdörp

BadIburg Im antiken Rom erlebte die Gartenkultur eine echte Blütezeit. Das ist aus zahlreichen Texten, archäologischen Funden und Mosaiken überliefert.

Zur Landesgartenschau in Bad Iburg haben das Varusschlacht-Museum in Kalkriese, das Garten-Werk Dukat aus Belm und die Igel Gartenkultur aus Engter einen römischen Garten gestaltet. Gemeinsam ist so in Anlehnung an einen Ziergarten einer römischen Stadtvilla ein mediterraner Sommergarten entstanden, wie die das Varusschlacht-Museum in einer Pressemitteilung schreibt.

Weinumrankte Pergolen, akkurat geschnittene Hainbuchen, üppige Lavendelbüsche machen den Garten aus. Ein Wasserbecken in der Mitte erinnert an eine Zisterne. Eine Terrasse, gepflastert mit Travertin, unterstreicht den mediterranen Charakter des Gartens. Immergrüne Steineichen und Säulenzypressen rahmen die Sitzplätze im Garten ein. Die Bepflanzung folgt zum Teil den überlieferten Zier-, Heil- und Gewürzpflanzen römischer Gärten.

Der römische Garten präsentiert Gestaltungsideen, die sich auf zeitgemäße Gärten mit häufig geringer Größe gut übertragen lassen″, so Birgit Koormann (GartenWerk Dukat) und Karsten Igel (Igel Gartenkultur). Noch bis zum 14. Oktober
haben Besucher der Landesgartenschau die Gelegenheit, den Garten zu sehen, der im Bereich der Themengärten am Europaplatz zu finden ist.

Im römischen Garten erwartet die Besucher an jedem zweiten Sonntag im Monat (8. Juli, 12. August, 9. September und 14. Oktober), jeweils im 15 Uhr eine Römerin, die über die antike Welt der Pflanzen berichtet.

Am 2. September 2018 werden ausgewählte Gartentexte des Literaten und Historikers Justus Möser von Martin Siemsen und Karsten Igel gelesen.

Bildtext:
Ein Garten mit Struktur: Römerin″ Ute Bühning, Karsten Igel, Birgit Koormann (Firma Dukat) und Joseph Rottmann (Varusschlacht) im römischen Garten auf der Laga in Bad Iburg.
Foto:
Varusschlacht im Osnabrücker Land/ Hermann Pentermann

Zinnien (Zinnia) gehören zur Familie der Korbblütler oder Asterngewächse (Asteraceae). Die rund 20 verschiedenen Arten stammen aus den südlichen USA und Mittelamerika. Nicht frosthart werden sie bei uns als einjährige Sommerblumen kultiviert. Im Laga-Gelände findet man Zinnia elegans und die kleinere Zinnia angustifolia. Die zuverlässigen Dauerblüher leuchten in Weiß, Gelb, Rot, Pink oder Hellgrün. Zinnia elegans wird bis zu 90, Zinnia angustifolia nur bis 50 Zentimeter hoch gut für eine bodendeckende Bepflanzung. Zinnien fanden sich schon in Großmutters Garten und eignen sich gut für die Vase. In privaten Gärten machen sie eine gute Figur, weil sie unkompliziert sind und mit ihren kräftigen Farben eine ungekünstelte Fröhlichkeit ausstrahlen″, sagt Laga-Pflanzplanerin Laura Heuschneider.

Bildtext:
Kräftige Farben sind ein Merkmal der Großblumigen Zinnie.
Foto:
Imma Schmidt
Autor:
Stefanie Adomeit, pm, PR, is


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